Regionalverkehr
Das «Blaue Bähnli» hat Solothurn verlassen

Bahn-Oldtimer Das so genannte «Blaue Bähnli» hat gestern das RBS-Depot in Solothurn Richtung Bündnerland verlassen. Dort soll es für den 100. Geburtstag 2013 von Grund auf erneuert werden.

Wolfgang Wagmann
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Auf der Strasse statt auf der Schiene: Das Blaue Bähnli verlässt das Depot Solothurn. Hanspeter Bärtschi Auf der Strasse statt auf der Schiene: Das Blaue Bähnli verlässt das Depot Solothurn. Hanspeter Bärtschi

Auf der Strasse statt auf der Schiene: Das Blaue Bähnli verlässt das Depot Solothurn. Hanspeter Bärtschi Auf der Strasse statt auf der Schiene: Das Blaue Bähnli verlässt das Depot Solothurn. Hanspeter Bärtschi

Solothurner Zeitung

2007 wurde der Verein «Ds Blaue Bähnli» gegründet und noch im Herbst gelang es, das älteste noch betriebsfähige blaue Bähnli vor der Verschrottung zu bewahren. Es wurde in seine alte Heimat, ins Depot Solothurn des Regionalverkehrs Bern-Solothurn RBS, überführt und von den freiwillig arbeitenden Vereinsmitgliedern komplett demontiert. Am Triebwagen Nr. 36 der ehemaligen Vereinigten Bern-Worb-Bahnen VBW wurden die Dachaufbauten sowie die gesamte Inneneinrichtung mitsamt den Führerstandsbereichen ausgebaut und zur Aufarbeitung eingelagert. Hunderte von Kabeln, Klemmen und Anschlüssen mussten beschriftet, fotografisch dokumentiert und anschliessend entfernt werden.

Generalrevision in Landquart

Mit der gestrigen Überführung auf einem Strassen-Tieflader nach Landquart in die Hauptwerkstätte der Rhätischen Bahnen RhB beginnt für den Verein die zweite Phase der Sanierung: Der Triebwagen VBW-BDe4/36 – so die amtliche Bezeichnung – soll während eines Jahres von Grund auf erneuert werden und bis zum Jubiläum «100 Jahre Worblentalbahn» wieder in betriebsfähigem Zustand sein. War doch das «Blaue Bähnli» schon im August 1913 einem der damaligen Eröffnungszüge vorgespannt gewesen.

Der Verein ist allerdings weiterhin auf Spenden angewiesen. Bis jetzt konnte er auf Spenden vorab von Gemeinden des Worblentals zählen, dazu kam ein namhafter Beitrag des SEVA-Lotteriefonds des Kantons Bern. Ein zinsloses, aber rückzahlbares Darlehen des RBS ermöglicht es nun, in Landquart den eigentlichen Wiederaufbau des Triebwagens zu starten. Zusätzliche Mittel muss der Verein «Ds Blaue Bähnli» vor allem noch für die Revision der Drehgestelle generieren, wobei die Unterstützung nicht nur finanziell, sondern auch materiell erfolgen könnte.

Kontakte und Informationen unter den Adressen info@blausbaehnli.ch sowie www.blausbaehnli.ch