Auch die Weststadt wird zur Tempo-30-Zone. Seit einigen Tagen werden unter Regie der Stadtpolizei zwischen Biel- und Brühlstrasse die entsprechenden Tafeln montiert. «Es wird Mitte Mai, bis wir fertig sind», sagt Christoph A. Wenk, Chef Technischer Dienst bei der Stadtpolizei. Bei der Behörde hat die Änderung des Verkehrsregimes zu einigen Anrufen geführt. «Viele Eltern haben nachgefragt», sagt Peter Fedeli, Kommandant der Stadtpolizei. Denn in der neuen Zone gibt es zahlreiche Schulwege.

Und auf diesen werden gemäss Tempo-30-Richtlinien die meisten Fussgängerstreifen entfernt. Betroffen sind die Steiner-Schule und die Schulhäuser Wildbach und Brühl sowie die Kindergärten Wildbach, Tannenweg und Birkenweg.

Viele Zebrastreifen verschwinden

Allerdings wirkt die Situation derzeit ein wenig dramatischer, als sie ist: Direkt vor dem Schulhaus Brühl wurde aus technischen Gründen ein Streifen entfernt, der dort wieder hinkommt. Erhalten bleiben die Fussgängerstreifen auch rund um die drei Kreisel in der neuen Tempo-30-Zone. «Eigentlich wären Kreisel in dieser Zone nicht vorgesehen», sagt Peter Fedeli. Wildbach-, Brühl- und Stadionkreisel bleiben jedoch erhalten, weil der Aufwand zu gross wäre, diese zu entfernen. Und auch der Fussgängerstreifen, der am nächsten beim Wildbachschulhaus liegt, bleibt - ebenso derjenige direkt vor dem Coop City West.

Rumpelkissen sind zurück

Grüne Streifenteppiche werden künftig die Einfahrt in die 30er-Zone markieren. Auch vor den Schulen gibt es grossflächige Markierungen am Boden. Wo es Parkplätze an den Strassenrändern hat, werden diese zur Verkehrsberuhigung versetzt angeordnet.
Renaissance feiern in der Weststadt die «Buggel». Die sogenannten Berlinerkissen, die es zwischen Badi und Stadion bereits einmal gab, werden vor dem Stadion und auf der Segetz- sowie der Gibelinstrasse gebaut.

In der gesamten Tempo-30-Zone gilt künftig der Rechtsvortritt. Einzige Ausnahme ist eine Einmündung auf der Strasse zwischen dem Coop City-West und dem Brühlkreisel. Anfänglich hatte die BSU hier eine Einsprache gemacht. Grund dafür waren Befürchtungen, dass das abrupte Bremsen bei Rechtsvortritt möglicherweise zu Verletzungen von Passagieren führen könnte. Nun will man die Situation erst einmal beobachten, wie Christoph Wenk sagt.

Schonfrist für Autofahrer

Oberstes Ziel der Tempo-30-Zone sei die Erhöhung der Verkehrssicherheit, sagt Stadtplaner Daniel Laubscher. Für Fussgänger werde sich die Situation verbessern. Ein Unfall mit Tempo 30 sei viel weniger gefährlicher als mit Tempo 50. Flächendeckend eingeführt ist Tempo 30 bereits in den Quartieren Schöngrün, Schützenmatt, Käppelihof und Hübeli-Hofmatt. Mit der Weststadt kommt nun das flächenmässig grösste Quartier hinzu. In den übrigen Gebieten sei Tempo 30 sehr gut aufgenommen worden, sagt Fedeli. «Die anfänglichen Befürchtungen zerschlagen sich jeweils.»

Die Autofahrer in der Weststadt haben noch einige Wochen Schonfrist, um sich an die neuen Massnahmen zu gewöhnen. Bis alle Massnahmen komplett umgesetzt sind, verzichtet die Polizei auf Radarkontrollen. Ab Mitte Mai wird Tempo 30 dann auch in der Weststadt kontrolliert.