Solothurn
Das Geschäftsjahr 2011 kann sich sehen lassen

Mehr Passagiere, ein positives Betriebsergebnis und vor allem die vorläufige Lösung des Pensionskassenproblems standen an der Generalversammlung des Busbetriebs Solothurn und Umgebung BSU im Vordergrund.

Wolfgang Wagmann
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Der BSU-Betrieb wird und wurde durch die Fernwärme-Baustellen in Solothurn erheblich behindert.

Der BSU-Betrieb wird und wurde durch die Fernwärme-Baustellen in Solothurn erheblich behindert.

WW

Eingangs äusserte sich VR-Präsident Ulrich Bucher skeptisch zu den Sparplänen der Regierung im «öV-Bereich», denn «der Kanton Solothurn ist keine Insel.» Kritisch auch seine Aussagen zum «Befinden an Bord» der BSU-Busse: «Nach 20 Uhr haben viele weibliche Fahrgäste ein mulmiges Gefühl.» Auch wenn wenig passiere, «das Gefühl, dass etwas passieren könnte», fahre ständig mit.

Schwarzfahren ein Dauerproblem

Nebst den Zwischenfällen sei auch das Schwarzfahren ein Dauerproblem, auch wenn BSU-Direktor Fabian Schmid im Geschäftsbericht betonte: «Die Schwarzfahrerquote ist mit 3,9 Prozent zurückgegangen» – immerhin seien letztes Jahr 80000 Fahrgäste kontrolliert worden. Dafür habe es 49 Betriebsstörungen und damit mehr als noch 2010 gegeben, «darunter fallen auch Stürze von Passagieren im Bus». Was wiederum Ulrich Bucher auf die allseits fehlende Rücksichtnahme gegenüber den älteren Busfahrenden zurückführte, die öfters zu Fall kämen, wenn sie im Bus stehen müssen.

Neue Dieselbusse und Garagenbau

Sorgenvoll gab sich Direktor Schmid, was den Weiterausbau des BSU-Netzes angesichts des Spardrucks bei der öffentlichen Hand anbelangt. Immerhin können in den nächsten zwei Jahren 16 neue Busse beschafft werden – nach einer internen Studie hinsichtlich Ökologie, aber auch Kosten «nochmals Dieselfahrzeuge». Ausgebaut wird die Garage Waldegg in Zuchwil (wir berichteten); so soll ein alter Wohnblock in BSU-Besitz neuen Angestellten-Parkplätzen weichen. Im Vordergrund stehen aber mehr Abstellplätze und Werkstattkapazität. «Weiterhin haben wir Schwachpunkte im Angebot», bedauerte Fabian Schmid die zu geringe Transportkapazität auf den Linien 2 und 3 sowie Lücken in Verdichtungskursen auf der Linie 5 zwischen Brühl und Subingen.

Besonders freute jedoch den Direktor, dass der BSU in der zum vierten Mal durchgeführten Umfrage zur Zufriedenheit mit dem öffentlichen Verkehr mit 77 Punkten einen oder gar den Top-Platz aller Unternehmen im Kanton erreicht hatte. «Ob wir allein oder ex aequo ganz vorne sind, wissen wir nicht, denn die Daten sind anonymisiert», kommentierte Schmid die 77 erreichten von 100 möglichen Punkten. Doch habe man noch Potenzial – speziell im Bereich Reklamationsbearbeitungen.

Einen flammenden Appell für den weiteren Ausbau des öffentlichen Verkehrs erliess zuletzt Johannes Friedli, gewesener Präsident der Regionalplanungsgruppe Solothurn und Umgebung RSU. Habe doch das 2009 lancierte Angebot «Mehr Bus» seit 2008 eine Steigerung von damals 5,5 auf 6,6 Mio. Fahrgäste im letzten Jahr, also von 25 Prozent gebracht.