Die Liste ist lang und weist klingende Namen auf: Bäcker Ueli Trüssel, Metzgerei Bommer, Hutladen Nelly Mathys, Heiri Bijouterie, die Blumenläden Rubitschon und Rust. Dazu Neueinsteiger und Hoffnungsträger wie Damenschneider Emini oder die Gelateria Russissimo beidseits der Wengibrücke. Der schöne Vorstadtladen Manolito strich im Herbst die Segel nach einigen Jahren Kampf um Frequenz und Umsatz am Unteren Winkel.

Die noch nicht 60-jährige Geschäftsinhaberin hatte zuletzt über gesundheitliche Probleme geklagt. Trüssel, Heiri, Rubitschon hörten altershalber auf, André Bommer ebenfalls wegen der Gesundheit, die Grande Dame des Hutes, Nelly Mathys, weil ihr Geschäftslokal im «Krone»-Nebentrakt nach vier Einsprachen immer noch des Umbaus harrt. Emini und Russissimo war die Rechnung nicht aufgegangen, sie haderten mit dem Standort.

Doch damit nicht genug: 2013 schloss Daniela Jäggi wie angekündigt drei ihrer fünf Cristina’s-Boutiquen. Zuvor hatte sie dies mit der veritablen Krise in der Textilbranche begründet. Im «Perron 1» machten im Frühling Jack Wolfskin und der Schuhladen nebenan dicht. Es kam dafür, was stets halbwegs läuft: der Take-away-Anbieter Subway.

Schon im Januar war der Loeb-Nachfolger «Solout» an der Wengistrasse ausgezogen, gefolgt im April von der Post – seither wird vergeblich mit riesigen Werbebannern versucht, den «attraktiven Standort» wiederzubeleben. Was wohl eher an der Hauptgasse gelingen dürfte, wo nach dem Konkurs von Universal Sport das Ladenlokal des Umbaus harrt – und damit Solothurn über kein Sportfachgeschäft mehr verfügt.

Die neuen Dienstleister

Der «Spielhimmel» zog als letztes Geschäft am Landhausquai weg in die Theatergasse, die Barmeile entlang der Aare ist jetzt komplett. Confiseur Hofer und der Computerladen Neugear ersetzten an der Gurzelngasse die ehemalige Papeterie Schüpbach.

Neu drängen Dienstleister an gute Lagen: Die Raiffeisenbank eröffnete am 13. März ihren 13,5-Mio.-Neubau am Kronenplatz, am alten Standort südlich von St. Ursen die Post dann ihre Altstadtfiliale. Mutig die Eröffnung des Garni-Hotels Roter Ochsen im Januar an der Berntorstrasse oder der Start von Mode Küng am Stalden – trotz Beibehalten des Vorstadt-Standorts.

Die Kulturstadt Solothurn und ihre Grossbaustellen

Noch im Frühling befasste man sich mit Einsprachen und Nebengeräuschen zum Umbau des Stadttheaters – in der Kritik standen die Garderoben im ersten Stock sowie die Regiekabine im Zuschauerraum. Im Sommer begann der 20-Mio.-Umbau aber termingerecht. Das Theaterensemble verlegte seine Aktivitäten erst auf den Zeughausplatz, danach bezog es im Oktober das Langzeitprovisorium in der Reithalle, wo dagegen Events wie So-Cool (gar nicht mehr) oder das immer beliebtere Oktoberfest (neu in einem Zelt) nicht mehr stattfinden konnten.

Inzwischen machten sich im geräumten Stadttheater neben den ersten Handwerkern vor allem die Kantonsarchäologie breit, die auf interessante Funde aus dem Spätmittelalter stiessen. Die zuvor entdeckten barocken Brüstungsverschalungen der Tribüne wurden zuvor demontiert und mit der Restauration begonnen.

Kunstmuseum erhält mehr Platz

Noch nicht ganz den Status einer Baustelle erreichte der neue Kulturgüterschutzraum des Kunstmuseums, der eine sachgerechte Lagerung der umfangreichen Bestände und allenfalls neue Schenkungen (Amiet) ermöglichen soll. Der 6,7-Mio.-Kredit hatte schon im Vorfeld oppositionslos den Gemeinderat und die Gemeindeversammlung im Juni passiert – am 22. September gabs dann an der Urne über 70 Prozent Ja-Stimmen für das Grossprojekt. (ww)

«Politiker» für nur gerade 50 Tage

Ab 20. April war der auffällige Krauskopf, 24-jährig und Koch im Palais Besenval, plötzlich «öpper»: Jeffrey Murphy forderte den seit 20 Jahren amtierenden Stadtpräsidenten Kurt Fluri heraus. Ein von der FDP geplantes Podium im Vorfeld sagte der Jungspund nach etlichem Hin und Her ab, beschränkte seinen «Wahlkampf» auf eine zehnminütige Deklamation seiner recht schwammigen Ziele im «Volkshaus» vor rund drei Dutzend Fans.

Erhielt immerhin 854 Stimmen: Jeffrey Murphy.

Erhielt immerhin 854 Stimmen: Jeffrey Murphy.

Doch obwohl er die öffentliche Wahrnehmung eher mied als suchte, kam es im Showdown vom 9. Juni dennoch zu einem Achtungserfolg für Murphy: Er erhielt 854 Stimmen oder 21 Prozent, was natürlich gegen Kurt Fluri mit 2900 Stimmen nie ausreichte. Der Amtsinhaber zeigte sich über das Resultat des Nobodys nicht gerade sehr «amused». Doch nachhaltig auf die Stadtsolothurner Politik blieb die 50-Tage-«Präsenz» des Herausforderers nicht. Noch am Wahlsonntag schüttelte Jeffrey Murphy artig das Händchen des bleibenden Stadtpräsidenten und ward seither nicht mehr gesehen und gehört.

