Solothurn
Das alte Klubhaus des CIS Solettese kann bleiben

Auf den Sportplätzen im Mittleren Brühl zeichnet sich ab, wie es weitergehen soll. Die Baracke des CIS Solettese bleibt stehen, das Schwingerlokals wird zweigeschossig ausgeführt.

Wolfgang Wagmann
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Klubhaus des CIS Solettese bleibt erhalten
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Die Garderobentrakte links verschwinden, das Clubhaus von CIS Solettese (rechts) bleibt
Die beiden Garderobentrakte im Vordergrund weichen einem Neubau
Auch die Clubhäuser des SC Blustavia und des FC Post sind nicht direkt tangiert

Klubhaus des CIS Solettese bleibt erhalten

Wolfgang Wagmann

Letzten Herbst herrschte noch schiere Verzweiflung auf den Sportplätzen des Mittleren Brühls: Das vom CIS Solettese geführte Klubhaus sollte einem neuen Garderobentrakt und einem Neubau für den Schwingclub Solothurn weichen. Der Italiener-Club, der die Baracke, welche die Stadt vor 40 Jahren zur Verfügung gestellt hatte, auch als Beizli und Treffpunkt für weitere ausländische Mannschaften führte, sah dessen Existenz gefährdet.

Nun hat die Stadt die Abrisspläne der zwei alten Garderoben-Baracken aus den 70er-Jahren konkretisiert: Das Abrissgesuch ist gestellt, der Neubau ausgesteckt. «Der Abbruch ist Anfang Oktober geplant. Dann erfolgen die Baumeisterarbeiten für den Aushub und die Fundamente. Die Fertigstellung des Holzbaus mit dem Innenausbau ist bis Ende 2017 vorgesehen. Ab Anfang Mai 2017 können die Vereine die neue Infrastruktur vollumfänglich nutzen», umreisst Andrea Lenggenhager, Leiterin Stadtbauamt, das 1,85-Mio.-Vorhaben zugunsten der Fussballvereine.

Lösung gefunden

Doch hat auch die Intervention von CIS Solettese für sein Klubhaus gefruchtet. «Wir schauen, dass wir eine Lösung finden», hatte damals beim Ortstermin des Gemeinderates im Mittleren Brühl Stadtpräsident Kurt Fluri versprochen. Nun bestätigt Andrea Lenggenhager: «Die Baracke für CIS Solettese bleibt bestehen und wird nicht abgebrochen. Mit CIS wird ein Mietvertrag ausgearbeitet für den Teil, den der Club schon jetzt belegt.» Die Nutzung des anderen Teils, des heutigen Materiallagers, sei noch nicht definiert. Die Vergabe der dortigen Nutzung liege in der Kompetenz der Sportkommission. Auch dafür werde ein Mietvertrag ausgearbeitet.

Die eine Million beschleunigt nichts

Bekanntlich hat die Rechnung 2015 statt eines erwarteten Defizits der Stadt erneut einen fetten Ertragsüberschuss von mehreren Millionen Franken beschert. Eine davon soll laut dem Gemeinderat als Vorfinanzierung für Investitionen im Stadion zurückgelegt werden. Allerdings werden dadurch keine Investitionen vorgezogen, verweist Andrea Lenggenhager auf die bereits im Finanzplan 2015 bis 2019 aufgeführten Ausgabeposten. «Die Million wirkt sich insofern nicht auf die eigentlichen Investitionen aus und dient einfach als Vorfinanzierung.» So sei der Neubau des Garderobenpavillons im Stadion nach wie vor für die Jahre 2018/19 geplant. Und «die Sanierung des Stadiongebäudes ist in Etappen in den Jahren 2019 bis 2021 vorgesehen», meint Lenggenhager weiter. (ww)

Ursprünglich hatte sich der geplante, zweigeschossige Neubau mit den erforderlichen 14 Garderoben und dem angebauten, eingeschossigen Gebäudeteil für den Schwingklub Solothurn so weit nach Norden erstreckt, dass die CIS-Baracke hätte geopfert werden müssen. Denn über dem Schwingertrakt ging das Stadtbauamt von einer Aufstockungsreserve aus, sollten dereinst die nun geplanten Garderoben nicht mehr ausreichen.

Nach dem Ersuchen von CIS Solettese, das Klubhaus zu verschonen, disponierte man um. Lukas Reichmuth, Chef Hochbau: «Wir führen den Schwingertrakt ebenfalls zweigeschossig aus. Damit erstreckt sich dieser weniger weit in den Norden, was erlaubt, die CIS-Baracke stehen zu lassen.» Der Verzicht auf eine Ausbaureserve und die Auslegung des Schwingertrakts auf nunmehr zwei Geschosse habe keine Mehrkosten zur Folge: Nach wie vor geht Reichmuth von den veranschlagten 570 000 Franken für den Rohbau des Schwinger-Lokals aus.

Zwischenzeitlich wirds eng

Ab Oktober wird auf dem Mittleren Brühl Improvisation und perfekte Detailplanung für die sieben Vereine mit zahlreichen Junioren-Abteilungen und auch Fussballerinnen grossgeschrieben werden. Denn wie Andrea Lenggenhager bestätigt, gibt es für die abgerissenen Garderoben acht Monate lang keine Provisorien, wo Duschen und Umziehen möglich ist.

Speziell gefordert sind in dieser Situation die Sportkommission und ihr langjähriger Präsident Alexander Rudolf von Rohr. Er hat neben Sorgen um die unsichere Situation im CIS-Sportcenter und durch die Verzögerung des Bezugstermins der neuen Hermesbühl-Turnhallen mit der Koordination im Mittleren Brühl einen aufwendigen «Zusatz-Job» gefasst. «Wir sind am Planen», verweist er auf Sitzungen, die bereits mit den Vereinen stattgefunden haben.

So besteht die Absicht, einige Abteilungen, insbesondere Junioren, zusätzlich ad interim in den vom Abriss nicht tangierten Klubhäusern des SC Blust von gewissen Mannschaften im Oktober entweder vorzuverschieben oder dann auswärts auszutragen», schildert Rudolf von Rohr eine weitere geplante Massnahme.

Doch nicht nur der Garderoben-Neubau sorgt für angespannte Platzverhältnisse im Mittleren Brühl. So möchte neu der Kurdische FC in die Fussstapfen des seit fünf Jahren stillgelegten FC Atees treten und dessen Platz beim Spielbetrieb in der äusseren Weststadt einnehmen. Dazu kommt der mögliche Aufstieg des auch im Mittleren Brühl beheimateten FC Iliria in die 2. Liga interregional.

Dies wiederum könnte sogar eine Entlastung bedeuten, denn auch der Hauptplatz im Mittleren Brühl erfüllt die Vorgaben für die Meisterschaftspartien in dieser Spielklasse nicht – zumal das albanische Team bis gegen 1000 Fans zu mobilisieren vermag.«Eine Lösung der Platzprobleme kann nur der neue, 2019 geplante Kunstrasen bringen», weiss Alexander Rudolf von Rohr. Würde doch dieser neue Spiel- und Trainingsuntergrund eine massive Ausdehnung der Benutzungsdauer erlauben.