Solothurn
Das Märetfescht gibts für einmal ohne Talentshow

Am Märetfescht 2016 gibts 185 Stände, 21 Stadtrestaurants beteiligen sich. Mit dem Achtelfinal der Schweizer am Samstag um 15 Uhr hat sich der Entscheid, auf die Talentshow zu verzichten, als richtig herausgestellt.

Wolfgang Wagmann
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Bei solchem Wetter geht auf dem Klosterplatz jeweils die Post ab.

Bei solchem Wetter geht auf dem Klosterplatz jeweils die Post ab.

Hanspeter Bärtschi

«Ich habe es noch nie erlebt, dass es am Märetfescht zwei Tage lang geregnet hat. Immerhin bin ich schon zehn Jahre in Solothurn.» Und zum dritten Mal OK-Chef des grössten Stadtsolothurner Fests. So hofft Chris van den Broeke, dass auch diesmal am Freitag und Samstag alles gut gehen wird. «Und am Sonntag haben wir ja noch den Gospelgottesdienst der Landes- und Freikirchen um 11 Uhr auf dem Märetplatz.»

Die Wetterprognosen scheinen seinen Optimismus nur bedingt zu stützen – es wird gewittrig aufs Wochenende. Ein anderes Problem für den Geschäftsführer des Zunfthauses zu Wirthen ist der aktuelle Umbau des Hotels Krone. «Dadurch gehen uns 15 Stände verloren», meint er angesichts der auch am Märetfescht auf dem Kronenplatz bleibenden Bau-Abschrankungen.

Man habe versucht, den Platz zwischen St. Ursen und der Post oben am Kronenstutz zu optimieren, «doch fünf auswärtigen Stand-Interessenten mussten wir dennoch absagen.» Immerhin: Auch heuer kann van den Broeke itotal 185 Stände und 21 Stadtrestaurants vorweisen, die sich am grossen Fest beteiligen.

Wer wo was macht

Ansonsten ändert sich am Grobraster des Festrayons wenig: Im seit dem Vorjahr wieder verfügbaren Kollegiumshof tummeln sich alte Bekannte wie die Risottorührer und Guggeschränzer, auf dem Klosterplatz, wo wieder Schülerkonzerte stattfinden, betreut zum zweiten Mal der FC Subingen die Brunnenbar fürs junge Publikum. «Sie haben das im Vorjahr hervorragend gemacht», lobt der OK-Chef die Fussballer.

In der Haupt- und Gurzelngasse sowie am Friedhofplatz reihen sich neben Verkaufsständen die beliebten Beizli der Stadtvereine ein. «Mitglieder der Stadt- und Gewerbevereinigung erhalten wie immer Standvergünstigungen.» Leider werde dies von etlichen Geschäften primär bloss genutzt, damit ihre Eingänge nicht von fremden Marktfahrern zugestellt werden. «Und nur ein Kleiderständer vor dem Laden ist eigentlich nicht in unserem Sinn», findet van den Broeke solche Aktionen wenig förderlich für einen attraktiven Aussteller-Mix.

Musik am Märetfescht

Auf der Radio-32-Bühne am Märetplatz spielt am Freitag, 24. Juni, von 18 bis 19 Uhr die Formation Jill Folk Pop. Von 20 bis 21 Uhr warten dann die «B-Shakers» mit Rockabilly auf. Den ersten Festabend beschliessen von 22 bis 23.45 Uhr die «Basement Saints» mit Bluesrock. Am Samstag eröffnen zwischen 18 und 19 Uhr «The 2 of US» mit Folk/Country das Abendprogramm, ehe dann von 20 bis 21 Uhr die Band Changed rockt. Zum Finale erwartet den Märetplatz zuletzt zwischen 22.15 und 24 Uhr «The James Brown Tribute Show». Für Party auf dem Klosterplatz sorgen am Freitag und Samstag jeweils ab 21 Uhr «All in one» mit 90er-, 2000er- und aktuellen Charts. (mok)

Mehr dazu bei tragen die beliebten Brocante-Stände mit ihrem reichlichen Angebot an Antiquitäten und Nippes in der östlichen Hauptgasse, an der angedockt auf dem Zeughauplatz auch wieder die Landes- und Freikirchen für das Kinderfest besorgt sind. Ebenfalls etabliert hat sich der Verein Insieme mit seiner Festwirtschaft im Kollegiumshöfli an der Goldgasse. «Der Verein wird nun zum letzten Mal durch uns unterstützt, ab nächstem Jahr muss er sein Angebot selbst tragen», verweist der OK-Chef darauf, dass das Märetfescht-OK selbst Insieme vor zwei Jahren an die Goldgasse geholt hat. Musikalischer «Hotspot» ist und bleibt dagegen der Märetplatz, wo am Freitag und Samstag wieder ein bunter Mix von Bands auftritt (vgl. Kasten).

Keine Talent-Show

Auch im Hinblick auf die Fussball-EM – der Achtelfinal mit der Schweiz am Samstag um 15 Uhr ist nun Tatsache – hat Radio 32 dieses Jahr auf die Talentshow am Märetplatz (die frühere Mini-Playbackshow) verzichtet. Für van den Broeke ein richtiger Entscheid: «Es wurde befürchtet, dass im Fall eines Schweizer EM-Spiels das Publikum ausgeblieben wäre.»

Ansonsten hat das OK wegen der EM nicht speziell aufgerüstet, auch in Sachen Sicherheit nicht. Bleiben wird das System der Mehrwegbecher und der Bändeli für 16- bis 18-Jährige und Ältere, damit beim Beizen- und Barpersonal Klarheit über den Alkoholausschank im Sinn des Jugendschutzes herrscht. «Allerdings haben wir die Abgabe-Crew für die Bändeli ausgewechselt», muss van den Broeke einräumen, dass im Vorjahr offenbar auch Bändeli an zu junge Festbesucher abgegeben worden waren.

Ebenfalls verschärft hat das OK das Verkehrsregime: Erst um 2 Uhr nachts nach Festschluss darf ins Festrayon gefahren werden, um Waren und Standmaterial abzutransportieren. Nicht gerüttelt wird dagegen an einem anderen, bewährten Konzept: Ein Team der Landes- und Freikirchen kümmert sich wie gewohnt um das, was das Märetfescht seit je her in rauen Mengen produziert: Abfall.