Schnell vor der St.-Ursen-Kathedrale ein Selfie gemacht und auf Facebook gepostet, dann unter Google Maps die kürzeste Route zum Hotel ausfindig gemacht. Auch wenn der Ferienaufenthalt in Solothurn offline immer noch am Schönsten wäre, stehen die kleinen Helfer des 21. Jahrhunderts, die Apps, heutzutage rund um die Uhr mit Rat zur Seite.

Gerade für jene, die die Stadt als Touristen besuchen, dürfte sich das wachsende öffentliche WLAN-Netz von Solothurn also als willkommener Service public herausstellen. «Die Besucher von Solothurn erhalten im Tourismusbüro einen Zugang. Mit einem Code können sie für die Dauer ihres Aufenthalts Internet nutzen», informiert Marco Lupi, Projektleiter Marketing bei der Gemeinschaftsantenne Weissenstein (GAW), über die anstehende Umsetzung.

Die Betreiberin des hiesigen Kabelnetzes hatte ein breit gefächertes Angebot diesen März als Pilotprojekt gestartet und nach drei Monaten schliesslich als dauerhafte Dienstleistung für tauglich befunden. «Das Netz hat sich bewährt, deshalb übernehmen wir es nun im Normalbetrieb», so Lupi. Doch nicht nur Touristen soll das Angebot Nutzen bringen, gerade auch einheimische User sollen davon profitieren.

Für Nicht-Kunden wird nach Registrierung mit der Handynummer eine befristete Nutzung mit reduzierter Bandbreite von 1 MBit/s angeboten, was für Dienste wie E-Mail, Sofortnachrichten oder fürs Surfen ausreicht. Nach einer Stunde ist eine Neuanmeldung erforderlich. Den GAW-Kunden stehen ohne zeitliche Einschränkung 50 MBit/s zur Verfügung, womit dann auch eine datenintensive Nutzung (z.B. Videostreaming) möglich ist.

Abdeckung wird grösser

Zurzeit decken die rund 20 Hotspots das Gebiet ab Hauptbahnhofstrasse, Kreuzackerquai und in der Altstadt die Achsen Klosterplatz, Chronestutz, Marktplatz bis hinauf zum Baseltor ab. Neu hinzugekommen sind nach der Projektphase der Landhausquai. Und sogar über den Kreuzackerquai Richtung Wengibrücke ist gemäss Signalkarte ein drahtloser Internetempfang möglich. Des Weiteren wurden die Herbstmesse und das Schwingfest dieses Jahr ebenfalls mit WLAN versorgt, angeschlossen ist bereits auch das Kurhaus Weissenstein. «Und auch die drei Stationen werden mit der Seilbahn-Eröffnung ins Netz eingebunden», so Lupi weiter.

Ein Teilprojekt des ursprünglichen Versuchs wird allerdings nicht weitergeführt: So hatten GAW-Kunden die Möglichkeit erhalten, ein spezielles Modem zu Hause zu installieren, das neben dem persönlichen Gebrauch gleichzeitig als WLAN-Netzverstärker diente. «Die Mauern in der Altstadt sind sehr dick, der Nutzen war daher sehr bescheiden», so Lupi. Zusammen mit den Kosten für die Initialisierung des Projekts belaufen sich die Ausgaben für das derzeitige WLAN-Netz laut Angaben der GAW auf rund 60 000 Franken.

Ambitiöser Ausbau auf Kurs

Mittelfristiges Ziel ist nun die Expansion: Die GAW beabsichtigt, die Dienstleistung in die Region auszuweiten. «Wir wollen das Netz stetig ausbauen», so Lupi. «Dies soll aber nicht flächendeckend geschehen, sondern punktuell dort, wo viele Leute verweilen und ein entsprechendes Interesse vorherrscht.» Die Nutzungsdaten lassen sich jeweils eruieren und zeigen klar auf: Der Gebrauch des WLAN-Netzes hängt nicht zuletzt von der Witterung ab: Bei schönem Wetter ist die Nutzung erwiesenermassen intensiver. So kommen in einem sonnigen Monat 1500 bis 2500 einzelne Nutzer («Unique Clients») zusammen – im HESO-Monat September waren es 4000.

Für nächstes Jahr sind für den Netzausbau auch aus dieser Überlegung heraus erst einmal Freibäder im Visier – beispielsweise die Badi Solothurn und das Sportzentrum Zuchwil. Auch will die GAW einzelne grössere Anlässe mit drahtlosem Internet versorgen.