HESO-Sonderschau

Das «Medical Valley» steht im Heso-Rampenlicht

In diesem Jahr steht die Medizinaltechnik am Jurasüdfuss im Fokus der Heso. 15 Aussteller aus der Regionen präsentieren sich und ihre Arbeit an der HESO-Sonderschau.

Sie wirken unscheinbar, die Schrauben und andere Teile, die in Vitrinen in der Halle 9 der HESO zu sehen sind. Doch was das Auge zunächst nicht sieht: Dahinter steckt eine Wissenschaft. Denn die Exponate sind für den menschlichen Körper gedacht, müssen tagtäglich mechanischen Belastungen standhalten und vor allem körperverträglich sein. Keinesfalls Banalitäten also, sondern technisch ausgereifte Hilfsmittel, die den Unterschied zwischen einem beschwerdevollen und einem beschwerdefreien Leben ausmachen. Vor allem aber sind es Errungenschaften, in denen immer auch ein bisschen Region steckt.

Ein Pförtner namens «Implanti»

Dementsprechend präsentiert sich das «Medical Valley» am Jurasüdfuss 2011 unter dem Motto «Medtech – Hightech» in seiner ganzen Vielfalt, vertreten durch 15 Aussteller aus der Region und darüber hinaus. Bereits das Skelett «Implanti» – quasi Maskottchen der Sonderschau – demonstriert am eigenen «Leib», wo überall regionale Produkte zum Einsatz kommen. «Wir wollen aufzeigen, welche wichtige Rolle die Technik im Gesundheitsbereich einnimmt», erklärt Roland A. Simonet, von der Solothurner Handelskammer, der als Projektleiter für die Sonderschau verantwortlich zeichnet.

Einerseits gehe es um die Wiederherstellung der Körperfunktionen nach einem Unfall, andererseits um die Verbesserung der Lebensqualität beispielsweise durch Hüftprothesen oder Zahnimplantate. Schräubchen mit einem Durchmesser von 0,3 Millimetern booten die mikroskopischen Rekorde der Uhrenindustrie aus, Gleichzeitig erinnern sie damit aber auch an die Präzisionsbranche, aus der die Medizinaltechnik hervorgegangen war.

Doch die Vielfalt von «Medtech» hört nicht beim medizinischen «Ersatzteillager» auf. Untrennbar gehören auch Operationsapparaturen dazu, um die entsprechenden Implantate zu platzieren. Darüber hinaus präsentieren die Aussteller die wichtigen Aufgaben, die sie ansonsten übernehmen: in Sachen Décolletage, Montage, Beschichtung, Härten oder in anderen Bereichen.

Imageschub für mehr Arbeitskraft

Wichtige Bestandteile der Sonderschau bilden auch die Aspekte Forschung/Entwicklung, darunter auch das Forschungsinstitut RMS Foundation, sowie die Lehre. So präsentiert sich die Fachhochschule Nordwestschweiz mit ihren für die Medizinalbranche bedeutsamen Studiengängen. Doch auch die anderen Aussteller lenken ihr Augenmerk auf mögliches künftiges Humankapital und thematisieren den bestehenden Fachkräftebedarf. Entsprechend sind sie mit Lehrlingsbeauftragten und Auszubildenden selbst präsent.

«Die Branche kämpft um Anerkennung als interessanter Arbeitgeber», betont Simonet: «Es ist zuweilen Arbeit, bei der man stehen muss und auch dreckig wird. Zudem sind einem nicht die Karriereaussichten eines Bankers oder Juristen beschieden.» Für viele Berufsprofile sei auch mindestens die Bezirksschulstufe erwünscht. Auch würden geburtenstarke Jahrgänge, die demnächst in Pension gehen, unzureichend durch «Nachschub» kompensiert: «Wir sprechen von ca. 150 Arbeitskräften, die der Branche in der Region jährlich fehlen.»

Einen besonders aufschlussreichen Blickfang bilden vor der Halle 9 die aufgeschichteten Trümmerelemente, wo sich die Schweizer Armee mit dem Lehrverband Genie/Rettung mit ihren Gerätschaften präsentiert. Ebenso stellt in der Halle selbst der Rettungsdienst des Bürgerspitals seine modernste Technik zur Schau, die bei medizinischen Soforthilfemassnahmen an Ort und Stelle zum Einsatz kommt, um den Patienten zu stabilisieren.

Nicht alle Player mit dabei

Als grosser Aussteller ist auch die Mathys AG mit von der Partie. Doch von den 100 Firmen, die am Jurasüdfuss in diesem Bereich tätig sind, fehlen an der Ausstellung zwei grössere Player: Stryker und Synthes. «Die beiden Unternehmen markieren eher an Fachmessen oder Ärztekongressen Präsenz. Vielleicht sind sie regional zu wenig verankert und schätzen die Zweckmässigkeit eines Stands an der HESO deshalb anders ein», mutmasst Simonet. Dieser Mangel dürfte dem aufschlussreichen Gesamteindruck, den die Sonderschau und ihre Rahmenveranstaltungen vermitteln, aber nicht abträglich sein.

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