Jugendarbeit Solothurn

Das Alte Spital übernimmt Jugendarbeit-Mandate für Langendorf und Bellach

Auch zwischen den Gemeinden braucht’s bei der Jugendarbeit Teamwork. (Symbolbild)

Auch zwischen den Gemeinden braucht’s bei der Jugendarbeit Teamwork. (Symbolbild)

Die Gemeindeversammlungen von Langendorf und Bellach haben bereits im Dezember entschieden: Das Begegnungszentrum Alte Spital in Solothurn soll für die Angebote ihrer Jugendarbeit das operative Szepter übernehmen. Zurzeit wird die Langendörfer Jugendarbeit in einem Eine-Frau-Betrieb mit 60 Stellenprozenten bestritten. In Bellach fehlen Strukturen für eine Jugendarbeit, nachdem Ende 2016 die langjährige vertragliche Zusammenarbeit mit Selzach eingestellt worden war. Der Grund, den Selzach derzeit geltend gemacht hatte: mangelndes Interesse der ansässigen Jugend.

«Wir übernehmen die operative Leitung»

Sacha Studer Mösch, Bereichsleiter Soziokultur beim Alten Spital, erklärt die Funktionsweise der Leistungsvereinbarungen, die künftig mit den beiden Gemeinden unterhalten werden: «Wir übernehmen die operative Leitung und die personellen Angelegenheiten. Die Partnergemeinde behält die strategische Verantwortung, beschliesst das Budget und setzt die Schwerpunkte vor Ort.» Wichtig bei der Zusammenarbeit: Auch die Fachpersonen müssen vor Ort sein, «sodass sich die Veränderung gegen aussen kaum bemerkbar machen werden.»

Im Fall von Langendorf wird die bestehende Jugendarbeiterin neu beim Alten Spital angestellt sein, sich die Stelle vor Ort mit einer weiteren Person teilen und darüber hinaus auch in Solothurn tätig sein. Budgetiert fürs Jahr 2020 ist ein Betrag von 73'500 Franken. Im Fall von Bellach wird der Wiederaufbau von Strukturen der Jugendarbeit mit einem 50-Prozent-Pensum das Ziel sein. Der vom Bellacher Gemeinderat gesprochene Kredit für zwei Jahre beträgt 120'000 Franken. Der Start ist vor den Sommerferien 2020 angesetzt.

Gleichzeitig nimmt das Alte Spital bereits ein vorübergehendes Jugendarbeit-Mandat mit Zuchwil wahr, wo es Fachpersonal einsetzt, um derzeitige Vakanzen aufzufangen. «Hier laufen die Gespräche für eine weitere Zusammenarbeit.»

Diverse Schwerpunkte für Bellach und Langendorf

In Langendorf zielt die Jugendarbeit auf den Betrieb eines Jugendtreffs, eine Werkstätte, Ferienangebote und diverse andere Projekte an. Angedachte Schwerpunkte für Bellach: mobile Angebote, Sportangebote oder Ferienaktionen. Ein örtlich verankerter Jugendraum ist hier nicht vorgesehen. Die Zielgruppe der Jugendarbeit-Angebote: Erstklässler bis ca. 18-Jährige.

Nach Studers Einschätzung sind die Entwicklungen rund um die Jugendarbeit des Alten Spitals auch jene, die sich in grösseren Massstäben abspielen: Gemeinden schliessen sich zusammen oder beauftragen externe Mandatsträger, welche die Jugendarbeit führen. Denn: «Was will und kann eine kleine Gemeinde selbst aufgleisen?» Schulterschlüsse, so Studer, schaffen Kontinuität, ermöglichen Synergien punkto Wissen, Infrastruktur, Personal, gerade wenn es um gemeindeübergreifende Projekte geht. Dadurch, so Studer, werden auch Laiengremien wie Kommissionen entlastet. Und: «Ausserdem ist die Aussenwirkung eine andere, wenn man gemeinsam auftritt.» Und dann die Perspektive der Jugendlichen selbst, deren Optik oder Suchmuster für Freizeitangebote nicht an Gemeindegrenzen anhalten.

Ein Schulterschluss mit Mehrwert

Doch wie tangiert der neuausgedehnte Wirkungskreis des Alten Spitals seinen Leistungsauftrag, den es gegenüber der Stadt Solothurn zu erfüllen hat? «Wir wissen, dass wir für die zur Verfügung gestellten Mittel einen klaren Auftrag mit Jahreszielen zu erfüllen haben.» Und: «Unser Engagement wird auch von den sozialen Diensten der Stadt begrüsst», verweist Studer auf den Mehrwert, der durch den Schulterschluss entsteht.

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