Der Neubau eines neuen Coop-Centers an der Westumfahrung zieht sich hin, jetzt beabsichtigt der Grossverteiler in Solothurn vorerst das bestehende Angebot zu verbessern. «Wir wollen den Standort an der Westringstrasse aufwerten», begründet Heinrich Beer, Leiter Immobilien bei Coop, neue Ausbaupläne vor den Toren der Altstadt.

Konkret geht es um den Anbau eines weiteren Trakts, der die bisherige Verkaufsfläche von 800 um weitere 350 Quadratmeter erweitert. Der Ausbau habe allerdings nichts mit der bisher ausgebliebenen Realisierung des Kofmehl-Projekts an der Westumfahrung zu tun, wird seitens des Coop-Verantwortlichen in Bern betont.

«Piazza» wird kaum genutzt

Zurück an die Westringstrasse: Dort muss nach offenbar langen Vorabklärungen nun zuerst der bestehende Gestaltungsplan aus dem Jahr 1981 abgeändert werden – was am kommenden Dienstag im Gemeinderat geschehen soll. In der vorberatenden GRK war vor allem die künftige architektonische Umsetzung des geplanten Anbaus ein Thema, doch wird diese erst im Baubewilligungsverfahren konkretisiert.

Da das Areal im Ortsbildschutzgebiet liegt, wird im Richtprojekt immerhin festgehalten, dass die neue Fassade nicht als fensterlose Wand gestaltet werden darf, sondern gegen den «Restplatz» hin offen sein soll. In der GRK herrschte auch Besorgnis, dass Coop den wichtigen Einkaufsstandort nur weiterführen werde, wenn das Ausbaubegehren bewilligt würde.

Diese Fläche (l. separat im Plan) soll auf dem Platz überbaut werden.

Diese Fläche (l. separat im Plan) soll auf dem Platz überbaut werden.

Dies fällt offenbar umso leichter, weil die bestehende «Piazza» vor dem Coop-Center an der Westringstrasse schlecht ausgestaltet sei und kaum zum Aufenthalt benutzt werde. Auch sei die Erschliessung durch das unterirdische Parkhaus sowie öV-Haltestellen in der Nähe gewährleistet. Der Coop-Eingang soll zudem am heutigen Ort bleiben.

Tauziehen um Neubau geht weiter

Noch Treten an Ort ist dagegen beim zweiten Coop-Projekt in Solothurn angesagt. Schon 2008, rechtzeitig auf die Eröffnung der Westumfahrung hin, hatte Coop geplant, ein neues Center auf dem ehemaligen Kofmehl-Areal zu eröffnen. In der Folge war es jedoch zu Einsprachen aus Anwohnerkreisen gekommen und eine hatte vor Bundesgericht insofern Erfolg, als ein Formfehler das ganze Projekt gleich nochmals aufs Feld eins zurückkatapultierte.

Erst nach der Aufnahme des Standorts in den kantonalen Richtplan war der Fehler ausgebügelt und die Planung konnte wieder ihren Lauf nehmen. «Das Projekt wird von Coop weiterverfolgt», bestätigt dazu Heinrich Beer.

Stadt gegen «Light-Variante»

An sich war auch eine redimensionierte Variante des neuen Centers als Vergleichsvorschlag für die Einsprecher erarbeitet worden. Die ursprünglich knapp 7000 Quadratmeter Gesamtverkaufsfläche wurden auf maximal 5400 Quadratmeter reduziert, womit potenzielle Drittmieter wegfallen würden. «Die Grundversorgung durch Coop wäre damit aber immer noch gewährleistet», so Beer.

Die Parkplatzzahl hätte statt 253 noch 200 betragen und die Bauhöhe wäre auf Kosten eines der beiden Parkdecks von 14 auf noch maximal 11,5 Meter heruntergeholt worden.

Doch offenbar möchte die Stadt an der Planung in den ursprünglichen Dimensionen festhalten und hat dies Coop im August auch so kommuniziert. Begründung: Entlang der Westumfahrung will man ansonsten keine weiteren publikumswirksamen Anlagen, also Einkaufscenter – mit Ausnahme des neuen Coop-Centers, das künftig auch die Versorgung der geplanten Weitblick-Überbauung sicherstellen soll. Ob Coop bei der «Light-Variante» bleibt oder auf die «Wenn-schon-denn-schon»-Linie der Stadt einschwenkt, werde noch zu diskutieren sein, meint Heinrich Beer.