Die Schülerinnen und Schüler im Zentrum für Kinder mit Sinnes- und Körperbeeinträchtigung (ZKSK) suchten in ihrem diesjährigen Weihnachtsspiel, die philosophische Frage «Was macht uns glücklich?» zu beantworten. Geschrieben und inszeniert hat ZKSK-Lehrerin Melanie Braun unter Mitarbeit von Rico Lodi das musikalisch unterlegte Theaterstück, das aufgelockert mit den von Patent Ochsner, Rabaux und der Gruppe Feschtbänkler komponierten Liedern reiz- und mussevoll wirkte.

Erzählt wird die Geschichte von Timmy. Der Heranwachsende mit dem Wuschelkopf hat an nichts so recht Freude, ein Gefühl, das bei vielen Jugendlichen in der Pubertät aufkommen kann. Alles Mögliche muss er erledigen, aber die Frage nach seinem persönlichen Glück bleibt ungeklärt. Mit «kalenderspruchartigen» Weisheiten wie «Glücklich ist nur, wer glücklich macht» , oder «Jeder ist seines Glückes Schmied» bombardiert ihn seine Familie. Im Schlaf entführt ihn ein von einer Tanzgruppe begleiteter Traum zu verschiedenen Schauplätzen, die auf positive und negative Weise seine Sicht auf Glück beeinflussen.

Da taucht tatsächlich ein mit rustikaler Schürze bekleideter Schmied auf, der voller Hingabe an seine Arbeit Glücksymbole schmiedet. Timmy gelangt in einen Wald, an dessen Rand er einen Hund und seinen Herrn beobachtet. Er stellt fest, wie glücklich sich der an seinen Besitzer kuschelnde Vierbeiner verhält, und wie unglücklich der Mensch neben ihm, weil er nur an kostspielige, kaum finanzierbare Vorhaben und Anschaffungen denkt.

Ein lebendiger Wald

Wie immer bei den alljährlichen Weihnachtsspielen legen die Lehrkräfte viel Wert auf die Ausstattung. Ein zauberhaftes Beispiel bietet der Wald- belebt mit Reh und weissem Einhorn-, in dem jeder, von Kindern bewegte Baum ein vielfarbig dekoriertes Einzelstück darstellt. Gegen einen böse auftretenden Eindringling wissen sich die Bäume gemäss Devise «Wie es in den Wald hineinruft, so schallt es zurück» zur Wehr zu setzen. Danach überfällt Timmy im Traum ein wahrer Konsumterror. Alles – vom Handy bis zum iPad – kann er gratis mitnehmen. Aber gemäss Werbespruch «Nimm mit, was Dich glücklich macht», fühlt er sich überhaupt nicht besser. Seine Traum-Gedanken helfen ihm schliesslich, sich vom überflüssigen Ballast zu befreien und zu erkennen, dass sein persönliches Glück im Augenblick und im eigenen Bewusstsein liegt. Er wird wach in seinem Bett, hört Eltern und Geschwister rumoren, riecht das Weihnachtsgebäck, freut sich aufs Fest und fühlt sich einfach zufrieden und glücklich.

Auch ein musikalischer Genuss

Wie immer rundet das Schulorchester, in dem neben Lehrkräften auch Jugendliche beteiligt sind, den Eindruck des Bühnenspiels ab. Neben zarten, szenenweise überleitenden Melodien erklingen rassige wie etwa ein Tango oder groovige Rhythmen. Dass dieses Weihnachtsspiel alljährlich zum Hit in der Solothurner Festlandschaft wird, hängt auch mit der liebevollen Dekoration zusammen. Vom Schulgebäude-Eingang an leiteten in diesem Jahr die von der Schülerschaft hergestellten Glückssymbole das wie stets zahlenmässig grosse Publikum aus ZKSK-«Fans» zum Spielort Turnhalle.