«Wir wollen mit einem Tag der offenen Tür unsere beiden Partnerinstitutionen vorstellen, öffentlichen Händen und Bevölkerung für Wohlwollen und Unterstützung danken, sowie Gelegenheit dazu bieten, unser Wengistein und die Genossenschaft Seniorenresidenz Dörfli so zu erleben, wie’s leibt und lebt». So lautete die Zielsetzung von Institutionsleiter Hansruedi Moor und Josef Zimmermann als Präsident der «Dörfli»-Genossenschaft.

Für den Ansturm von viel interessiertem Besuch in den lichtdurchfluteten Räumlichkeiten des Alters- und Pflegeheims war alles einladend vorbereitet. Aus Pflege und Betreuung standen die richtigen Auskunftspersonen bereit, die alle möglichen Fragen etwa zum Heimeintritt kompetent beantworteten. Das einen Steinwurf vom Wengistein entfernte Dörfli umfasst 27 unterschiedlich grosse Wohnungen. Laut Zimmermann ist die Nachfrage nach diesen mietbaren Domizilen immer gross, zumal hier eine Notruforganisation und der Zugang zu allen Dienstleistungen des Alters- und Pflegeheims zur Verfügung stehen. In der Seniorenresidenz sind Menschen zu Hause, die ihr Leben völlig selbstbestimmt gestalten.

Mit «neuen Generationen»

Wer nach mehrjährigem «Zwischenhalt» im Dörfli mehr Pflege und Unterstützung benötigt, wechselt als einer der 87 Dauergäste ins Wengistein. Die Betreuung liegt hier in den Händen von 165, in 90 Vollzeitstellen tätigen Mitarbeitenden. «Den besonderen ‹Segen› für unser Haus bringt der zusätzliche Einsatz unserer 82 Freiwilligen, die der gelebten Individualität unserer Bewohnerschaft ihren Stempel aufdrücken», kennzeichnet Moor diesen besonderen Vorzug. Denn Austausch mit dem «prallen Leben» und Mitbestimmung auf allen Ebenen verhindern eine Insellage des Wengistein, das sich bewusst mit allen gesellschaftlichen Veränderungen auseinandersetzt.

Flexibel geht das Heim, wie ein Positionspapier zeigt, auf veränderte Kundenansprüche der «neuen Generationen» ein. «Als künftige Pensionäre oder Angehörige verhandeln wir mit ihnen auf Augenhöhe mit Stil, Fachlichkeit und guten Argumenten.» Heutzutage wollen sich Personen im Ruhestand weiter einbringen, mitgestalten und mitreden. Diese in der Institutionsleitung als positiv empfundene Auseinandersetzung fusst bereits auf langjähriger Erfahrung mit den beiden Bewohner- und Angehörigenräten, die den Heimalltag im Wengistein liebenswürdig-kritisch begleiten. An internen Schulungen für Lernende und Personal werden wichtige Werthaltungen ins Bewusstsein gerufen.

Ein schönes Zuhause

Das Wengistein, das zahlreiche Gesundheitsleistungen und neben seiner Demenzabteilung ein zehnplätziges Tageszentrum anbietet, ist gegenwärtig auch bezüglich Temporärbetten ausgelastet. «Allerdings gelingt es uns zumeist innerhalb von drei Monaten, Betagte, die dringend Platz brauchen, bei uns ohne lange Warteliste aufzunehmen», unterstreicht Moor. Getragen ist die Institution von einer privaten Stiftung, in der die Stadt Solothurn vertreten ist.

Ein weiterer Ausbau des in den letzten Jahren grosszügig ergänzten Gebäudekomplexes sei nicht geplant, weil der regionale Bettenbedarf mittelfristig erfüllt sei. Da die gesamte Anlage aber kaum an eine Pflegeeinrichtung erinnert, fühlt man sich als Besuchender hier wohl. Sei es im Restaurant, wo gestern alle zu einem kostenlosen Mittagessen eingeladen waren, oder bei den Kultur- und Unterhaltungsanlässen. So lautete das Lob beim Rundgang an Mitarbeitende gleich mehrfach: «Das machen Sie gut hier, wir hören nur Positives.»