Buchvernissage

Das klingende Erbe von Theodor Diener

Komponist Theodor Diener

Komponist Theodor Diener

Theodor Dieners Werkverzeichnis wurde in der Zentralbibliothek Solothurn vorgestellt. Zwischen den Wortbeiträgen erklangen ausgewählte Stücke des Komponisten. Das Publikum war begeistert.

Kürzlich konnte die Zentralbibliothek an einer gut besuchten Vernissage die neueste Publikation aus ihrer Reihe «Veröffentlichungen der Zentralbibliothek Solothurn» präsentieren: Das Werkverzeichnis des Balsthaler Komponisten Theodor Diener, dessen Nachlass sich seit 2004 in der Zentralbibliothek befindet.

Diener, der von 1908 bis 1983 lebte, stammte aus Ebnat-Kappel, war Musiklehrer, Dirigent, Organist und Komponist in Balsthal. Nach Absolvierung des Lehrerseminars Solothurn studierte er am Konservatorium Zürich Theorie und Komposition bei Paul Müller und Volkmar Andreae. Sein Plan, Theaterkapellmeister zu werden, liess sich aus familiären und zeitbedingten Gründen aber nicht realisieren.

Er suchte und fand 1939 seine Lebensstellung in Balsthal, wo er als Lehrer und als Leiter der Musikgesellschaft, des Männer- und Frauenchors, des reformierten Kirchenchors und als Organist an der reformierten Kirche prägend wirkte. Theodor Diener hat Festspielmusiken, Chöre, Sololieder, Kantaten, Orchester- und Blasmusik, Kammermusik und Orgelwerke komponiert. Daneben entstanden Werke für den «all-sonntäglichen» Gebrauch des Kirchenchors.

Der Nachlass von Theodor Diener wurde von seinem Sohn Ueli Diener vorgeordnet und im Jahre 2004 schliesslich im Namen der Familienstiftung Theodor Diener der Zentralbibliothek Solothurn übergeben.

Mit Herzblut verrichtet

Das nun entstandene Buch führt Dieners Werke nach Gattungen geordnet auf und ergänzt sie mit minuziösen Angaben unter anderem über Besetzung, Umfang, Entstehung und Erstaufführung. Aufwendige, teilweise kunstvoll arrangierte Notenbeispiele für alle Satzanfänge geben dem Verzeichnis zusätzlichen Wert für Musiker, die auf der Suche nach passenden Stücken sind.

Regierungsrat Remo Ankli würdigte anlässlich der Buchvernissage den Einsatz aller am Projekt Beteiligten, insbesondere die «mit Herzblut verrichtete Arbeit» von Hans-Rudolf Binz, aber auch den Typografen Neil Holt und den Drucker Bruno Heiniger. Der Verfasser, von 1997 bis 2013 Leiter der historischen Musiksammlung, beschrieb seine Vorgehensweise und gab einen Einblick in Dieners Nachlass, der handschriftliche Entwürfe, fertig ausgearbeitete Reinschriften und Kopien im Lichtpausverfahren, einer Vorform der Fotokopie, enthält.

Zwischen den Wortbeiträgen erklangen ausgewählte Stücke von Theodor Diener, aufgeführt von Bettina Sartorius, Violinistin der Berliner Philharmoniker, dem Pianisten Adalbert Roetschi und dem Tenor Martin Zysset. Die Interpretation von Theodor Dieners Musik mit dem charakteristischen Neben- und Ineinander von dissonanten Klängen und romantisch anmutenden Passagen wurde vom Publikum begeistert aufgenommen. (mgt)

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