«Wir hatten in den ersten drei Wochen nach Inbetriebnahme sehr positive Rückmeldungen», freut sich Niklaus Studer über die neueste Errungenschaft der Parking AG Solothurn im Parkhaus Bieltor: ein Parkleitsystem. Zwar räumt der VR-Präsident noch einige Kinderkrankheiten ein – so kann trotz des besetzten Parkfelds ein grünes Lämpchen leuchten – doch ist für ihn der Zuwachs an Kundenfreundlichkeit frappant.

Nicht nur das Problem der erst spät erkennbaren, weil ganz vorne im Parkplatz abgestellten Kleinwagen ist gelöst, auch die Verkehrsabläufe im viergeschossigen Parkhaus sind viel flüssiger geworden. Denn nun verraten die grünen und roten Lämpchen über jedem Parkplatz schon von weitem, ob es überhaupt Sinn macht, eine Schlaufe über die nächste Parkplatzreihe zu fahren – oder gleich eines der Untergeschosse für die Parkplatzsuche zu wählen.

«Man sieht nun gleich, wo ein Parkplatz frei ist. Im Parkhaus Bieltor macht das Ganze am meisten Sinn, weil dort jedes Geschoss in zwei Hälften unterteilt und daher sehr unübersichtlich ist», erklärt Studer, warum die Parking AG nun 100 000 Franken in ein solches System investiert hat.

Zuerst kommen die Böden

Noch keinen Entscheid hat die Parking AG getroffen, was die anderen Parkhäuser in Sachen Parkleitsystem anbelangt. «Im Berntor ist dies sicher nicht nötig, man fährt einfach ringsum, bis der erste Parkplatz frei ist», weiss Niklaus Studer.

«Wenn wir die Erfahrungen vom Parkhaus Bieltor haben, gehen wir auch im Baseltor dahinter.» Doch dort gibt es für den VR-Präsidenten andere Prioritäten: Im Baseltor müssten zuerst einmal wegen der vorhandenen Spurrillen sämtliche Böden saniert werden. «Die ganze Sanierung muss aber in zwei Etappen erfolgen, denn jeweils zwei Geschosse (von insgesamt vier) werden für rund vier Wochen geschlossen bleiben.»

Das bedingt laut Niklaus Studer, dass die Bodenarbeiten nur während der relativ frequenzschwachen Sommerferien erfolgen können. Die erste Tranche werde demnach im nächsten Sommer in Angriff genommen, die zweite dann Mitte 2016.

Weiterhin im Hinterkopf von Niklaus Studer und seinem Verwaltungsrat spukt das Problem der zu schmal gewordenen Parkplätze herum. Sind doch vor allem die Mittelfelder im 1976 eröffneten Parkhaus Bieltor für die breiter gewordenen Autos zu schmal geworden (wir berichteten). «Die Autos heute entsprechen einfach nicht mehr den damaligen Normen.»

Doch eine Lösung kann auch Niklaus Studer noch nicht aus dem Ärmel schütteln. Die Parkfeldbreite sei in den beiden älteren Parkhäusern, dem Biel- und Baseltor durch die Stützsäulen auf jedem Parkdeck gegeben, «und die Säulen lassen sich nicht einfach so versetzen».

Eher nein zu Elektroautos

Letzte Woche hatte der Gemeinderat eine SP-Motion erheblich erklärt, wonach künftig Elektro-Autos beispielsweise über eine Parkplatzprivilegierung oder Stromtankstellen zu fördern sind. Wie Stadtpräsident Kurt Fluri schon antönte, sieht die Parking AG bei diesem Thema keinen Handlungsbedarf.

Niklaus Studer: «Wir haben uns bei der Abklärung der Motion beteiligt. Im Moment ist das Schaffen von privilegierten Parkfeldern für uns kein Thema. Das gäbe Probleme bei der Bewirtschaftung und Überwachung, aber auch bei der Programmierung des Parkleitsystems.»

Das Einrichten von Aufladestationen sei zudem nicht Sache der Parking AG, «darüber liesse sich nur reden, wenn jemand anderer bezahlt – wie beispielsweise in anderen Städten die Energieversorger, bei uns also die Regio Energie Solothurn». Im Übrigen sei der Bedarf nicht ausgewiesen, «die so ausgerüsteten Parkplätze beim Amt für Umwelt an der Werkhofstrasse stehen nach meinen Beobachtungen jedenfalls meistens leer».