Parkplätze
Da gibts für Parkplatzsünder kein Spekulieren mehr

Barrieren sollen künftig für ein korrektes Bezahlen der Gebühren sorgen. Weil es an Kontrolleuren fehlt, setzt die Stadt nun auf ein Schrankensystem, das Ein- und Ausfahrt nur gegen Bezahlung gewährt.

Wolfgang Wagmann
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Da gibts kein Spekulieren mehr

Da gibts kein Spekulieren mehr

Solothurner Zeitung

«Die Zahlungsmoral auf den öffentlichen Parkplätzen ist sehr schlecht.» Walter Lüdi, Vizekommandant der Stadtpolizei, hat ein Problem: Da der Personalbestand mit 23 Stellen nur fürs Notwendigste ausreicht, kommt manch frecher Automobilist mangels Kontrollen um eine Busse herum – es wird parkiert, ohne zu zahlen. «Eine Nachmittagskontrolle der Polizeiassistentinnen bringt manchmal bis zu 140 Busszettel», erklärt Lüdi – Geld, das notabene nicht in die Stadtkasse fliesst, sondern an den Kanton geht. Und so entstand die Idee, in sich geschlossene Parkräume mit einem Schrankensystem zu bestücken, das die Ein- und Ausfahrt nur gegen Bezahlung gewährt. «Wir haben Offerten eingeholt, und ein System dürfte gegen die 70000, 80000 Franken kosten», ergänzt Christoph Wenk, Chef technischer Dienst der Stadtpolizei.

Wo Schranken was bringen

In wenigen Jahren könnte sich ein Schrankensystem amortisiert haben, denn der Stadt entgehen offenbar immer mehr Einnahmen durch Parksünder. Flossen 2008 noch mehr als 1,291 Mio. Franken in die Kasse, so verminderten sich im Folgejahr die Einnahmen um satte 32 234 Franken – auch gegenüber dem vorsichtigeren Budget noch ein Rückgang um mehr als 23500 Franken. «Für ein Schrankensystem braucht es eine geschlossene Parkfläche mit nur einer Zufahrt. Auch weil dort am meisten Parksünder registriert wurden, erhielt der City-Parkplatz von uns erste Priorität», meint Walter Lüdi zum gewählten Vorgehen. Gedacht wäre – vorausgesetzt, die Barriere bleibt im Budget –, nächstes Jahr den City-Parkplatz umzurüsten «und Erfahrungen zu sammeln». Folgen könnte dann 2012 der Parkplatz beim Konzertsaal, ein Jahr darauf dann derjenige beim ehemaligen Viehmarkt hinter der früheren Hauptpost.

Einige Knacknüsse

Beim City-Parkplatz gibt es insofern ein Problem, als gewisse Liegenschaftsbewohner zufahrtsberechtigt sind und deshalb auch nicht zur Kasse gebeten werden können. Auch liegen einige Parkplätze ausserhalb der von der Schranke abgeschlossenen Zone. «Deshalb braucht es dort im Gegensatz beispielweise zum Konzertsaal noch bauliche Massnahmen. Das System beim City-Parkplatz dürfte darum etwas mehr kosten als die anderen», weiss Christoph Wenk. Bei der City-Einfahrt könnte allenfalls sogar eine Restplatz-Anzeige angebracht werden. «Damit würden die unnötigen Einfahrten bei einem vollen Parkplatz vermieden.»

An sich ist das System einfach und vergleichbar mit demjenigen in den drei Solothurner Parkhäusern: Bei der Einfahrt wird aus dem Schrankenkasten ein Ticket gezogen, das ab 7 Uhr morgens bis 19 Uhr kostet. Vor der Ausfahrt wird an der zentralen Kasse der Betrag für die kostenpflichtige Parkzeit beglichen und mit dem gleichen Ticket ist dann die Ausfahrt möglich. «Wenn jemand um 18.30 Uhr den Parkplatz befährt und ihn um 22 Uhr verlässt, muss er einfach noch die halbe Stunde bezahlen», nennt Walter Lüdi ein Beispiel, das sehr oft zu Ertragsausfällen für die Stadt führt. Denn etliche Autolenker (und natürlich auch -lenkerinnen) spekulieren immer wieder darauf, dass sich um diese Zeit keine Polizeiassistentin mehr blicken lässt.

Noch offene Fragen

Obwohl ein eigentlicher Personalaufwand für Parkplatzkontrollen entfällt, ist für Walter Lüdi noch nicht alles restlos geklärt: Wer beispielsweise schaut nach, wenn eine technische Störung an einer Barriere auftritt? «Wir sind im Gespräch mit der Parking AG. Sie verfügt über Erfahrung mit ferngelenkten Systemen.»