Solothurn Stadt
Corona macht kreativ: Beim Pier 11 gibt es Fondue im Weihnachtshäuschen

Seit Mittwoch kann man im Aussenbereich des Restaurants Pier 11 in Solothurn Fondue essen. In Mini-Chalets, mit Platz für vier Erwachsene.

Fabio Vonarburg
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Chalet-Dörfli beim Pier 11
8 Bilder
Blick zu den Chalets
Und jetzt ein Blick hinein.
Blick in eines der Mini-Chalets.
Ein Schlitten als Dekorationselement.
Auch Apéro ist möglich. Sitzgelegenheiten dazu hat es.
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Chalet-Dörfli beim Pier 11

Tom Ulrich

Viele Weihnachtsmärkte fallen dieses Jahr aus bekanntem Grund aus. Anstatt die Gassen von Schweizer Städten zu säumen, bleiben damit viele Weihnachtshäuschen den Winter über im Lager stehen. Dass es auch anders geht, zeigt ein Besuch am Solothurner Hafen, beim Restaurant Pier 11. Dort ist ein Chalet-Dörfli aus sieben Weihmachtmarkthäuschen entstanden, in dem seit gestern Abend Besucher begrüsst werden – zum Fondue- oder Raclette-Essen.

«Ohne Corona gebe es unser neues Chalet-Dörfli nicht», sagt Christoph Burgherr, der Ressortleiter des TCS Camping in Solothurn, zu dem auch das Restaurant Pier 11 gehört. Denn eigentlich war dasselbe geplant wie im vergangenen Jahr: ein grosses Chalet mit Platz für maximal 60 Personen. Er habe schon vor Monaten gedacht, dass dies zu Coronazeiten schwierig werden könnte, erzählt Burgherr. Und so fing das Team an zu sinnen und hatte mit dem Chalet-Dörfli den entscheidenden Einfall.

Jedes Chalethäuschen ist speziell eingerichtet. Beim einen hängen Schuhe an der Wand, in einem anderen findet man ein Sennenchuteli. Beinahe alle Einrichtungsgegenstände stammen aus der Brockenstube, erzählt Burgherr. «Die Häuschen sollen urchig und gemütlich wirken, als wäre man zu Gast in einer Berghütte.» Nicht nur innen ist alles mit Liebe gestaltet, sondern auch der Aussenbereich. Ein Schlitten ist an ein Chalet gelehnt, nebst Holzbeigen gibt es auch einen grossen Käselaib zu entdecken.

Aus Alltag ausbrechen, in Winterdorf eintauchen

Natürliche verfolge man mit dem Projekt wirtschaftliche Ziele, sagt Burgherr, das sei aber nicht die einzige Motivation. Im Winter laufe im Pier 11 im Vergleich zum Sommer wenig. «Wir wollen zeigen, dass es sich auch in der kalten Jahreszeit lohnt, zu uns zu kommen.» Zudem wolle man den Leuten mit dem Chalet-Dörfli etwas bieten, trotz Corona. Eine Möglichkeit, aus dem Alltag auszubrechen, ihn ein wenig zu vergessen und in ein Winterdorf einzutauchen.

Dabei sorgen die Mini-Chalets dafür, dass man eigentlich vor allem mit der eigenen Gruppe in Kontakt kommt, die so unter sich bleibt. Auch das Servicepersonal versucht, den Kontakt gering zu halten. Will eine Gruppe etwa eine neue Flasche Wein bestellen, können sie im Innern des Häuschens den entsprechenden Knopf drücken, und am Fenster des Chalets beginnt eine Lichterkette zu leuchten – das Zeichen für das Personal, dass ihr Einsatz gefragt ist.

Burgherr ist erfreut über die vielen positiven Reaktionen, die die Idee bislang ausgelöst hat. Das Video, das das Pier 11 in den sozialen Medien geteilt hat, haben bereits über 20000 Personen angeschaut und hat über 120 Kommentare generiert, obwohl der Fondue-Schmaus noch überhaupt nicht begonnen hatte. «Super Idee», schreibt einer, «man muss in dieser schwierigen Zeit kreativ sein.»

Das Chalet-Dörfli hat jede Woche von Mittwoch bis und mit Sonntag geöffnet. Sicherlich bis am 31. Januar. «Falls es gut läuft, können wir uns vorstellen, das Dörfli auch noch im Februar stehen zu lassen», sagt Burgherr, der berichtet, dass am kommenden Wochenende bereits alle Chalets reserviert sind. Plätze zum Käseschmaus gibt es aber jeweils auch noch auf dem Boot oder im Restaurant.

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