Studer & Stampfli
Das Programm «D.I.S.C.O.» ist auf den Tanzspuren von John Travolta

Das sechste Programm «D.I.S.C.O.» widmet sich den grellen Samstagabenden von anno dazumal.

Andreas Kaufmann
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Rahel Studer und Philipp Stampfli haben sich wieder etwas einfallen lassen.

Rahel Studer und Philipp Stampfli haben sich wieder etwas einfallen lassen.

Andreas Kaufmann

Das letzte grössere Stück des umtriebigen musikalischen Duos «Studer & Stampfli» hiess «Zucker». In ihrem aktuellen, sechsten Programm haben es sich Rahel Studer und Philipp Stampfli zum Ziel gesetzt, der damaligen musikalisch inszenierten Kalorienbombe etwas entgegenzuhalten.

«Nach dem Programm ‹Zucker› wollten wir deshalb etwas Bewegtes», bestätigt Stampfli. Und da man neben dem Fitnessstudio auch im abendlichen Ausgang Pfunde loswerden kann, widmet sich das neuste Programm «D.I.S.C.O.» der Musik, die bewegt. Damit huldigen die beiden auch jenen entschwundenen Jugendjahren, als man in Schlaghosen über bodenbeleuchtete Tanzflächen glitt und Travoltas Hüftschwung nachzuahmen versuchte. Am 25. Februar um 20.30 Uhr feiert «Studer & Stampflis» neuester Streich im «Kreuz»-Saal seine Premiere.

Mash-ups schon lange erfunden

Die ersten Ideen für «D.I.S.C.O.» sprossen bereits im vergangenen Frühling, um dann im Herbst weiterzureifen. Stampflis Sommeraufenthalt in Paris brachte zudem drei Eigenkompositionen hervor, die ins Programm mit Covers und musikalischen Collagen – also so genannte Mash-ups verwoben wurden.

Eben gerade diese Mash-ups, bei denen mehrere ähnliche oder kontrastierende Musikstücke über Akkorde, Tonfolgen oder über den Rhythmus miteinander verwoben werden, erfreuen sich zurzeit auf Portalen wie Youtube grosser Beliebtheit. «Dabei kennen wir diese Ausdrucksform schon viel länger als die Internet-Gemeinde», meint Studer schmunzelnd, während Stampfli ergänzt:

«Egal ob Pop und Rock, Funk und Klassik, wir bringen es zusammen, das ist unsere Handschrift.» Und so werden dem Italo-Disco-Hit «I like Chopin» dank «Studer & Stampfli» endlich einige echte Chopin-Tonfolgen beigefügt.

Und die Beats?

«Studer & Stampfli» waren in ihrem Stil schon immer akustisch unterwegs und hielten die technische Unterstützung stets auf Sparflamme. Klavier, Gesang und andere Instrumente, später dann vor allem auch die Ukulele zierten die Bühne.

Gerade aber die Disco-Ära fordert den beiden bei der Wahl der Instrumente noch einiges mehr ab: «Es war eine Herausforderung, beispielsweise mit unseren Mitteln Beats hinzubekommen.» Und so darf man gespannt sein, welche mehr oder weniger schrägen musikalischen Hilfsmittel diesmal eine Rolle spielen werden.

«Spontane Geistesblitze»

Zum Gesamtkunstwerk beigetragen haben auch die Impulse von Caroline Schenk, die seit der dritten Bühnenproduktion der beiden als Regisseurin und künstlerische Leiterin wirkt. «Sie erlebt die Musik anders als wir, da sie vom Theaterfach kommt», unterstreicht Studer Schenks Beitrag. Viele Ideen gehen aus den Proben hervor, «als spontane Geistesblitze», wie Stampfli erklärt.

Da sind zum Beispiel die sportlichen Übungen, die «Studer & Stampfli» zum Ausgleich praktizieren. Auf diese Weise fanden Jane Fondas Achtzigerjahre-Fitness-Videos als Parodie und Würdigung einen Platz im Programm. «Und so bündeln wir die Ideen, damit sie am Schluss zu einem Ganzen werden, das nach einer einzigen Idee ausschaut», sagt Stampfli.

Unterstützt wird das Duo weiter von Jürg Feier (Lichttechnik), Thomi Christ (Tontechnik), Irène Roth Kradolfer (Kostüme, Ausstattung) sowie Annette Feier (Produktionsleitung, Grafik).

«Ein Gratisfilm zur Jugend»

Eine durchgezogene Handlung kennt «D.I.S.C.O.» nicht, aber die einzelnen Unterthemen werden miteinander verknüpft: «Das ganze Stück ist assoziativ aufgebaut», erklärt Caroline Schenk – ausgehend davon, wie man sich damals zu Disco-Zeiten gefühlt hat. Vor der Pforte zum eigenen 50. Geburtstag wenden sich Rahel Studer und Philpp Stampfli» nun also ihren wilderen, bewegteren Zeiten zu. «Ein Aufbäumen», findet Studer, «Vergangenheitsbewältigung», meint Stampfli, «um zu sehen, was noch möglich ist.»

Ähnliche Assoziationen dürften beim Zuschauer ausgelöst werden: «Die Lieder haben einen Wiedererkennungswert, sie entführen einen auf eine Reise – ‹so war das damals...›» Für Schenk ist es quasi ein «Gratisfilm über die eigenen Jugendjahre», der mit dem Stück geliefert kommt. «Aber auch jüngerem Publikum könnte unser Stück gefallen», meint Stampfli, «da in der heutigen Retro-Welle wieder viele Songs von damals neu aufbereitet werden.» Und da viele der Lieder auf Mundart übersetzt wurden, dürfte auch das gesetztere Publikum sich mit dem Stück identifizieren können.

Aus heiterem Himmel fällt es Rahel Studer während des Gesprächs plötzlich ein: «Hier an der ‹Kreuz›-Bar haben wir uns einige Zeit nach dem Lehrerseminar wieder getroffen, Philipp.» Hier entstand also gewissermassen das Duo «Studer & Stampfli». Und wenn sie sich recht entsinne, «fand damals gleich nebenan eine Disco statt...»

Weitere Aufführungsdaten: 26. und 27. Februar, 4. und 5. März, jeweils 20.30 Uhr im Saal des Restaurants Kreuz.