Solothurn
Claudia Eng ist neue Präsidentin der Stadttheater-Freunde

Die diesjährige Generalversammlung der Freunde des Stadttheaters Solothurn brachte eine speditive Abwicklung der statutarischen Geschäfte, personelle Veränderungen und interessante Informationen.

Helmuth Zipperlen
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Das Stadttheater Solothurn bei der Neueröffnung. (Archiv)

Das Stadttheater Solothurn bei der Neueröffnung. (Archiv)

Felix Gerber

Nach der kurzfristigen Demission des bisherigen Präsidenten konnte vor Jahresfrist das Präsidium nicht neu besetzt werden. Die bisherige Aktuarin, Claudia Eng, die sich auch in der Arbeitsgruppe Gönnerclub profiliert hatte, übernahm im August 2015 ad interim das Präsidium. Auf Vorschlag des Vorstandes wurde sie nun mit Applaus an die Vereinsspitze gewählt. Neu übernimmt nun Thomas Egger das Aktuariat.

Der Vorstand wurde mit Marianne Jeger und Barbara Goetz um zwei Mitglieder erweitert. Thomas Kaegi werden die Mitgliederliste und die Website zugeordnet. Zum neuen Ersatzrevisor bestimmte die Versammlung Benjamin Patzen. Als letzte Personalie musste der Rücktritt von Thomas Wallner aus der Arbeitsgruppe Gönnerclub mitgeteilt werden. Die von Kassier Raymond Melly erläuterten Jahresrechnung 2015 und Budget 2016 wurden ohne Wortmeldung von der Versammlung genehmigt.

Die Erfolgsrechnung hat sich weitgehend im Rahmen des Budgets bewegt. Erfreulicherweise konnten mehr Mitgliederbeiträge verbucht werden, was höhere Zuwendungen ans Theater ermöglichte. Im Geschäftsjahr 2015 überwies der Verein 12 000 Franken für das Halbjahres-Engagement eines jungen Schauspielers, 2500 Franken an die Musikgestaltung von «Amadeus» und 1000 Franken an das Buch des verstorbenen Mario Bettoli.

Patenschaft für Nachwuchs

Thomas Egger und Schauspielchefin Katharina Rupp begründeten den Beschluss das Vorstandes, während dreier Jahre je 15 000 Franken als Patenschaft für junge Schauspieler auszurichten. Das Tobs ist seit seiner Gründung als Städtebundtheater immer ein sogenanntes Sprungbretttheater gewesen. Berühmte Namen von Maria Schell oder Lisa Della Casa über Robert Atzorn bis zu den von Katharina Rupp als Anfänger verpflichteten Max Merkel oder Aaron Hitz haben ihre ersten theatralischen Erfahrungen in Solothurn und Biel gemacht.

Mit einem festen Ensemble von nur sechs Darstellern ist das Schauspielrepertoire beschränkt. Klassiker von Shakespeare oder Tschechow sind damit nicht zu besetzen, weshalb zusätzliche Leute verpflichtet werden müssen. Der seinerzeitige Zürcher Mozart in «Amadeus», Christoph Waltz, hat es inzwischen zum zweifachen Oscar-Preisträger gebracht. Wer weiss, vielleicht schafft das auch mal jemand, der von dieser Patenschaft profitiert.

Vom Graben aufs Podium

Chefdirigent Kaspar Zehnder hat zuletzt viele Anstrengungen unternommen, das Sinfonieorchester des Tobs auch in Solothurn bekannter zu machen. Natürlich kennt das hiesige Publikum dieses Orchester seit Jahrzehnten, aber eigentlich nur als Theaterorchester, im Orchestergraben des Theaters stationiert. Jetzt geht es darum, das Orchester «aus dem Graben auf das Podium herauf zu wälzen».

Insbesondere wies Zehnder auf die zwei kommenden Händel-Werke hin, «Messiah» im Konzertsaal und die Oper «Alcina» im Stadttheater. Direktor Dieter Kaegi, der nun in Solothurn wohnt, hat ein an sich erfreuliches Problem: ausverkaufte Aufführungen. Deshalb empfahl er den Kauf eines Abonnements. Stadtpräsident Kurt Fluri schliesslich dankte dem Verein für sein finanzielles und ideelles Engagement und freute sich, dass die in der Säulenhalle vorbereitete Bestuhlung nicht ausreichte, sodass in aller Eile weitere Stühle herbeigeschafft werden mussten.

Weitere Informationen über die Patenschaft für junge Schauspieler und Schauspielerinnen sind erhältlich an der Theaterkasse Tel. 032 637 26 66 oder www.theaterfreunde.ch, über den Probenbesuch beim Jungen Theater am 13. Mai unter www.theaterfreunde.ch und über das Orchesterangebot unter www.tobs.ch