Die Problemlage ist bekannt: die zunehmende Zahl älter werdender Menschen, aber auch etliche Personen mit Behinderungen suchen nach Unterstützungsmöglichkeiten, um ohne Heimeintritt weiterhin in ihrem vertrauten Zuhause wohnen zu können. Der Vermittlungsdienst «deheimewohne» will hier einspringen. Hinter diesem Personalverleih stehen Jürg Wohlwender und Mathias Gross. Mit zum Team zählt Manuela Schmuckli, die als ausgebildete medizinische Praxisassistentin schon seit vielen Jahren bei der Organisation EFG/ED (Einsatz für die Gesellschaft/Entlastungsdienst) die Bedarfsabklärungen für punktuelle Hilfe vornimmt. Für «deheimewohne» wird sie bei künftigen Klientinnen und Klienten den gewünschten Unterstützungsumfang erheben.

Eine Vision, die sich ausbauen lässt

Die Idee, qualifizierte Frauen aus dem zumeist östlichen Ausland für Aufgaben in Betreuung und Hauswirtschaft für eine Zeitdauer von einem bis drei Monaten hier in der Schweiz tätig werden zu lassen, ist nicht ganz neu. In Deutschland etwa sind Personalagenturen aktiv, die Pflege- und Betreuungskräfte aus Osteuropa vermitteln. Dort wie hier folgt nach drei Monaten der Wechsel zu einer neuen Helferin. Die bisherige Angestellte kehrt nach Möglichkeit nach einem Vierteljahr dann wieder in ihren hiesigen Arbeitgeber-Haushalt zurück. Übrigens fand in Solothurn bereits ein erster Schritt in dieser Personalverleih-Tätigkeit statt. Walter Aeschbacher, der sich inzwischen aus privaten Gründen zurückzog, vermittelte in einigen Fällen schon hauswirtschaftliche Helferinnen aus dem Ausland.

«Von ihm haben wir als seine Nachfolger die Geschäftsidee übernommen und möchten sie gerne ausbauen», betonen Wohlwender und Gross. Ihr Unternehmen, dessen Dienstleistungen sie auf die gesamte Deutschschweiz ausdehnen möchten, ist bereits im Besitz aller Bewilligungen aus dem Kantonalamt für Wirtschaft und dem eidgenössischen Seco. Bewerbungen von Frauen, die für Arbeitseinsätze gerne in die Schweiz kommen, liegen ihnen ebenso vor. Denn beispielsweise in Ungarn können sie auf einen Vorvermittler zählen, der Inserate platziert und eine Sichtung der Interessierten vornimmt. In die Auswahl aufgenommen wird aber nur, wer Deutsch in Wort und Schrift einigermassen beherrscht und Erfahrung in der Seniorenbetreuung mitbringt, was laut Mathias Gross in etwa mit einem SRK-Pflegehelferinnen-Brevet übereinstimmen sollte.

«Es muss für alle Beteiligten passen»

Da für viele gut ausgebildete Frauen die Arbeits- und Verdienstsituation in ihrer Heimat kaum ihren Vorstellungen entspreche, böten Einsätze in der Schweiz eine lukrative Chance. «Uns liegt aber am Herzen, dass es für alle Beteiligten stimmen soll: für mögliche Klienten im Seniorenalter sowie für Menschen mit einer Behinderung, die auf Langzeitbetreuung angewiesen sind, aber ebenso auch für die engagierten Helferinnen», betonen die beiden Unternehmer. Der Personalverleih stellt sie nach allen in der Schweiz gültigen rechtlichen Bedingungen an, sie sind versichert – und ganz wichtig: Auch ihre Arbeitszeit richtet sich nach hiesigen Normen. «Wir wollen diese Frauen wahrhaftig nicht ausnutzen.» Deshalb wird sich das Team, das im Klientenhaushalt in regelmässigen Abständen vorspricht und sich von der Zufriedenheit aller Beteiligten überzeugen will, auch um die Arbeitnehmerinnen kümmern. «Sie sind fremd hier und sollen sich nicht isoliert fühlen», bekräftigt Gross. Von guter Stimmung profitierten schliesslich alle: Betreute und Betreuende.

Medizinische Pflege nicht dabei

Der Arbeitsumfang ist durch so genannte Grundleistungen wie Haushaltsarbeiten und natürlich Kochen, Botengänge, Dauer- und Rundumbetreuung, gesellschaftliche Begleitung und Unterstützung zur Selbstpflege genau festgelegt. Gewünschte Ergänzungen werden im Gespräch mit der Klientel und eventuell deren Angehörigen durch Manuela Schmuckli erhoben. Ganz klar ausgeklammert aus dem Leistungskatalog ist die verordnete medizinische Pflege, für welche etwa die Spitex zuständig bleibt. Die hier durch den Personalverleih Beschäftigten können ebenso wie die Betreuten den Arbeitsvertrag monatlich kündigen. Wohlwender zufolge wären sogar Kurzaufenthalte von Hauswirtschafterinnen möglich, damit hiesige Auftraggeber die ungewohnte Situation «ausprobieren» könnten. Denn nicht jedermann könne sich vorstellen, was es bedeutet, wenn eine bis dahin unbekannte Person plötzlich mit in Wohnung oder Haus wohnt. Die monatlichen Kosten für eine Hauswirtschafterin für Einzelpersonen, ein Paar oder allenfalls sogar für eine Senioren-Wohngemeinschaft belaufen sich von 5820 bis 6340 Franken – je nach den vorliegenden Ansprüchen.

Hauswirtschafts- und Betreuungsdienst «deheimewohne». Telefon 032 621 02 16. www.deheimewohne.ch