Gemeinderat bleibt bürgerlich

Erstarkt war zuvor die SP, die in den Gemeinderatswahlen vom 14. April mit neu einem Sitz mehr, also acht Mandaten, zweitstärkste Partei hinter der FDP (9 Sitze) blieb. Die Wahlverliererin war die CVP mit gleich zwei Sitzverlusten. Dennoch wurde sie am 9. Juni nicht von der SP attackiert und die bisherige CVP-Vizestadtpräsidentin Barbara Streit-Kofmehl deshalb souverän in ihrem Amt bestätigt.

Wahlgewinner war auch Claudio Hug, der für die Grünliberalen erstmals einen Sitz holte. Die Grünen blieben auf ihren fünf Sitzen genauso wie die SVP auf den bisherigen zwei. Somit ergab sich für die nächsten vier Jahre eine knappe bürgerliche Mehrheit - dagegen ein Patt bei den 15 Frauen und gleich viel Männern. (ww)

Die Ära Saudan ging zu Ende

Die Herbstmesse Solothurn gehörte auch 2013 zu den Jahreshöhepunkten neben Grossanlässen wie den Bike Days, dem Märet-Fescht oder der Fasnacht. Diesmal stand die HESO ab dem 20. September zehn Tage lang ganz im Zeichen des Olma-Besuchs des Gastkantons Solothurn und lockte deshalb mit Säulirennen und der Sonderschau Solma viele Besucher an.

Letztmals im Mittelpunkt stand OK-Präsident Roger Saudan, der seit 1996 der HESO vorgestanden war. Der ausgesprochene Networker hatte seine Beziehungen jeweils für die aufwendigen Sonderschauen, aber auch die Frühlingsmesse Socasa spielen lassen, die allerdings 2011 der auch im März 2013 erfolgreichen Eigenheimmesse hatte weichen müssen. (ww)

Zuerst Freude, dann Fatalismus

Im April konnte Finanzverwalter Reto Notter erneut ein besseres Rechnungsergebnis 2012 präsentieren als budgetiert: Es gab 2 Mio. Überschuss. Ernüchternd dann der miserable Finanzplan Anfang September und schon fatalistisch die Einschätzung des Gemeinderats zum Budget 2014 im November mit 3,8 Mio. Franken Aufwandüberschuss: Ein Massnahmenplan bringe nichts, allenfalls müsse man dann über Steuererhöhungen reden, so der Tenor. (ww)

Weniger Tempo, gleich viele Parkplätze

Tempo 30 beschäftigte die Gemüter nicht nur Mitte Dezember, als beschlossen wurde, im Fegetz-Hubelmatt-Quartier flächendeckend ein geringeres Tempo anzuschlagen. Böse Reaktionen gabs im Frühling auf die neuen 30-Zonen in der Weststadt wegen der eingebauten Berliner Kissen. Autofreundlicher zeigte sich der Gemeinderat am 13. August: Der Klosterplatz bleibt Parkplatz. (ww)

Abschied von Gianpiero Lupino

Am Pfingstsamstag, 18. Mai, verstarb Gianpiero Lupi. Der ehemalige Oberfeldarzt und Präsident der Stiftung Swisscor erlag im 71. Lebensjahr einem Krebsleiden. (ww)

Gianpero Lupino

Gianpero Lupino

Misstöne in der Vorstadt

In den ersten Monaten 2013 häufte sich die Kritik an der Drogenszene in der Vorstadt. Das damit in Verbindung gebrachte Asylzentrum in der Zivilschutzanlage Schöngrün wurde zwar Ende Mai geschlossen, aber wirkungsvoller waren rigorose Kontrollen der Kantonspolizei. Die Stadtpolizei kam sich «vorgeführt» vor und das Klima zwischen den Korps wurde dadurch nicht besser. (ww)

Von Rutz zu Raggenbass

Im Juni verabschiedete sich Stadtpfarrer Paul Rutz in die Pension. Im August trat Pater Niklas Raggenbass (Bild) sein Amt als neuer Seelsorger der Römisch-katholischen Kirchgemeinde Solothurn an. (ww)

Pater Niklas Raggenbass

Pater Niklas Raggenbass

Es geht um «Top five»

Nach dem «Ja» zum Fusionsvorvertrag machte sich auch Solothurn an die Arbeit - die erste Mitwirkungsveranstaltung zu den «Top Five» zusammen mit Derendingen, Zuchwil, Biberist und Luterbach stiess Ende Oktober in Solothurn auf eher mässiges Interesse. (ww)

Fusionsprojekt «Solothurn Top 5»: Die fünf Gemeindepräsidenten im Interview

Fusionsprojekt «Solothurn Top 5»: Die fünf Gemeindepräsidenten im Interview

Turnhalle und ein Bahnhof

Im März stimmt der Gemeinderat der geplanten Doppelturnhalle im Hermesbühl zu. Anfang Mai präsentiert die Stadt Umgestaltungspläne für die Vorstadt, wenige Tage später genehmigt der Regierungsrat die «Weitblick»-Planung in der Weststadt. Diese bleibt zwar vorderhand noch auf Papier - real wird aber die neue SBB-Haltestelle Allmend am 5. Dezember eingeweiht. (ww)