Konzertsaal Solothurn
Chor «Taktlos» bietet Lieder aus aller Welt

Der Chor «Taktlos» bereitete mit «Movanta Koloro» einen überraschenden Musikabend - Lieder aus aller Welt verbunden mit archaischer Trommelsprache. Die nächste Aufführung findet am 28. November im Konzertsaal statt.

Gundi Klemm
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Die 21 Sängerinnen und 3 Sänger nutzten den gesamten Bühnenraum samt Treppe im Konzertsaal für die Choreografie.

Die 21 Sängerinnen und 3 Sänger nutzten den gesamten Bühnenraum samt Treppe im Konzertsaal für die Choreografie.

Tina Dauwalder

Eigentlich ganz einfach und doch so schön. Lieder aus aller Welt verbunden mit archaischer Trommelsprache. Das bot der Chor «Taktlos» am Samstagabend dem Publikum im Konzertsaal.

Opernsängerin und Gesangspädagogin Katharina Spielmann steht für ausgefallene Ideen. Im vergangenen Jahr zauberte sie mit ihrem 2011 gegründeten Verein Taktlos eine mitreissend aufbereitete Version der Operette «Der Vogelhändler» auf Bühnen in Bauernhäusern. So ahnte das Publikum, das vielzählig den ersten «Taktlos»-Auftritt im Konzertsaal besuchte, dass es erneut in eine impressive Welt eintauchen würde.

Unter dem Titel «Movanta Koloro» verbanden sich nicht nur zarte Farben, sondern durch Bewegung erschlossene Klangräume. In der Mitwirkung von Fabrizio Perini, der sich als wahrer Magier asiatischer Trommelkunst erwies, schuf Katharina Spielmann einen reizvollen Kontrast, der dem Abend Bodenhaftung und Weltoffenheit verlieh.

21 Lieder in 14 Sprachen

Ausgewählt hatte sie 21 Lieder in 14 Sprachen, die sie mehrstimmig interessant arrangiert hatte. Die musikalische Reise begann mit dem liebenswerten «Sia hamba» in Südafrika, nahm Kompositionen von Pierre Passereau und Camille Saint-Saens, das «Ave Maria» von Jakob Arcadelt, Volkslieder aus der ganzen Welt auf bis hin zum Abschiedslied «Mungu Akipenda» aus Tansania. Eingebettet darin auch das sehnsuchtsvolle «S’isch äbe ne Mönsch uf Aerde» und das im Satz singtechnisch herausfordernde «Horch, was kommt von draussen rein». Die deutliche Artikulation der Chormitglieder bei Liedtexten, beispielsweise in Englisch, Japanisch, Russisch, Jiddisch, Hebräisch und in hiesiger Mundart überzeugte!

Bewegungspädagogin Dana Wittlin hatte für die einzelnen Darbietungen organisch sich entwickelnde Bewegungsformen geschaffen, die ein bei Chorauftritten sonst übliches statisches Verharren vermieden. Fast wie fliessend, einer inneren Logik folgend, ging die Aufstellungsform der 21 Sängerinnen und 3 Sänger von einer in die nächste über, indem der Bühnenraum samt Treppe genutzt wurde. Unterschiedlich zusammengesetzte Ensembles entstanden und lösten sich in spielerischem Szenenwechsel wieder auf. In dieser Gesamtinszenierung hätte man auf den Beifall nach jedem Programmpunkt durchaus verzichten können. Als Ausdruck grosser Begeisterung über dieses abendfüllende Erlebnis belohnte das Publikum zum Abschluss alle Mitwirkenden und insbesondere die klanglich warmen Solostimmen, mit einem grossen Applaus.

Ins Konzept dieser liebevollen und professionellen Aufbereitung passte die von Carmen Rufer verantwortete individuelle Ausstattung aller Singenden. Aufbauend auf die Farbe Beige waren variationsreiche Bekleidungen entstanden, die sich mit roten und türkis-grünen Farbtupfern ergänzten. Gelungen war ebenso die wechselnde Beleuchtung von VXCO, Deitingen, die das Geschehen wirkungsvoll hervorhob.

Reizvoller Kontrast

Trommelkünstler Fabrizio Perini, der den rhythmischen Puls einiger Chorlieder begleitend hervorhob, vermittelte mit seinen vier – Afrika, Südkorea, Bern und Japan – gewidmeten Soloauftritten einen Eindruck der urwüchsigen Kraft dieser Instrumente. Seine mächtigen Trommeln liess er mit seinen virtuos fliegenden Holzschlegeln ganze Geschichten erzählen. In packender Choreografie gestaltete er den koreanischen Sambuk mit drei Trommeln und vertrieb damit jegliche Wintermüdigkeit.

Nächste Aufführung: Freitag, 28. November, 20 Uhr, Konzertsaal.

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