Themenabend
Das hält die SP-Stadtpartei vom Entwicklungskonzept für den «Weitblick»

Das Gebietsentwicklungskonzept «Weitblick» nimmt Formen an. Das ist der Grund für die städtische SP, ihm einen Themenabend zu widmen. Womit ist die Partei bis jetzt zufrieden - welche Punkte des Konzepts werden kritisiert?

Katharina Arni-Howald
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Das Entwicklungskonzept zum «Weitblick» nimmt Formen an. (Archiv)

Das Entwicklungskonzept zum «Weitblick» nimmt Formen an. (Archiv)

Hanspeter Bärtschi

«Die Stadt nimmt ihre Verantwortung bei der Gebietsentwicklung ‹Weitblick› wahr», lobte Fraktionspräsident Matthias Anderegg das Stadtbauamt in einem parteiinternen Themenabend. Die inhaltliche Tiefe, mit der das Projekt weiterentwickelt und begleitet werde, lasse die Hoffnung aufkommen, dass die eingeschlagene Stossrichtung richtig sei und aus vergangenen Fehlern gelernt wurde.

«Die Anforderungen und Ansprüche an die Raumplanung haben sich in den letzten Jahrzehnten massiv erhöht», erinnerte Anderegg, selbst Inhaber eines Architekturbüros, an die weit über die reine Planung hinausgehende Sensibilisierung, die in der breiten Öffentlichkeit stattgefunden habe.

Stagnation durchbrechen

Obwohl in der Stadtgeschichte immer wieder raumplanerische Entwicklungsschübe stattgefunden hätten, sei erstaunlicherweise die Einwohnerzahl nach 65 Jahren gleich geblieben, sprach Anderegg die Stagnation der Bevölkerung an. Das soll sich nun mit der Stadtentwicklung Obach, Mutten sowie Ober- und Unterhof ändern. «Die attraktive Lage und der geplante Nutzungsmix wird den ‹Weitblick› von anderen Projekten abheben», glaubt Anderegg.

Im Gemeinderat habe die SP-Fraktion vor allem die Verdichtung, die Erschliessung, den öffentlichen Raum, die Energieversorgung, das Baurecht und den Verkehr thematisiert. Was die Baudichte betrifft, ist diese nach SP-Meinung zu gering. In einem drei- bis viergeschossigen Gebäude sei es kaum möglich, im Erdgeschoss wie geplant eine gewerbliche oder öffentliche Nutzung zu realisieren.

Auf mehr Wohlwollen stiess der «wohl durchdachte» Erschliessungsplan, der eine sinnvolle Etappierung ermögliche. Bedauerlich aber sei, dass aus der heutigen, baulichen Situation keine Durchgängigkeit bis zur Aare möglich sei.

Was den Stadtpark «Segetzhain» im Norden betrifft, wünschte sich die SP bei der Debatte im Gemeinderat eine Realisierung in der ersten Bauetappe. «Nur so kann man dem Gesamtprojekt die nötige Glaubwürdigkeit verleihen», ist Anderegg überzeugt. Zudem wäre damit der erste Schritt der Anbindung an die Weststadt vollzogen. «Dieser Antrag wurde leider im Gemeinderat knapp abgelehnt», informierte der Fraktionspräsident die Parteigenossen.

Mehr Bus, wenig Autos

Nichts auszusetzen gab es bei der Energieversorgung. «Die Erschliessung bildet eine Planungssicherheit für zukünftige Investoren und erfüllt die Anforderungen der 2000-Watt-Gesellschaft», so Anderegg. Auf Zustimmung stösst auch der angedachte Anteil von 30 Prozent der Gesamtfläche im Baurecht. «Allerdings hätten wir diesen gerne noch höher gesehen», sprach Anderegg einen Wunsch aus, der je nach Nachfrage in Erfüllung gehen könnte.

Eine wichtige Rolle wird im «Weitblick» auch der Verkehr spielen. «Eine Anpassung des Busfahrplanes auf einen Viertelstundentakt erachten wir als absolutes Minimum» gab Anderegg zu bedenken. Zudem sollten es die geplanten Langsamverkehrsachsen ermöglichen, den motorisierten Individualverkehr so tief wie möglich zu halten.

Noch nicht entschieden ist der von der SP gewünschte Erhalt des Henzihofes, wie Gastreferentin Andrea Lenggenhager klarstellte. Die Leiterin Stadtbauamt erörterte das Projekt nochmals im Detail und rief dazu auf, bei dessen Umsetzung flexibel zu bleiben. Sie erinnerte insbesondere auch daran, dass nach der von 2015 bis 2023 dauernden ersten Etappe ein Drittel des Areals «Weitblick» realisiert sein werde.

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