Kommentar
Das junge Gesicht der BDP Stadt Solothurn

Am Dienstag ist die BDP Stadt Solothurn als zweite Ortspartei im Kanton Solothurn gegründet worden. Ein Kommentar.

Andreas Kaufmann
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Gründungsversammlung der BDP Stadt Solothurn

Gründungsversammlung der BDP Stadt Solothurn

Andreas Kaufmann

Ein Gegengewicht zu Tendenzen nach rechts darstellen» – so die erklärte Absicht des frischbackenen Präsidenten der ebenso frischbackenen BDP Stadt Solothurn. Ebenso der Einzug in den Gemeinderat. Wer eins zu eins zusammenzählt, merkt, an welchen Stühlen gerüttelt wird. Die SVP, vertreten durch zwei Sitze, muss sich festhalten. Und die CVP könnte sich auf neue Sitznachbarn vorbereiten, die ideell gerne näher rutschen.

Doch welche Chancen darf sich das junge Team rund um Präsident Chris van den Broeke ausrechnen? Hans Grunder als Mitgründer der BDP Schweiz und als Mut machender «Götti» der Solothurner Ortspartei schätzt, dass ca. fünf Prozent der Bevölkerung parteilich engagiert sind. Unter dem Strich bleibt eine stattliche potenzielle Zielgruppe noch unbekehrt. Und in Solothurn könnte man unter junger Parteispitze bei jüngeren Generationen punkten, auch weil sich die Orts-BDP die Ausgangskultur weit oben auf die Fahne schreibt.

Doch ganz so problemlos ist bei den 95 Prozent Parteilosen kein Blumentopf zu gewinnen. Auch wenn die BDP in Form neuer Orts- und Kantonalparteien Fuss fasst und nicht als Abspaltungen von der Volkspartei, wird sie mit einem Ideologieverdacht konfrontiert: nämlich alten SVP-Wein in gelb-schwarzen Schläuchen zu servieren. Gleichzeitig soll die Stadt laut BDP in bürgerlicher Hand bleiben. Nun heissts für das Team, das sich selbstständig ohne Initiative «von oben» geformt hat, Überzeugungsarbeit zu leisten – auf diesem schmalen Grat, den es nun beschreitet.