Historischer Märet
Da hätte das Annebäbi Jowäger in Solothurn gestaunt

Stahlblauer Himmel, viel Volk in der Stadt, prächtig herausgeputzte Märetstände: Der Historische Märet in der Solothurner Altstadt war wieder einmal eine Augenweide pur.

Wolfgang Wagmann
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 Am Historischen Märet gibts viel zu sehen.
30 Bilder
Historischer Märet 2019
 Die Märetfahrerinnen und -fahrer zeigten sich von der kreativen Seite.
 Originalität war gefragt.
 Der Hut machts.
 Zwei wie aus dem Truckli.
 Sie haben sichtlich Spass.
 Der "Härdöpfeler".
 "Züpfen" gabs auch als Haarpracht zu bewundern.
 "Wöschwiiber" gehören seit jeher zum Märet.
 Die Pracht des Herbsts.
 Buntes Märet-Potpourri.
 Die Drescher aus Wyssachen auf dem Kronenplatz in Aktion.
 Auch Stadtführerin Marie-Christine Egger hat ihren Auftritt.
 Ihr Schwyzer-Örgeli gehört zum historischen Märet.
 Ein Glesli Most gefällig?
 Gut betucht.
 Ein eleganter Sonnenschutz war durchaus am Platz.
 Roland Marti, der Herr der Sonnenblumen.
 Genau auf das kommt es an!
 Da ist Konzentration gefragt.
 Durst war immer ein Thema.
 Sie ist quietschvergnügt.
 Das Bild für die Nachwelt.
 Sags mit Blumen.
 Auch die Solothurner Zeitung ist historisch,
 Auftritt des Theaters Mausefalle am Märetplatz.
 Der Märet wird zur Theaterbühne.
 Dem Publikum gefällts.
 Eine solche Kulisse gibts nur einmal.

Am Historischen Märet gibts viel zu sehen.

Michel Lüthi/bilderwerft.ch

Der Märet Ende August bietet ohnehin schon alles, was das Herz begehrt: Es ist Hochsaison für Bohnen, Zuchetti und Tomaten, Sonnenblumen leuchten überall hervor. Wenn dann das Personal an den Ständen noch in Tracht und alten Bauern-Wämsern die schön drapierte Ware anbietet, dann ist in der Solothurner Altstadt historischer Märet. Das Publikum allerdings kann sich nur in den seltensten Fällen zur Staffage aufraffen, dabei wären sie als Fotosujets sehr gefragt.

Für diese sorgen jedoch zahlreiche Zusatzattraktionen wie die alte Dreschmaschine aus Wyssachen auf dem Kronenplatz, die Alphorngruppen Laupersdorf und Mirabelle, oder auch der Jodlerklub Althüsli, der ebenfalls für Staus in den Gassen sorgt. Aber das gehört zu diesem ganz speziellen Märet-Gefühl – wer an diesem Samstag keine Zeit hat, geht besser in den Supermarkt auf die grüne Wiese. Denn zu sehen gibt es noch einiges: Weidenkörbe werden geflochten, Drehörgeler kurbeln ihre Melodien herunter und ein prächtiger Berner Sennenhund zieht ein Leiterwägeli durch die Stadt: «Barry heisst er», verrät sein Besitzer Peter Bohren aus aus Niederönz, «und im Winter zieht er auch den Schlitten.» Bohren, der ansonsten mit seinem Gefährt auch Oldtimer-Treffen besucht, hat den Historischen Märet in Solothurn stets auf seiner Agenda.

Der Märet als historische Theaterbühne

Schon immer war der Solothurner Märet auch die grosse Bühne für Klatsch und Tratsch oder sogar Polit-Aktionen gewesen. An vier Schauplätzen traten deshalb Mitglieder des Theater-Ensembles Mausefalle zusammen mit der einmal mehr feinstens herausgeputzten Stadtführerin Marie-Christine Egger auf. Sie thematisierten etwa den Metzgeraufstand von 1783, Martin Distelis unglückliche Liebe oder auch «Frauenmacht von anno 1781».
Etwas irritiert wäre das Anne Bäbi Jowäger auf seiner Brautschau bei den «Kartolischen» in Solothurn aber heute schon gewesen. Wenn zum Beispiel die behäbige Trachtenfrau mitten im zielstrebigen Märet-Trott ihr Handy zückt und wie wild ein SMS «inetöggeled», dann wird auch dem letzten Gotthelf-Fan klar: Solothurn ist längst in der heutigen Zeit angekommen.

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