Solothurn
CIS-Betriebsleiter möchte ein Sporthotel mit 24 Zimmern errichten

Im CIS ist Auffrischen und Ausbauen angesagt. Betriebsleiter Rainer Gilg will für die Pächterin des Sportcenters einiges bewirken. Er möchte auf dem Areal ein Sporthotel errichten.

Andreas Kaufmann
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Rainer Gilg, Geschäftsinhaber von BPM Sports GmbH, vor den markanten «Isler»-Schalen, die das Sportzentrum überdachen.

Rainer Gilg, Geschäftsinhaber von BPM Sports GmbH, vor den markanten «Isler»-Schalen, die das Sportzentrum überdachen.

Andreas Kaufmann

Auch nach 32 Jahren wirken die von Ingenieur Heinz Isler kreierten «Wellendächer» imposant: Die Rede ist vom CIS-Sportzentrum. Doch unter der gewölbten Betonschale verbirgt sich eine lange Pendenzenliste, die nach Sanierung schreit. Dies bestätigt Rainer Gilg, Geschäftsführer der Firma BPM Sports. «Letztes Jahr haben wir eine Analyse durchgeführt, wobei offensichtliche Mängel zutage traten.»

Für die Garderoben hat er eine klare Diagnose: «End of life». «Die Garderoben, ferner die Sporthalle westlich des Eingangs sind in einem argen Zustand, entsprechend hoch ist die Priorität, sie zu sanieren.» Geplant wäre, während der Schulferien im Frühling, Sommer und Herbst die Instandstellung an die Hand zu nehmen – über mehrere Etappen, verteilt auf gesamthaft zwölf Wochen.

Einige Knacknüsse werden auf die Betreiber zukommen: Die Isler-Dächer sind zwar nicht denkmalgeschützt, aber laut kantonaler Denkmalpflege schützenswert, was die Installation einer Wärmedämmung nicht einfacher macht.

Die fehlende Isolation wiederum war oft Stein des Anstosses für einige dort trainierende Vereine – gerade im Winter. Darüber hinaus hegt Gilg Ausbaupläne: «Bemessen an der Nachfrage haben wir zu wenig Tennisplätze.» Ein weiteres ehrgeiziges Projekt kommt hinzu: «Wir wollen ein Sporthotel mit 24 Zimmern auf dem Areal errichten», kündigt Gilg an. Wo genau, sei noch nicht klar.

Stiftungsgründung beabsichtigt

Die Sanierung liegt als Pendenz schon länger auf dem Pult der CIS-Betreiber – ebenso dezidiert erscheinen die Ausbaupläne. Bloss haben mehrere Umstände das Vorhaben gebremst. Vor der Baueingabe besteht Klärungsbedarf für das Sporthotel. Konkret gehe es um die Frage der Zonenkonformität und der Bauhöhe resp. der Anzahl Stockwerke.

Ein Grund, weshalb die von langer Hand beabsichtigte Sanierung ins Stocken geriet, liegt in den Eigentumsverhältnissen der CIS Solothurn AG – und damit der Liegenschaft. «Die Eigentümerin Dinett Holding AG zieht sich zurück, und wir wollen eine Trägerstiftung gründen, die sich dem Zweck widmet, das CIS aufzukaufen und weiter zu betreiben.»

Finanzielle Engpässe und offene Rechnungen von Dinett machen laut Gilg einen Verkauf in baldiger Zeit wahrscheinlich. «Wenn alles glattläuft, könnte der erste Teil bereits 2015 saniert sein.» Die Stiftung indes soll durch Institutionen und Privatvermögen getragen werden, natürlich mit dem Ziel, mittelfristig schuldenfrei zu werden. Einige Interessenten konnten für das Vorhaben bereits gefunden werden, nun versuchen die Initianten und BPM Sports, weitere Personen und Trägerschaften hinzuzugewinnen. Das Kostendach für die dringendsten Sanierungspunkte wird auf etwas mehr als eine Million Franken geschätzt, der weitere Ausbau inklusive Sporthotel kann noch nicht beziffert werden.

Doch nicht nur in strategischer und bautechnischer Hinsicht könnte sich im CIS einiges ändern – auch auf der Serviceseite. Bereits bis heute wurde das Personal auf fünfeinhalb Vollzeitstellen aufgestockt. Ein Anlagewart wurde eingestellt, der Empfangsbereich verstärkt sowie Marketing-Know-how an Bord geholt. Gerade der Anlagewart habe auch ohne Sanierung bereits viel zum «Facelifting» der Anlage beigetragen.

Ein Augenmerk wird in Zukunft auch auf sportschulische Angebote gerichtet sein. Gilg will die bestehende Zusammenarbeit mit ansässigen Sportschulen wie der «Solothurner Tennis Academy», vertiefen. Insgesamt wollen sich die Betreiber aber auch über die Schlagsportarten hinaus als polysportive Institution positionieren. Handlungsbedarf sieht Gilg im Beach-Bereich, wo er sich eine stärkere Institutionalisierung der Clubs wünscht.

CIS soll noch lokaler werden

«Wir wollen eine Solothurner Lösung – mit Menschen von Solothurn für Menschen aus Solothurn», verdeutlicht Gilg, der eine lokalere Ausrichtung vorantreiben will: «Die Entwicklung einer lokalen Trägerschaft mit einer Verantwortung für die Region ist eine Chance.» Die bisherige CIS-Inhaberin Dinett Holding AG ist demgegenüber in Gunten am Thunersee domiziliert.

Die Verzögerung, die sich durch die aktuellen Umstände ergeben hat, ist für Gilg aber «eine Verzögerung mit sympathischer Aussicht», wie er selbst sagt. Wichtig sei, dass das Sportareal als Ganzes wahrgenommen werde, ungeachtet, welche Urheberschaft dahintersteckt.

Gilgs Hoffnung: Zusammen mit der Badi ein synergetisches Angebot mit Mehrwert zu verwirklichen. «Dies gilt umso mehr, als dass die ‹Weitblick›-Planung jetzt an die Hand genommen wird», sinniert er im Hinblick auf eine Sport-, Park- und Freizeitzone im ambitiösen Stadtentwicklungsprojekt.