Das Thema war in den vergangenen Jahren Dauerbrenner der Stadt- und Gewerbevereinigung (SGSo) - an der diesjährigen Versammlung war es nicht anders: SO.Gutscheine, mit denen die Geschäfte seit Jahrzehnten ein Vermarktungsinstrument auf ihrer Seite haben: Nur haben die Gutscheine über Jahre zu einem «finanziellen Ungleichgewicht» geführt, wie SGSo-Vizepräsident Markus Boss ausführte. Er leitete die Versammlung, da Präsident Christoph Rölli krankheitshalber ausfiel.

Die Krux mit den Gutscheinen: Man ging grosszügig davon aus, dass bis zu vier Prozent aller Kunden ihre Gutscheine nicht einlösen würden. Geld, mit dem jahrelang die Verwaltungskosten, der Spezialdruck für die kopiersicheren Gutscheine sowie andere SGSo-Aktivitäten finanziert wurden.

Wie Boss mitteilt, sei nach der Änderung der Verbuchungsregeln 2010 klar geworden, dass die Annahme über nicht eingelöste Gutscheine nicht stimmt. «Man schätzt heute, dass maximal ein halbes Prozent nicht eingelöst werden.

Dadurch entstand eine Unterdeckung in der Gutscheinbilanz von rund 800 000 Franken.» Trotz des Fehlbetrages hält man an den Gutscheinen fest: «Gross Geld verdienen war nie der Zweck, aber als Marketinginstrument sollen sie weiter gefördert werden.»

Getilgtes Minus und Reingewinn

Nachdem in den Vorjahren bereits ein Teil des Mankos beseitigt worden ist, konnte die restliche Unterdeckung mit der Rechnung 2013 ausgeglichen werden. 2010 wurde die Gefahr erkannt, jetzt gebannt.

«Nach Prüfung mehrerer Varianten habe man die sinnvollste Umsetzung gefunden», so Boss. Als Mehrheitsaktionärin der Rythalle AG hat die SGSo den Verkehrswert der Rythalle-Aktien schätzen lassen.

Analyse der Treuhänder: Die Aktien können vom Buchwert von knapp 300 Franken auf mindestens 700 Franken aufgewertet werden, was einer Wertzunahme für die SGSo von 490 000 Franken entspricht. Damit wird nicht nur das Gutschein-«Loch» gestopft. Somit konnte Boss einen Reingewinn von 97 000 Franken verkünden.

Die nun entspannte Situation ermöglichte es den Stimmberechtigten auch, dem Vorstand ein Sitzungsgeld von total 10 000 Franken zuzugestehen. Überdies wurde der Vorstand für die nächsten vier Jahre wiedergewählt.

Sein Amt abgeben wird Ende September Geschäftsführer Willy Reinmann. Noch bis April läuft die Bewerbungsphase für seine Nachfolge. Kürzertreten wird auch «Wiehnachtsreis»-Pfarrer Urs Dummermuth, der anlässlich der Versammlung den Baloise-Bank-Anerkennungspreis für das jährliche Adventsereignis entgegen nehmen durfte.

Verdankt wurde damit auch die abwesende Regisseurin Regula Buob. Dummermuths Nachfolge als Anlassorganisator tritt Richard Hürzeler an.

Mit Grussworten von Stadtpräsident Kurt Fluri und Marianne Meister, Präsidentin des Kantonal-Solothurnischen Gewerbeverbands, endete die Versammlung im Alten Spital. Während Fluri die gegenwärtigen Grossprojekte Fusion, «Weitblick» und Wasserstadt thematisierte, griff Meister die Zusammenarbeit der kantonalen und städtischen Interessenvertretungen auf und plädierte für die Stärkung der unternehmerischen Freiheit: weniger Bürokratie, tiefere Steuern, schlankere Gesetze. Insbesondere legte sie den Finger auf die «unsinnige Mindestlohn-Initiative».