Bei mal sphärisch und mal verspielten, mal heiter und mal melancholischen Klängen ziehen Nordlichter und mondbeschienene Winterlandschaften vor dem inneren Auge vorbei. Das Ohr glaubt, Hufgetrappel von Rentieren auf knirschendem Schnee und durch Fjorden rauschendes Eiswasser zu hören.

Das Programm, das das Solothurner Vokalensemble «Stimmband 11» ersonnen und in den vergangenen drei Monaten fleissig eingeübt hat, passt gut in diese vorweihnachtliche Zeit. Der 2016 gegründete Projektchor wendet seinen Blick im Programm «Nordwärts» dem Polarstern zu und bringt morgen Samstag und am Sonntag Klassisches, Zeitgenössisch-Klassisches und Folkloristisches aus nordischen Ländern und nordisch Inspiriertes auf die Bühne.

So führt die musikalische Reise unter anderem nach Schweden, Norwegen, Finnland, aber auch nach Island und Estland. Werke US-amerikanischer Komponisten wie Eric Whitacre – bekannt für monumentale Internet-Chorprojekte – oder auch ein klassisches Stück aus Felix Mendelssohn Bartholdys Feder zieren das Repertoire. Leicht klingende, aber auch ungewohnte, dystonale Melodien bilden die nordische Musik in ihrer Vielfalt ausgewogen ab.

Erfolgreiches Debüt im 2016

Ins Leben gerufen wurde der Projektchor 2016 von Daniela Häni, die auf der persönlichen Suche nach einem geeigneten Chor mit ihrem ehemaligen Musiklehrer an der Kanti in Kontakt getreten war. «Da ich sonst auf keine Formation gestossen war, die mir zusagte, ging ich auf Matthias Rickenbacher zu.» Dieser empfahl Häni, die nach ihrer Ausbildung als Sekundarlehrerin mittlerweile selbst Musiklehrerin ist: «Warum nicht selbst einen Chor gründen?» – und sprang gleich selbst mit auf. So entstand bald ein Verein mit dem Zweck, ehemalige und aktuelle Kantischüler sowie Freunde der Kantonsschule für ein zeitlich begrenztes Chorprojekt zusammenzubringen. Rickenbacher übernahm die musikalische Leitung, Häni zeichnete für die Projektassistenz verantwortlich. Nach intensiver Mitglieder- und auch Sponsorensuche waren rund 40 Choristen vom Enthusiasten bis zum Profi beieinander. In kurzer Zeit war das Programm «n.a.c.h.t.» bühnenreif – und heimste vor einem Jahr viele positive Resonanzen ein.

Intensive Probezeit

Der Erfolg beflügelte zu einer Neuauflage: «Die Planung fürs diesjährige Projekt schloss gleich an», erinnert sich Häni, die wieder als Projektassistentin amtet: Themenfindung, Lieder suchen, mögliche Teilnehmer anschreiben und Unterstützungsgelder sichern. Zudem wird wie letztes Jahr Cellistin Barbara Gasser die Chorsänger instrumental begleiten. Auch diesmal fanden wieder rund 40 Sangesfreudige zusammen.

Seit September büffeln diese in sieben ganztägigen Proben, sowie in zwei Hauptproben auf die anstehenden Konzerte hin. «Wir starten damit jeweils zum Semesterbeginn im September», sagt Häni. Nicht zuletzt, weil neben Kantischülern, -lehrern und -freunden immer auch etliche Studierende mitwirken. Entsprechend liegt das Altersspektrum zwischen 20 und 50 Jahren.

Trotz eines treuen «Kerns» kommt der Projektchor in neuer Zusammensetzung daher. Alte Freundschaften aus der Kanti, und neue, die sich zum letztjährigen Debüt der Formation entwickelt haben, bilden so den Kitt der Gruppe und schaffen – wie man schon in Klangproben des vergangenen Jahres gut hören kann – den harmonischen Klangkörper.

Konzerte Sa, 25. Nov., 19.30 Uhr, kath. Kirche Selzach. So, 26. Nov., 17 Uhr, Franziskanerkirche Solothurn. Eintritt frei.