Solothurn

Das Konzertlokal «Kofmehl» ist auch eine Spielwiese

Der Kulturbetrieb bietet mit Infrastruktur und Rahmenbedingungen Hand für Inhalte, die aus der Besucherschaft kommen.

Der Kulturbetrieb bietet mit Infrastruktur und Rahmenbedingungen Hand für Inhalte, die aus der Besucherschaft kommen.

Der Veranstaltungsherbst kommt langsam ins Rollen. Dabei ist die Kulturfabrik Kofmehl auch Plattform für Formate aus der breiten Masse.

Auch wenn sich Kulturbegeisterten der Region bereits mitten in der Kofmehl-Saison wähnen: Das Programm präsentiert sich wöchentlich stets von neuen Facetten: Es wächst. Muss es auch, denn schliesslich trägt die Crew in ihrer Planung der Kurzlebigkeit von Modeerscheinungen und Hitparaden-Rangierungen Rechnung. «Kaum sind die Trends gesetzt, schon sind sie wieder vorbei», bestätigt Betriebsleiter Pipo Kofmehl.

Und so sei die Programmierung in der Kulturfabrik im Vergleich zu früher eine «hochlogistische, komplexe Angelegenheit» geworden, die als rollenden Planung um drei Monate voraus bestritten wird. «Ab Januar ist noch ziemlich viel offen», sagt Kofmehl. Programmleiter Patrick Juchli ergänzt: «Mitte Oktober bis Mitte Dezember herrscht Hochsaison. Die Zeitspanne gehört mit März bis April zur intensivsten Zeit in der Saison.»

National und international

Klar ist: Es steht ein abwechslungsreicher Veranstaltungsherbst bis -frühling bevor. Darunter befinden sich nationale Grössen: Am 20. Oktober heizen die Rocker von «Redeem» ein, Philipp Fankhauser feiert sein 30. Bühnenjubiläum in Solothurn am 28. Oktober, Mit «Yokko» sind ebenso rockige Senkrechtstarter mit von der Partie (1. Dezember). Ein dreifach ausverkaufter Trauffer schliesst an, gefolgt von «Open Season» (8. Dezember), dem Fribourger Original Gustav (13. Januar), «Stiller Has» (7. April) und Ritschi (20. April). Bands mit internationalen Renommée beehren die Kulturfabrik ebenso: Am 1. Oktober kommt die grösste Rockbands Südafrikas – «The Parlotones» – nach Solothurn. Die deutschen Folkrocker von «Schandmaul» schauen am 15. Oktober vorbei, und Irish Folk servieren am 22. Oktober zum wiederholte Male «The Dublin Legends».

Später treten die schrillen deutschen Chansonniere von «Element of Crime» (19. November) auf, während Glenn Hughes & «Living Colour» am 25. November abrocken und Kool Savas rappend (22. Januar) die Bühne erobert. Mit den australischen «Janoskians» (23. Oktober) und den US-Schwestern «The Cimorellis» (28. November) werden übrigens zwei Bands nach Solothurn kommen, die auf Youtube gross geworden sind und jüngere Besucher ansprechen dürften.

Auch an der Wortkunst wird nicht gegeizt. Nach der ausverkauften Hazel Brugger folgt ein Poetry Slam (29. September), dann die Swiss Comedy Tour (8. November) und Pedro Lenz (9. März).

Die Spielwiese Kofmehl

«Die Vielfalt im Programm ist wichtig», fasst Pipo Kofmehl zusammen. Während sich die Konzerte über die ganze Woche verteilen, werden bei der Programmierung die Partys jeweils fürs Wochenende programmiert. «Wir können am Dienstagabend ein Konzert ansetzen und auch auslasten, was bei Partys natürlich nicht geht», so Kofmehl weiter. Viele Formate, die im Rostwürfel angeboten werden, sind überdies nicht von der Kofmehl-Mannschaft selbst initiiert: Dazu zählen unter anderem die Rollenspiel-Abende «Dice Night» (eines der ältesten Formate) die Kleinkunsttage, der Dienstags-Jam, «blueMonday», «Elevenball», «ForEverYoung» (Ü40) oder mit zwei durchgeführten Anlässen das jüngste Format «Thirty» (Ü30). «Es gibt viele Menschen, die neue Ideen einbringen», sagt Kofmehl. Damit wird der Kulturbetrieb auch zur grossen «Spielwiese», auf der sich Initianten diverser Event- und Kulturformate tummeln.

Der Betrieb bietet so mit Infrastruktur und Rahmenbedingungen Hand für Inhalte, die aus der Besucherschaft kommen. «So generieren wir Vielfalt und schaffen eine Bindung», erklärt Kofmehl. Auch Anlässe des Besucherkomitees «Du bist Kofmehl» zeugen davon.

«Bedürfnisse kommen und gehen», sagt Pipo Kofmehl und meint damit sowohl die gewünschten Fluktuationen in der Kofmehl-Crew, als auch die Dynamik generell. Und: «Neue Technologien werden bei uns schnell aufgenommen.» So erstaunt es nicht, dass die Kulturfabrik mit «Twint» neu auch die bargeldlose Zahlungsmethode eingeführt hat, die es ermöglicht, via Smartphone den Eintritt und das Getränk zu bezahlen. «Dies entspricht unserem jungen, internetaffinen Publikum, ebenso wie der technikaffinen Kofmehl-Crew.»

Verschleisserscheinungen...

Erneuerung ist für die nächste Sommerpause auch in Sachen Infrastruktur angesagt: «Langsam machen sich die intensive Nutzung und das Alter bemerkbar», sagt Kofmehl und deutet unter anderem auf eine «verrockte» Bühne und – was im Gegensatz zur Aussenhülle im Innern wenig erwünscht ist – auf Türen an, die langsam aber sicher Rost ansetzen.

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