Solothurn
Coop-Center kommt nach Einsprachen in der Light-Variante

Coop redimensioniert die Baupläne auf dem Gibelin-Areal im Sinne der Einsprecher. Die Verkaufsfläche schrumpft von ursprünglich geplanten 8000 auf 6000 Quadratmeter und auch Parkplätze soll es weniger geben.

Andreas Kaufmann
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Noch wächst auf dem alten Kofmehl-Areal in Solothurn Unkraut. Mit einem Vergleichsvorschlag könnte sich für den dort geplanten Coop-Neubau bald eine Lösung abzeichnen. Hansjörg Sahli

Noch wächst auf dem alten Kofmehl-Areal in Solothurn Unkraut. Mit einem Vergleichsvorschlag könnte sich für den dort geplanten Coop-Neubau bald eine Lösung abzeichnen. Hansjörg Sahli

Diverse Rückschläge musste die Bauherrschaft fürs neue Coop-Center an der Gibelinstrasse bisher einstecken. Viele Einsprachen von Anwohnern, Formfehler, ein Bundesgerichtsentscheid und sechs Einsprachen, die diesen Sommer eingingen – trotz angepasstem, erneut genehmigtem Gestaltungsplan. Dieser lange Irrweg durch die Instanzen zögerte die auf 2008 geplante Eröffnung des Einkaufscenters bis heute hinaus.

Projekt erneut abgespeckt

Nun geht die Generalunternehmerin Marti AG, in deren Auftrag das Coop-Center realisiert werden soll, neue Wege: In Sitzungen mit allen sechs Einsprecherparteien und unter Vermittlung der Stadt unterbreitete Coop einen Vergleichsvorschlag, um das grosse Bauprojekt zügiger auf Kurs zu bringen. «Damit wollen wir das Verfahren verkürzen», bestätigt auch Theo Strausak, Rechtsvertreter der Bauherrenschaft.

Darin wird dieses nach bereits erfolgten Redimensionierungen erneut abgespeckt. Von ursprünglich knapp 8000 Quadratmetern Gesamtfläche für Verkauf und Mall krebst man auf maximal 6000 Quadratmeter zurück. Damit würden, so Strausak, auch potenzielle Drittmieter wegfallen. Die Parkplatzzahl soll von 253 auf höchstens 200 reduziert werden. Auch an der Bauhöhe, die bei bisherigen Einsprachen eine zentrale Rolle spielte, wird geschraubt. Statt 14 Meter sollen es nun noch maximal 11,5 Meter sein, womit eines der beiden Parkgeschosse wegfällt.

Weiteres Entgegenkommen

Im Vergleichsvorschlag werden weitere Massnahmen aufgeführt, die Coop ohnehin berücksichtigt hätte: Mit einer Parkdeck-Brüstung auf 120 Zentimeter Höhe sollen Autoscheinwerfer verdeckt bleiben, und durch die offene Gestaltung des Geschosses sollen auch keine zusätzlichen lärmverursachenden Belüftungsanlagen nötig sein. Weiter soll die Anlieferung bei geschlossenem Rolltor vonstattengehen. Ob die Einsprecher, die auch Bedenken wegen Lärm und Mehrverkehr rund um das geplante Einkaufszentrum geltend gemacht haben, dem Vergleichsvorschlag zustimmen, steht noch aus. Zeit haben sie dafür bis Ende Februar.

Alle Einsprecher müssten Ja sagen

Falls aber nicht alle Einsprecher ihre Zustimmung zum vorgeschlagenen Vergleich geben sollten, hält Coop am ursprünglichen Gestaltungsplan fest und scheut gemäss Strausak auch den Gang ans Bundesgericht nicht. Zudem reicht der Goodwill der Einspracheparteien allein nicht: «Die Planungsbehörde war und ist der Gemeinderat», betont Gaston Barth, Leiter des Personal- und Rechtsdiensts der Stadt. «Grundsätzlich werden solche Einigungen auch seitens Stadt begrüsst.»

Trotzdem bleibe die Möglichkeit bestehen, dass der Gemeinderat der Redimensionierung kritisch gegenübersteht. Erst wenn er sich mit den Anpassungen einverstanden erklärt und das neue Projekt die planerischen und rechtlichen Vorgaben erfüllt, könnte die Planung abgeändert und die Einsprachen als zurückgezogen erklärt werden. Strausak zeigt sich diesbezüglich zuversichtlich: «Der Standort wurde von der Stadt als städtebaulich ideal vorgeschlagen.»

Auf die meisten der Einsprecher habe der Vorschlag von Coop einen positiven Eindruck hinterlassen. Hinsichtlich einzelner Detailfragen zum öV-Takt und zum Wildparkieren müssten sich die Parteien noch mit der Stadt kurzschliessen. Einzig eine der betroffenen Parteien verliess vorgängig die Sitzung. Sollten zu guter Letzt aber sämtliche Einsprecher auf das Angebot eingehen, so könnte nach Passieren der Planungsbehörde Ende Frühling 2013 das Baugesuchsverfahren eingeleitet werden. «Vorbehältlich weiterer Einsprachen könnte Ende Jahr mit dem Bau begonnen werden», so Strausak.

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