Solothurn
Das leere Hotel im Herzen der Solothurner Altstadt

Seit anfangs Oktober ist das Hotel Krone in Solothurn leer geräumt. Jetzt hat die Besitzerfamilie Dörfler das Haus bereits abgegeben - früher als geplant. Der Eröffnungstermin nach dem Umbau ist noch nicht gesichert.

Wolfgang Wagmann
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St. Ursen, wie man sie nur von der Krone aus sieht.
14 Bilder
Was denkt sie wohl im leeren Bad
Wo ist die Küchenbrigade geblieben
Traurig präsentiert sich das tradtionsbeladene leistzimmer
In den Korridoren herrscht kein leben mehr
Ein Zimmer wartet auf seine neue Bestimmung
Noch ist für den Empfang im Grillroom der rote Teppich ausgebreitet
Die Reception ist verwaist
Eine letzte Erinnerung an die guten alten Zeiten im Hotellift
Besonders atraktiv waren die stadtseitigen Zimmer
Der leere Saal, in dem so manches Bankett stattgefunden hat
Auch die Schränke in den Personalzimmern sind geleert
Die Küche La Couronne
Das Hotel Krone in Solothurn ist ausgeräumt

St. Ursen, wie man sie nur von der Krone aus sieht.

Wolfgang Wagmann

Zuletzt hatte sie gar nachts noch die Reception betreut, ehe überraschend der 9-Mio.-Deal mit dem Kanton und der Stadt Solothurn zustande gekommen war. Ende Juli schloss das Hotel Krone, nun, Mitte Oktober, hat Marie Thérèse Dörfler «ihr» Hotel bereits abgegeben, völlig leer, wie eigentlich erst auf den 31. Oktober vereinbart worden war. «Ich bin erleichtert, dass alles so glatt gegangen ist», wirkt die bald ehemalige Hotelbesitzerin in ihrer geräumten Wohnung doch sehr entspannt.

Entgegen kamen Marie-Thérèse und Gregory Dörfler jener chinesische Multimillionär, der fast den ganzen «Krone»-Inhalt en bloc aufkaufte und nach Schanghai verschiffen lassen will - um dort allenfalls sogar eine «Krone made in China» aufzubauen (wir berichteten).

Was ist im Keller eingemauert?
Entrümpelt und kahl erschliessen sich erst jetzt die gewaltigen Dimensionen und komplizierten Abwicklungen des riesigen Gebäudekomplexes. Geheimnisvoll wirken jedoch vor allem jene Räume, die wohl kaum ein Solothurner je von innen gesehen haben: Das Balken-, Dachluken- und Treppen-Labyrinth des endlos grossen Estrichs, dann aber auch die Katakomben des Weinkellers, der zu den besten «Krone»-Zeiten wohl ein Vermögen in Flaschenform geborgen hat. Neben dem geplättelten, völlig leeren Bierkeller - in ihm «müffelt» es unsäglich - deutet Marie-Thérèse Dörfler auf eine Mauer im gewölbten Kellergang: «Hier wurde rundum alles zugemauert. Wir wissen nicht, was dahinter steckt.» Dass ausgerechnet jetzt das Licht ausfällt, macht die Sache noch unheimlicher - die Noch-Hotelbesitzerin lacht. Bald sind solche Zwischenfälle nicht mehr ihr Bier.

Erste Einblicke für «die Neuen»
«Ja, die Übergabe erfolgte freundlicherweise schon vor Ende Oktober. Doch vertraglich ist das Haus mit Nutzen und Schaden erst ab 1. November im Besitz von Stadt und Kanton.» Für Conradin Stiffler, Projektleiter des mit dem Umbau befassten Immobilienfonds der Credit Suisse, kam die frühere Übergabe des Hotels dennoch gelegen - die Planer unter der Leitung des Solothurner Architekten Benedikt Graf wie die kantonale Denkmalpflege, angeführt von Denkmalpfleger Stefan Blank, konnten erste Abklärungen im leeren Haus treffen.

«Wir haben keinen Fixtermin für das Projekt», verweist Stiffler auch auf die Diskussion mit Stadt und Kanton als Besitzer zur künftigen Nutzung im Detail. Hotel und Restaurant soll die «Krone» zwar bleiben, aber der Eröffnungstermin 2014 ist ebenfalls noch nicht gesichert. «Es wäre schön, wenn es klappen würde."

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