Solothurn
Das Museum Altes Zeughaus ist nun offiziell selbständig

Der Solothurner Kantonsrat sprach dafür aus, dass das auf Militaria spezialisierte Museum Altes Zeughaus in Zukunft als öffentlich-rechtliche Anstalt mit eigener Rechtspersönlichkeit agieren kann.

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Blick in den noch unfertigen Erlebnisraum im 1. Stock. (Archiv)

Blick in den noch unfertigen Erlebnisraum im 1. Stock. (Archiv)

Hanspeter Bärtschi

Mit der Änderung der Rechtsform hat der Solothurner Kantonsrat am Dienstag das Museum Altes Zeughaus in Solothurn endgültig für die Zukunft fitgetrimmt. Vor drei Jahren hatte das Kantonsparlament mehrere Millionen Franken für den Umbau und eine neue Ausstellung gesprochen.

Der Kantonsrat sprach sich mit 93 zu 0 Stimmen bei 2 Enthaltungen dafür aus, dass das auf Militaria spezialisierte Museum in Zukunft als öffentlich-rechtliche Anstalt mit eigener Rechtspersönlichkeit agieren kann. Bisher war das Museum eine Dienststelle innerhalb einer Abteilung des Amtes für Kultur und Sport.

Eröffnung

Die Wiedereröffnung des Museums wird am Wochenende vom 18. und 19.Juni gefeiert.

Die Rechtsformänderung stiess im Rat grösstenteils auf Zustimmung. Nur mit mehr Eigenverantwortung könne das Museum auch in Zukunft überleben, wurde betont. Gleichzeitig nahm der Rat zur Kenntnis, dass die Aufsicht nach wie vor bei ihm liegt, muss er doch jährlich im Rahmen der Budgetdebatte ein Globalbudget genehmigen.

Im August 2010 hatte die Solothurner Regierung einem neuen Museumskonzept zugestimmt und 2,5 Millionen Franken aus dem Lotteriefonds in Aussicht gestellt. Der Kantonsrat genehmigte fast auf den Tag genau vor drei Jahren 12,9 Millionen Franken für den Umbau und die Erneuerung der Ausstellung. Das Museum soll am 17. Juni wieder eröffnet werden.

Momentan ist das Haus jedoch von aussen noch mit einem blickdichten Tuch bedeckt, denn die Fassade wird noch aufgefrischt. Die weissen Kalkstein-Ablagerungen der Fensterstürze, welche die rötliche Fassaden «zierten», sollen bei der Neueröffnung verschwunden sein.
26 Bilder
Die Empfangs- und Garderobenmöbel sind ganz in weiss gehalten
Elegante Modernität sollen diese ausdrücken – so haben es Edelmann, Krell Architekten GmbH, in ihrem Innenausstattungskonzept vorgesehen.
Fensterputzen im Parterre
Im Eingangsbereich stehen Schliessfächer bereit
In der Mitte des Raumes werden – fast wie früher – die verschiedenen Geschütze aufgebaut. «Allerdings», betont Co-Direktor Jürg Räz, «sind nur noch Objekte bis zum Jahr 1874 zu sehen.»
Neu wird im Parterre auf der linken Seite der Wand entlang ein erster Teil des sogenannten Schaudepots geschaffen. Hier erkennt man die Handschrift des Szenografenbüros «element» Basel, welches für die Neu-Konzeption der Ausstellung, zusammen mit dem Solothurner Museumsteam verantwortlich ist.
Im ersten Stock sind die drei verspiegelten Themenkabinen zu finden, in denen sich die Besucher interaktiv über «Krieg», «Frieden» und Diplomatie» informieren können. Es sind beispielsweise Interviews mit bekannten Schweizer Zeitgenossen, zum Beispiel auch mit dem (noch) Chef der Armee André Blattmann zu entdecken.
Hansruedi Trachsel vom Hochbauamt und Jürg Räz, Co-Museumsleiter, im Erlebnisraum In einem Seitenbereich dieser Etage gibt es noch ausreichend Platz für die Museumspädagogik.
Die Installationsarbeiten im Erlebnisraum sind noch in vollem Gange Die gesamte Beleuchtung, die Brandschutzanlage, sowie alle anderen technischen Einrichtungen, wie beispielsweise auch der Lift, sind ganz fertig gestellt.
Wandgemälde im 2. Stock
Im zweiten Stock wird die Harnischsammlung zu sehen sein.
Künftig sollen es mehr, nämlich 300 Rüstungen sein, die gezeigt werden
Die einzelnen Rüstungen werden neu gruppiert; es soll der Eindruck zweier Heere entstehen, durch die man marschieren kann. Besonders wichtige Exponate werden speziell präsentiert und dazu Informationen abgegeben.
Neben der Harnischsammlung sind auf diesem Stockwerk noch die Tagssatzungsgruppe, sowie die Burgunderbeute zu sehen.
Der dritte Stock, der einen ganz neuen Holzboden bekommen hat, wird ganz für Wechselausstellungen oder Veranstaltungen, die im Rahmen des Museums durchgeführt werden, freigehalten.
Es ist noch nicht alles am richtigen Platz
Mit Fingern verzierte Bodenkacheln
Letzte Arbeiten im Treppenhaus
Im dritten Stock gibt es künftig Wechselausstellungen, erreichbar per Lift.
Letzter Boden-Finish im 3. Stock
Haustechnik im 3. Stock
Im 4.Stock befinden sich weiterhin die Büros. Hier wird bereits gearbeitet. Bis zu zehn Personen finden hier mühelos einen Arbeitsplatz.
Konferenzraum im 4. Stock
Im restaurierten Estrich werden Utensilien des Museumsbetriebes eingelagert
Eine imposante Sprinkleranlage sorgt für Sicherheit bei Brandgefahr

Momentan ist das Haus jedoch von aussen noch mit einem blickdichten Tuch bedeckt, denn die Fassade wird noch aufgefrischt. Die weissen Kalkstein-Ablagerungen der Fensterstürze, welche die rötliche Fassaden «zierten», sollen bei der Neueröffnung verschwunden sein.

Hanspeter Bärtschi

Schon früher ein Waffenlager

Das heutige Museumsgebäude wurde zwischen 1609 und 1614 erbaut und diente bis 1798 als Waffen- und Rüstungslager für die Bürger und den Söldnerhandel. Aus dieser Zeit stammt ein grosser Teil der heutigen Sammlung, so auch eine international bekannte Harnischsammlung mit rund 400 Rüstungen.

Dazu umfasst die Sammlung viele Hieb- und Stichwaffen, Stangenwaffen, Schusswaffen, Artillerie, Fahnen, Uniformen und andere Militaria. Gesammelt werden vor allem Militärsachen solothurnischer Provenienz und solche, die im Zusammenhang mit der solothurnischen Geschichte stehen und aus der Zeit des Mittelalters bis 1874 stammen.