Seit Ende Jahr steht das erst im letzten Frühsommer neu eröffnete Restaurant Biondo wieder leer und erfuhr seither nur eine einwöchige Zwischennutzung über die Fasnacht. Nun sieht es ganz danach aus, als könnte die Bürgergemeinde Solothurn als Liegenschafts-Besitzerin einen neuen Zehnjahresvertrag mit neuen Pächtern, gültig ab heute, 1. März, abschliessen.

Investition ins Restaurant

Mit der «Moerler & Aeberhard Gastro Concept» hat sich ein Interessent für die leeren Restaurationsräume im Bürgerhaus gemeldet. Das Konzept einer stylischen, gepflegten Tapas Bar soll auf die Lage, die Konkurrenz und den laufenden Trend antworten.

Nicht ins Konzept passt der heutige Restaurantraum mit dem Küchentrakt in der Mitte. Dies macht aus der Sicht des neuen Betreibers arkus Moerler und seinem Gastro-Fachmann Wolfgang Aeberhard einen Umbau zu einem völlig neuen Grundriss der Räumlichkeiten notwendig. Aeberhard ist bekannt durch die Konzepte Pier 11 im Lido, zum «Durstigen Wanderer» in Feldbrunnen und zuletzt für das Anlasslokal «Maxililian» in der vormaligen Grädel-Scheune. Die jetzige Planung im «Noch-Biondo» wurde von der Denkmalpflege mit kleinen Auflagen genehmigt.

100'000 Franken gesprochen

Gleichzeitig könnte die Schall-Isolation zwischen dem Erdgeschoss und dem erstem Stock Büros der Bürgergemeinde vorgenommen werden. «Diese Sanierung würde gleichzeitig mit dem Umbau des Restaurants realisiert und wird natürlich von uns übernommen», erklärt dazu Bürgergemeindepräsident Sergio Wyniger.

Für den Restaurant-Umbau bewilligte der Bürgerrat einstimmig das Finanzierungskonzept. Es sieht als Investition eine Vorfinanzierung mit einem Kostendach von 100'000 Franken vor, die dann über zehn Jahre hinweg zu kapitalisieren sind. Bei einem Zinssatz von 1,5 Prozent erhöht sich dadurch der monatliche Mietzins um 903 Franken.

Bisherige Öffnungszeiten

«Den Namen der Bar behalten wir noch unter dem Deckel», meint Markus Moerler – klar ist aber, dass er sowohl die Terrasse gegen die Aare wie auch die bisherigen Aussenplätze auf dem Trottoir im Unteren Winkel beibehalten wird. Innen soll die neue Tapas-Bar neu nur noch 24 Sitz- und dafür 76 Stehplätze anbieten. Bei den bisherigen Öffnungszeiten wollen Moerler und Aeberhard bleiben, sodass auch kein Umnutzungesuch wegen verlängerten Öffnungszeiten eingereicht werden muss. Bisher war das «Biondo» unter der Woche bis 23.30 und am Freitag sowie Samstag jeweils bis 0.30 Uhr geöffnet gewesen.

Längerfristig schwebt Markus Moerler vor, dass das «Aaremätteli» als öffentlicher Grund und Boden wieder für die Allgemeinheit zugänglich wird und die Aare-Terrasse des Restaurants auch wieder von der Seite Wengibrücke her zu erreichen ist. Auch möchte er die alten, längst geschlossenen WC-Anlagen von der Stadt dazumieten und allenfalls als Kiosk, Fumoir und oder Abstellraum nutzen. Die Bürgergemeinde will diese Absichten nicht bekämpfen, sondern zumindest «passiv untersützen». Markus Moerler ist klar, dass es für die neue Bar im Konkurrenzumfeld beidseits der Aare nicht einfach wird, «doch was ich mache, will ich auch gut machen.» (ww/mhs)