Handball
Das Gala-Dinner ist angerichtet

Die NLB-Handballer des TV Solothurn empfangen am Mittwoch den NLA-Klub St. Otmar, St. Gallen zum Cup-Achtelfinal. Ein «Filetstück» im Rahmen der Saison, dass man von TVS Seite gern geniessen möchte.

Michael Schenk
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Am Mittwoch trifft der TV Solothurn im Achtelfinal auf St.Otmar aus St.Gallen.

Am Mittwoch trifft der TV Solothurn im Achtelfinal auf St.Otmar aus St.Gallen.

Hanspeter Schläfli

Der Apéro vor dem Hauptgang hat den NLB-Handballern des TV Solothurn gemundet. Gegen Birsfelden, einen der Abstiegskandidaten, feierten die NLB-Neulinge den bereits fünften Sieg im siebten Spiel.

«Wenn mir das jemand vor der Saison angeboten hätte, hätte ich ohne zögern unterschrieben», sagt TVS-Coach Matthias Heger. Mit 27:23 bestätigten die Solothurner ihren bislang so imponierenden Lauf. «Ich habe dem Team schon letzte Saison in der 1. Liga gesagt, dass wir das Potenzial haben, um im NLB-Mittelfeld mitzumischen.

Dies bestätigt sich jetzt ...» Heger und seine Crew haben auf diese «Gala» indes mit gezieltem Athletik- und spartenspezifischem Training hingearbeitet. «Der Trainingsumfang ist auf diese Saison hin nicht grösser geworden», so Heger.

Fans sind das A und O

Was jetzt kommt, so hofft man beim TV Solothurn, soll, um im Gastro-Terminus zu bleiben, eine kulinarische «Bombe» werden. Morgen gastiert ab 20.15 Uhr mit St. Otmar St. Gallen eine Top-Ten-Mannschaft des Landes im CIS Center. Anlass ist der Cup-Achtelfinal.

«1000 Leute haben Platz in der Halle – wir hoffen, dass genau so viele kommen», wünscht sich Heger. Denn: «Die Fans sind nicht nur wichtig, sie sind in diesem spezifischen «Dinner» zwischen Underdog und Goliath das Salz in der Suppe.» Grundsätzlich figurieren zwischen dem Fünftklassierten in der NLA und dem Achtrangierten in der NLA «nur» sieben Plätze.

Freilich bedeute das ein Klassenunterschied, hält Heger fest. «Auf dem Papier ist St. Otmar, das doppelt so oft trainiert wie wir, auf jeder Position stärker.» Mit der Unterstützung eines euphorischen Publikums indes ist eine Überraschung möglich.

St. Otmar befindet sich in einer Findungsphase und «knorzt» derzeit in Swiss Handball League SHL ziemlich rum. Selbst wenn man zuletzt gegen Suhr-Aarau gewann. Acht Abgängen stehen acht Zugänge gegenüber – eine solche «Palast-Renovation» punkto Zutaten will erst einmal zu einem wohlschmeckenden Menü neu arrangiert werden. «Wir treten darum sicher nicht an, um mit St. Otmar St. Gallen ein bisschen zu ‹bällelen›», sagt Heger.

Man werde seine Haut so teuer wie möglich verkaufen. Wie schnell begeht ein turmhoher Favorit den Fehler, sich zu nonchalant auf einen vermeintlichen Gratisgang zu programmieren. Läuft es dann im Match plötzlich nicht wie erwartet, ist es für den Grossen oft nicht mehr möglich, den Schalter umzulegen. Darin liegt eine Chance für Solothurns Handballer.

Mit Goalie-Verstärkung

Mit ein Grund für den Erfolg der Solothurner in dieser Saison ist der «Einbau» des 150-fachen Internationalen Marco Kurth. Ein «Starkoch» in der Brigade des TVS quasi. Der Wasserämter ist nicht nur der Topskorer der Heger-Truppe, sondern auch der Assistent von diesem. Allein Kraft seiner Reputation hören die «Souschefs» und «Jungköche» ihrem Chefkoch ganz genau zu, wenn der 34-jährige Linkshänder Tipps punkto Technik und Taktik von sich gibt.

Seit Anfang Oktober verstärkt zudem Goalie Rados Dokanovic den TV Solothurn. Der Ungar ist ein Freund von BSV Bern-Keeper-Goalie Dragan Marjanac. Durch Letzteren ist der Kontakt entstanden. «Er ist mehr der spielende Typ Goalie und gross. Der Typ also, der uns noch gefehlt hat», sagt Heger zufrieden mit der neuen Option, die ihm seither zur Verfügung steht.

Der wertvollste Sieg

Den von der Papierform her wertvollsten Sieg in dieser Saison feierten die Solothurner gegen Aufstiegsanwärter Endingen. Mit 27:25 setzten sich die Ambassadoren gegen die Surbtaler durch. Die Flut an Glückwünschen nach diesem Erfolg gegen die Ex-NLA-Truppe war mächtig. Vor allem seitens des Kantons Aargau. Warum?

Darum: Die Endinger hatten Ende letzter Saison für mächtig Wirbel gesorgt, als sie das letzte Spiel im Rahmen der NLA-Aufstiegsrunde gegen Suhr-Aarau verloren und danach Protest einlegten, weil der Schiedsrichter während der letzten fünf Sekunden angeblich einen Fehler gemacht haben soll. Nach Wochen (!) wurde das Spiel schliesslich wiederholt und Endingen verlor ziemlich klar.

Warum also das Poesie-Album der Glückwunsch-Telegramme nicht erweitern – ein Sieg gegen St. Otmar St. Gallen würde dem TV Solothurn zweifellos ein gerüttelt Mass an Gratulationen bescheren – nicht nur aus dem Kanton Aargau ...