Wenn man mit Carmen Fraefel spricht, antwortet eine herzliche junge Frau mit sanfter Stimme und einem offenen Lachen. Jeder der Carmen trifft, hat das Gefühl, ihr jedes Geheimnis anvertrauen zu können und eine Verbündete gefunden zu haben, mit der man gleichzeitig auch Pferde stehlen kann. Eigenschaften, die ihr in ihrem neuen Job zugute kommen: Seit drei Wochen kümmert sich die 24-jährige Bernerin um die Jugendlichen der Stadt.

Soziokulturelle Animation

Fraefel war jahrelang als Gruppenleiterin in der Pfadi Falkenstein, in Köniz, aktiv. «Da bin ich manchmal an meine Grenzen gestossen», erzählt die junge Frau ihre Beweggründe, nach der KV-Lehre ein Studium an der Luzerner Hochschule für Soziale Arbeit aufzunehmen. «Als Pfadileiterin bist du für die Mädchen auch eine Freundin, der sie ihre Probleme anvertrauen», erzählt Fraefel. «Bei schwierigen Problemen hat das Fachwissen gefehlt», begründet sie ihre damalige Unsicherheit und den Entscheid sich in Soziokultureller Animation auszubilden.

Motiviert und zielstrebig arbeitet sich Carmen Fraefel jetzt in die verschiedenen Jugendprojekte ein. Ausserdem ist sie daran, ein Konzept im Rahmen des Hausfests vom Alten Spital anfangs September auf die Beine zu stellen. Ihre Herausforderung sieht sie darin, auf die Wünsche der Jugendlichen einzugehen und sie aktiv ins Programm einzuschliessen.

Jugendarbeit funktioniert nicht im Alleingang. «Vertrauen aufbauen ist wichtig», betont Fraefel. «Jugendliche sollen mit ihren Ideen und Wünschen auch auf mich zukommen.» Aus diesem Grund hat sie Schulbesuche geplant und stellt sich und ihre Arbeit dabei den Jugendlichen vor. Letzte Woche besuchte sie erstmals den Mädchentreff in der Weststadt und den Wochenendanlass «Feel the Move». Das sind die schönsten Arbeitstage für Carmen, «da ich direkt mit den Jugendlichen zusammenarbeite.»

Braucht Solothurn Jugendarbeit?

«Ja, natürlich», kommt die Antwort wie aus der Kanone geschossen und im Nachzug auch gleich die Begründung: «Für Jugendliche gibt es hier nur wenige Orte, an denen sie sich treffen und sinnvoll austoben können.» Das Alte Spital engagiert sich diesbezüglich sehr. Der nächste Anlass ist die Bubenwoche, welche bereits zum sechsten Mal durchgeführt wird. Natürlich wird dann auch Carmen Fraefel aktiv vor Ort sein und mit ihrem Lachen andere anstiften.