Mädchenchor
«Das Konzert soll zum Träumen und Schwärmen anregen»

In ihrem neuen Programm widmet sich der Solothurner Mädchenchor einer Vielfalt an Abendliedern.

Andreas Kaufmann
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Der Mädchenchor probt für das Serenaden-Konzert unter der Leitung von Lea Pfister-Scherer.

Der Mädchenchor probt für das Serenaden-Konzert unter der Leitung von Lea Pfister-Scherer.

Thomas Ulrich

Immer noch klingt das aussergewöhnliche Konzert des Solothurner Mädchenchors auf dem Borregaard-Gelände von 2017 nach. Mit dem Vivaldi-Konzert «Recycling Gloria», unterstützt von einem Orchester und gespickt mit einer Choreografie, stiess die Formation auf Anklang.

«Nun geht es zurück zu den Wurzeln», kündigt Chorleiterin Lea Pfister-Scherer aktuell an. Will heissen: Das nächste Konzert widmet sich wieder der reinen A-Cappella-Literatur – «unsere eigentliche Haupttätigkeit.» Unter dem Titel «Serenade» wird der rund 40-köpfige Favoritchor am Freitag in Schönenwerd und am Samstag in Solothurn Melodien präsentieren, die sinnliche Abendstimmung heraufbeschwören und die Zeit der Dämmerung thematisch aufgreifen.

Der Bogen wird von neu arrangierten Stücken des Barock und der Klassik, über Gospel bis hin zu Jazz und Neuer Musik geschlagen. Das vier- bis achtstimmige und mehrsprachige Repertoire kommt sanft bis kraftvoll und heiter bis melancholisch daher und enthält Sphärisches, Spirituelles und Traditionelles.

Vielfältiges Repertoire

Die Werke resp. ihre Neubearbeitungen stammen aus den letzten 100 Jahren. «Sie sind nicht so alt, ebenso wie die Geschichte der Oberstimmenliteratur jüngeren Datums ist», so Pfister. Joseph Rheinbergers «Abendlied» beispielsweise ist zwar älter als 100 Jahre, wurde aber von Pfister selbst neu bearbeitet.

Mit der Vielfalt soll auch ein breites Publikum angesprochen werden – und: «Das Programm soll zum Träumen und Schwärmen anregen.» Weniger durch choreografische Elemente, dafür aber durch den Wechsel der Aufstellung sollen unterschiedliche Klangerlebnisse entstehen.

Übrigens bleiben derweil auch die Nachwuchschöre nicht untätig: Am Samstag, 16. Juni um 19 Uhr werden sie ihr Programm «Mazel tov!» im Alten Spital mit jiddischer und anderweitiger Liedliteratur erneut zum Besten geben.

Nachwuchsprobleme? Keine

In Kürze stehen beim Mädchenchor auch grössere Reisepläne an. Ab Ende Juli verweilen die Choristinnen im estnischen Tallinn, wo ein grosses Chorfestival mit Workshops und Konzerten (unter anderem des Mädchenchors selbst) stattfindet. Pfister weiss, welchen Stellenwert der mittlerweile 18-jährige Chor bei vielen Sängerinnen einnimmt: «Es ist ein intensives Hobby, und für die meisten die hauptsächliche Freizeitgestaltung.» Zwei Mal wöchentlich wird geprobt, hinzu kommen Lektionen in Stimmbildung.

Dass der Favoritchor der 13- bis 20-Jährigen in den vergangenen Jahren anwuchs, sieht Pfister als Konsequenz dieser Bemühungen. Von Nachwuchsproblemen keine Spur, dafür das «Luxusproblem» zu kleiner Proberäume. «Singen ist halt einfach ‹in›.» Über Kantonsgrenzen hinaus lockt die Formation Sangesfreudige an.

«Wir sind eine grosse Musikschule mit 70 Musikschülerinnen geworden», sagt Pfister. Getragen wird der als Verein organisierte Chor durch Gönnerbeiträge von Verwandten und Freunden, weiter durch Stiftungen, Fonds und die reformierte Kirchgemeinde.

Konzerte Fr, 8. Juni, 20 Uhr Stiftskirche Schönenwerd. Sa, 9. Juni, 20 Uhr, Franziskanerkirche Solothurn. Eintritt frei, Kollekte.