«Wir wollten unbedingt jemanden aus Solothurn.» Mit diesem Anspruch waren Christoph Lengwiler und seine Gurzelngasse 14 AG anfangs 2011 angetreten, als sie das ehemalige Altstadthaus des Seraphischen Liebeswerks erwerben konnten. Zuletzt waren es noch sieben Interessenten – und tatsächlich alle aus Solothurn. «Wir haben im Parterre, wo zuletzt die Papeterie Schüpbach war, ein Shop-in-Shop-Konzept entworfen und jetzt einen Mietvertrag unterzeichnet», erklärt Lengwiler, der gleich nebenan, an der Gurzelngasse 16 sein Optikgeschäft, die Luxor GmbH, betreibt. «Wir wurden mit der Confiserie Hofer als Mieter einig. Als deren Untermieter wird zudem im Oktober der Neugear Apple Shop einziehen.»

Zwei oder gar drei Standbeine?

Philipp Hofer, mit seiner Confiserie und Café im Stammhaus am Stalden, aber auch an der Wengistrasse im «Solout» präsent, freut sich über den Zuschlag: «Wir haben uns lange nach einem zusätzlichen Standort umgeschaut.» Vorne werden sich Hofer und der IT-Anbieter Neugear das Ladenlokal teilen, im hinteren Bereich will ab Hofer ab Mitte Oktober ein Café betreiben. «Die Produktion bleibt am Stalden, an der Gurzelngasse konzentrieren wir uns wie im ‹Solout› vor allem auf Mittagsverpflegung mit Suppen, Salaten, Pasta und Snacks.» Ob Hofer auch 2013 im «Solout» bleibt, sei noch offen – das hänge vom neuen Mieter an der Wengistrasse ab. Bekanntlich hatte dort die Berner Warenhauskette Loeb nach nur zwei Jahren das Experiment Solothurn abgebrochen und bis Ende 2012 – dann läuft der Mietvertrag aus – den Outlet-Shop Solout betrieben, dessen Untermieter Hofer ist.

Dass es Oktober wird, hat auch damit zu tun, dass oberhalb des Ladenlokals mit seinem interessanten Kreuzgewölbe sechs Wohnungen eingebaut werden. «Wir geben bei uns das zweite Stockwerk als Geschäftsräumlichkeit auf und konzentrieren diese neu im ersten Stock über beide Häuser hinweg», betont Christoph Lengwiler, endlich glücklicher Besitzer einer Baubewilligung. Denn das Haus mit viel historischer Bausubstanz hatte enormen Absprachebedarf mit der Denkmalpflege und der Altstadtkommission erfordert. Aber zuletzt haben man Lösungen gefunden, die laut Lengwiler «nicht als enorme Schikane» empfunden werden mussten. Jedenfalls verspricht der Optiker: «Es wird attraktive Wohnungen geben.»