Für viele, die an den Ständen vorbeischlendern und hier und dort hängenbleiben, mag es ein Traum sein, der noch einige Jährchen reifen muss. An der Eigenheim.2011, die gestern eröffnet wurde, gibt es aber schon mal den (Bau-)Stoff, aus dem die Träume sind. Vom Wasserspeier übers Garagentor bis hin zu Solaranlage – und das Allerwichtigste: Ideen, Kontakte, Informationen. In den vergangenen fünf Jahren hat sich die Fachmesse von 47 Ausstellern auf 110 mehr als verdoppelt. «Aus dem Messebaby ist eine Messepersönlichkeit geworden», stellt Benno Krämer anlässlich der Eröffnung fest. Krämer führt die Eigenheim zusammen mit seiner Frau Monika durch.

Doch in diesem «kleinen» Jubiläumsjahr will der Veranstalter nicht nur die Quantität genannt wissen: «Wir haben auch qualitativ zugelegt», betont er mit Fingerzeig auf das Kompetenzzentrum, welches die Messe verkörpert. Nicht zu vergessen die Vielfalt: In dieser Zeit hat sich ein Fächer an Angeboten aufgetan, der in mittlerweile drei Hallen von der Finanzierung bis zur Hausreinigung alle Themen rund ums bestehende oder kommende Heim abdeckt.

«Familiäre Messe geblieben»

Seit der ersten Stunde dabei sind Fritz und Susi Plüss vom Ofenladen in Wangen a/A.: «Wir Aussteller waren von Anfang an wie eine Familie. Und das Familiäre ist bis heute geblieben.» Der Wert ihrer Präsenz zeigt sich vor allem am Eindruck, den man bei den Besuchern hinterlässt, wie Fritz Plüss ausführt: «Oft erinnern sich die Leute noch Jahre danach an die Messe und an uns, wenn sie an unserer dauerhaften Verkaufsausstellung vorbeifahren.» Nachhaltigkeit ist also nicht nur dann ein Thema der Eigenheim, wenns um Minergie und Haustechnik geht. Gerade im Zuge von Fördergeldern des nationalen Gebäudeprogramms erhält das Energiesparen heuer einen besonderen Stellenwert.

Ebenfalls nachhaltige Effekte erhoffen sich Peter und Anita Stampfli aus Grenchen. Sie feiern 2011 als Anbieter von Wasseraufbereitungsanlagen hier ihre Premiere: «Ich hatte bei bisherigen Besuchen beobachtet, dass die Leute hier weniger an den Ständen vorbeilaufen wie sonst an Ausstellungen, sondern an den Ständen verweilen. Entsprechend erwartet Peter Stampfli auch nicht, mit grossem Umsatz nach Hause zu kehren: «Das folgt eher im Nachgang.»

Für Hansruedi Ryser, Abteilungsleiter bei der Strausak Holzbau aus Biberist, ist auch das Miteinander unter den Anbietern wichtig: «Es bringt nichts, wenn alle gegeneinander arbeiten und jeder das Rad neu erfindet.» Die Eigenheim wird so auch zum Ausgangspunkt für Wissensaustausch und Netzwerke. Dies sieht auch Heinrich Bonino von der Schweizerische Vereinigung für Sonnenenergie SSES so. Kurz nachdem der SSES-Stand hergerichtet ist, taucht er ins Getümmel ab und sucht das Gespräch, um die ökonomischen und ökologischen Vorzüge der Sonnenenergie zu bewerben.

Blick auf Strategien der Stadt

Als Kontrapunkt zum Eigenheim referierte Eröffnungsrednerin Christiane Ern über die Herausforderungen, denen sie als Chefin für Hochbau und Energie der Stadt Solothurn gegenübersteht – konkret im Zusammenhang mit Nachhaltigkeit und dem baukulturellen Erbe der Barockstadt. So sprach sie den Spagat an, der zwischen dem Umweltschutz und dem Bestandschutz zu machen ist: Im vielseitigen Portfolio der Stadt mit rund 90 Immobilien sei eine nachhaltige Bewirtschaftung nötig.

Bei der Vielfalt an Bauweisen und Nutzungen brauche es Grundlagen für eine Planung: über den Zustand, den Investitionsbedarf, den Charakter und den Schutzbedarf eine Gebäudestruktur. Gerade mit dem Masterplan Energie habe man in der Stadt endlich ein behördenverbindliches Regelwerk: «Nicht zuletzt nehmen wir mit der Gemeindeinfrastruktur auch eine Vorbildfunktion wahr», erläuterte Ern.