Schon seit der Eröffnung der Westumfahrung 2008 harrt die Berntorstrasse als letzter direkt davon betroffener Strassenabschnitt in der Vorstadt der Umgestaltung. Weitere Aufwertungen sind im Kreuzackerpark und an der Niklaus-Konrad-Strasse vorgesehen, sodass man als «Rahmenplanungsinstrument» den sogenannten Parkierungs- und Erschliessungsplan Innere Vorstadt erarbeitete.

Keine einfache Geburt, die nun im Gemeinderat noch traktandiert ist, denn an einer Mitwirkungsveranstaltung im letzten Herbst ging die Anwohnerschaft, darunter auch Geschäftsleute, mit den Absichten hart ins Gericht.

Insbesondere wehrten sie sich für Kurzzeitparkplätze im Bereich Dornacherplatz. Bereits an anderen Veranstaltungen war auch das geplante neue Verkehrsregime, das mit einem Provisorium gründlich ausgetestet worden war, massiv ins Kreuzfeuer der Kritik geraten. Doch sieht nun der Parkierungs- und Erschliessungsplan die Umgestaltung der Berntorstrasse mit dem zuletzt erprobten Verkehrsregime vor.

Andrea Lenggenhager, Leiterin Stadtbauamt: «Das Trottoir beidseits der Berntorstrasse wird gepflästert und etwas verbreitert. Die Busse werden wie schon jetzt nicht kreuzen können und deshalb ihre Fahrt mit einer Lichtsignalanlage geregelt.» Die Verbreiterung der Trottoirs sei nicht in erster Linie zur besseren Aussenbestuhlung der Restaurants gedacht, sondern als optische Aufwertung der Fussgängerachse in Richtung Altstadt.

Wenig Verkehr in den Winkeln

Während die drei bereits seit längerem gesperrten Parkplätze entlang des Bahndamms in der Adlergasse mit zwei weiteren im Oberen Winkel aufgehoben werden, solle jene vor dem Alten Spital bestehen bleiben, was in der vorbereitenden Gemeinderatskommission GRK zu einer der bekannten Pro- und Kontra-Parkplatz-Debatten geführt hatte.

Eine Mehrheit beschloss jedoch, die Parkfelder beizubehalten. Tatsächlich waren in der Mitwirkungsveranstaltung die Parkplätze weder verteidigt noch zur Aufhebung empfohlen worden. Auch ein weiterer Kritikpunkt, die Verkehrsführung vom Oberen direkt in den Unteren Winkel und über die Prisongasse auf den Rossmarktplatz, wird mit dem jetzigen Plan zementiert.

Allerdings verwies Andrea Lenggenhager schon in der GRK auf den geringen Verkehrsfluss im betreffenden Abschnitt der Vorstadt hin. So wurden bei Zählungen über drei Tage hinweg während jeweils sieben Stunden nur gerade 24 bis 40 Personenwagen gezählt, die vom Oberen Winkel in die Krummturmstrasse gefahren sind. Im Unteren Winkel wurden 68 bis 93 Autos gezählt, in der Adlergasse nur gerade 3 bis 20.

Am meisten Verkehr wies die Prisongasse mit 80 bis 140 Personenwagen auf. Fazit des Stadtbauamtes: «Die Planung hat sich relativ schwierig gestaltet, da auch die verschiedensten Ansprechgruppen mit unterschiedlichsten Vorstellungen beteiligt waren.»

Und so ist Andrea Lenggenhager auch vorsichtig, was die baldige Umgestaltung der Berntorstrasse anbelangt: Das entsprechende Baugesuch werde parallel zur Parkierungs- und Erschliessungsplanung aufgelegt - immer vorausgesetzt, der Gemeinderat stimmt deren Auflage zu. Sollten beide Auflagen ohne Einsprachen durchkommen, «könnte man noch dieses Jahr beginnen». Und sonst müssten halt die Einspracheverfahren abgewartet werden.

Auch sonst zurückbuchstabiert

Gar nicht gut angekommen war im Herbst die lose Absichtserklärung, die privat vermieteten Parkplätze im Kreuzackerpark teilweise oder ganz aufzuheben. Die Aufhebung wird im nun vorliegenden Plan «nicht mehr dargestellt». Dazu die Leiterin Stadtbauamt: «Es gibt ein Umgestaltungsprojekt zum Kreuzackerpark. Aber dafür müssten nur einzelne Parkplätze weichen.» Ebenfalls offen lässt der Plan entlang der Niklaus-Konrad-Strasse die Parkierung. Diese sei abhängig von der weiteren Entwicklung der dortigen Liegenschaften.