«Es ist schwierig, Musik, die vom Gesang und der Gitarre lebt, in ein Genre einzuordnen», sagt Elena Gerster. Pop, Funk, Country – verschiedenste Musikrichtungen finden sich in der Musik von «Laborious Unplugged» wieder. «Am ehesten kann man unsere Musik vielleicht mit Singer-Songwriter beschreiben», meint Elena Gerster. Die 19-jährige Solothurnerin macht die eine Hälfte des Akustik-Duetts aus. Die andere Hälfte besetzt die gleichaltrige Nadine Lüthy, die ebenfalls in Solothurn lebt.

Begonnen habe die Leidenschaft für die Musik bei beiden bereits in frühen Jahren. Seit der Primarschule spielt Elena Gerster Gitarre, Nadine Lüthy widmete sich schon früh dem Klavier. «Seit fünf Jahren komponiere ich eigene Musik», erzählt Gerster von ihrer Leidenschaft. Lüthy habe sich in den letzten Jahren auf das Singen konzentriert. Sei es in Chören, in einer Schülerband oder mit dem Schwerpunktfach Sologesang in der Schule. Sogar in Opern und Musicals habe sie mitgewirkt.

Je nach Setting eine andere Band

Der gemeinsame Weg begann vor sechs Jahren. Die Musikerinnen lernten sich im Jugendmusical Solothurn kennen. «Zwei Jahre später trafen wir in der Kantonsschule wieder aufeinander», so Lüthy. Beide hatten sich für das Musikprofil entschieden und wurden in dieselbe Klasse eingeteilt.

Gerster spielte bereits in der Band «Laborious», einer «von der Musikschule bunt zusammengewürfelten» Gruppe. «Als uns unsere frühere Frontsängerin verliess, wurde Nadine zur neuen Stimme der Band.» Parallel begannen die beiden jungen Frauen zu zweit Musik zu machen. «Manche Lieder und Settings sind besser geeignet für zwei Musiker.» Eine fünfköpfige Band könne manchen Zuhörer auch überfordern. Anfangs spielten «Laborious Unplugged» Coversongs, bald kamen Eigenkompositionen hinzu. Die Musik komponiere vor allem Elena Gerster. «Es gibt zwei Arten von Liedern. Die total fiktiven und die persönlichen», erklärt diese. Es sei schwierig, Musik zu machen, ohne Persönliches einfliessen zu lassen. «Andererseits entstehen bisweilen auch Songs, die überhaupt nichts mit uns zu tun haben.» Solche kämen etwa zustande, wenn sich die Musikerinnen in eine andere Person hineinversetzen.

Openair Etziken als grosse Bühne

In der Unplugged-Version sei ein bisheriges Highlight der letztjährige Auftritt als Vorband von Tinkabelle im Kofmehl gewesen. Ausserdem habe ihr der Auftritt an der Vernissage des Stadtbuches von Stefan Buck gefallen, so Lüthy. «In den Räumen des Hauses der Kunst hat es stark gehallt. Es war eindrücklich, dort zu spielen.» Mit der Gesamt-Band «Laborious» traten die Musikerinnen vor einem Jahr am Openair Etziken auf. «Das war grosse Bühne.»

Bisher singen «Laborious Unplugged» alle Songs auf Englisch. «Ich würde aber gerne ausprobieren, auf Schweizerdeutsch zu singen», so Lüthy. «In unserer Muttersprache könnten wir mehr erzählen», ergänzt Gerster. Ausserdem würden die Stimmen auch anders klingen je nach Sprache.

Eine sprachliche Eigenheit hat die Band bereits jetzt. «Unsere Band neigt zu sinnlosen Liedtiteln», so Lüthy. Der Song «Other Meat» handle denn nicht etwa von Fleisch. Der ursprüngliche Titel «Never meet you on the other side» sei lediglich als zu lang befunden und das Lied umbenannt worden.

Musikalische Zukunft noch offen

Diesen Sommer haben Gerster und Lüthy die Matura abgeschlossen. Die nächsten Monate wollen sie nutzen, um sich vermehrt der Musik zu widmen. Sie werden an verschiedenen Sommerfesten auftreten und bestimmt spontan einmal die Passanten in den Berner oder Solothurner Strassen mit ihren Melodien entzücken. «Ein Strassenkonzert ist jeweils eine gute Hauptprobe vor einem Auftritt», so Lüthy. Am 16. Oktober werden «Laborious Unplugged» ein Konzert im Kulturm in Solothurn geben. Danach muss das gemeinsame Musizieren erst einmal pausieren. Nadine Lüthy wird die Ausbildung an der Pädagogischen Hochschule in Bern anfangen, Elena Gerster ein halbes Jahr als Au-pair in Irland verbringen. «In Irland wird an jeder Strassenecke Musik gemacht. Das inspiriert mich.» Auch Nadine Lüthy gefallen die irischen Klänge. «Es ist fröhliche, lockere Musik, die eine schöne Stimmung verbreitet.» Anders als in der Schweiz werde in Irland auch häufig in Bars Musik gemacht. «Das fehlt mir hier manchmal», so Gerster.

Beide wollen in irgendeiner Form mit der Musik fortfahren. Nadine Lüthy überlegt sich, im nächsten Jahr in der Leitung des Jugendmusicals Solothurn mitzuwirken. «Ausserdem würde ich mich gerne Musical-Produktionen widmen. Ein Traum von mir wäre, eine Musicalschule in England zu besuchen.» Auch Elena Gerster überlegt sich, die Musik zum Beruf zu machen. «Ich möchte Primar- oder Musiklehrerin werden.»

«Laborious Unplugged» spielen am 16. Oktober im Kulturm in Solothurn.