Plus 30 Prozent
Das Kunstmuseum Solothurn war 2016 so beliebt wie nie zuvor

Im Jahr 2016 wollten sich dreissig Prozent mehr Publikum im Kunstmuseum Solothurn Kunst ansehen.

Fränzi Zwahlen-Saner
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Cuno Amiets «Violetter Hut» oder auch die Terrakotta-Köpfe von Hermann Haller in der Ausstellung «Liebes Fräulein Gertrud».

Cuno Amiets «Violetter Hut» oder auch die Terrakotta-Köpfe von Hermann Haller in der Ausstellung «Liebes Fräulein Gertrud».

Thomas Ulrich

Exakt 19'485 Besucherinnen und Besucher und damit deutlich über der Zahl des vergangenen Jahres konnte das Kunstmuseum Solothurn im Jahr 2016 verbuchen. Das entspricht einer satten Steigerung um 31 Prozent. So steht es im soeben erschienenen Jahresbericht des Hauses.

Als einen der Gründe nennt der Kurator des Museums, Christoph Vögele, die vielschichtige, schweizweite Medienarbeit über das Kunstmuseum. Die gesamte nationale Presse, Radio und Fernsehstationen weisen immer wieder mit Beiträgen auf die Ausstellungen in Solothurn hin. «Zudem war durch den Umbau im Jahr 2015 die Besucherzahl um einiges tiefer als andere Jahre», bekennt Vögele. Umso erfreulicher ist nun dieses Ergebnis für 2016.

Interessante Frauen ziehen

Die am besten besuchte Ausstellung im vergangenen Jahr war die grosse Retrospektive der international bekannten Künstlerin Ingeborg Lüscher mit fast 6000 Eintritten. Besonderes Echo fand darin ihre Installation «Bernsteinzimmer», die in wochenlangem Aufbau im Kunstmuseum aus 9000 gelben Seifenstücken entstand.

Ausstellung der Künstlerin Ingeborg Lüscher im Kunstmuseum
5 Bilder
Ausstellung von Ingeborg Lüscher
Ausstellung von Ingeborg Lüscher (3)
Ausstellung von Ingeborg Lüscher (2)
Ausstellung von Ingeborg Lüscher (4)

Ausstellung der Künstlerin Ingeborg Lüscher im Kunstmuseum

Hanspeter Bärtschi

Fast ebenso erfolgreich sei die Ausstellung «Liebes Fräulein Gertrud», über die bedeutende Solothurner Kunstsammlerin Gertrud Dübi-Müller (1888–1980) gewesen, sagt Vögele. Es seien eben auch immer wieder Ausstellungen, die in einem engeren Bezug zu Persönlichkeiten der Region stehen, die vermehrt vom Publikum wahrgenommen würden.

Erfreulich entwickelten sich neben dem regulären Ausstellungsprogramm auch die verschiedenen Publikumsformate wie «Kunst-Lunch», «Kunst von A-Z» oder der «Kinderclub». Im Berichtsjahr publizierte das Kunstmuseum fünf Kunstbücher. Als Meilenstein kann das Kinder- und Jugendsachbuch «Die Sammlungsschlange» von Kunstvermittlerin Regula Straumann bezeichnet werden, denn: «Das Buch ist zu einem wahren Schmuckstück unter den vielen schönen Büchern unseres Hauses geworden», weiss der Kurator.

Wichtige Schenkungen

2016 war auch in Hinsicht auf Schenkungen und Ankäufe von Kunstwerken ein sehr gutes Jahr. Zwar stehe die Zahl der Neuerwerbungen deutlich hinter derjenigen des Jahres 2015, «doch ist die Qualität umso hervorragender», bilanziert Vögele. Nach dem Tod des ehemaligen grosszügigen Leihgebers Alfred Benziger-Schild konnten mittels Abmachungen mit seinen Nachkommen einige Werke aus seinem Nachlass als Schenkung entgegengenommen werden.

Zurückgezogen wurden drei Werke von Meret Oppenheim, an deren Stelle aber das Legat der Skulptur «Femme mastoque» und die Zeichnung «Rue à Paris» von Alberto Giacometti neu hinzukamen. «Damit besitzt das Kunstmuseum Solothurn von diesem berühmten Bildhauer des 20. Jahrhunderts die ansehnliche Werkgruppe von zwei Skulpturen, zwei Gemälden und vier Zeichnungen sowie mehreren Lithografien.» Im Weiteren kam es zu Schenkungen von Arbeiten von Otto Lehmann, Ingeborg Lüscher, Christoph Rütimann und Jean Pfaff.

Das Kunstmuseum Solothurn war 2016 auch international tätig, nämlich mittels Leihgaben. Am weitesten reiste das Hodler-Bild «Valentin Godel auf dem Totenbett», welches vom März bis September 2016 im Metropolitan Museum of Art in New York zu sehen war. Weitere Bilder auf Reisen stammen von Sigismund Righini (nach Winterthur), Otto Modersohn (nach Worpswede), Cuno Amiet (nach Bern und Rovigo/I), Ben Vauthier, Max Liebermann (beide nach Paris) und Eva Aeppli (nach Genf).

Einer der Höhepunkte des vergangenen Jahres war die Einweihung des Kulturgüterschutzraumes. Der Umzug der Kunstgüter wird in den kommenden Monaten stattfinden. Vor dreissig Jahren wurde der Verein «Freunde des Kunstmuseums Solothurn», der heute 61 Mitglieder umfasst, gegründet. Anlässlich einer Jubiläumsfeier wurde der Ankauf von drei grossen Kunstwerken von Iris Hutegger bekannt gegeben.

undefined Die Besucher liessen sich die neuen Räume genau erklären.

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undefined Jetzt können die vielen wertvollen Kunstgegenstände sicher untergebracht werden. Kurt Fluri und Christoph Vögele sind sehr zufrieden.

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