GA Weissenstein
«Chnorz» mit TV-Sendern: «Homeservice»-Helfer sollen rauchende Köpfe verhindern

Anlässlich der digitalen TV-Umstellung der Gemeinschaftsantenne Weissenstein am 6. Mai dürften einige mit vielen technischen Fragezeichen vor der Mattscheibe sitzen. Neu gibt es aber einen Homeservice.

Andreas Kaufmann
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Geschäftsführer Marcel Eheim: «In Ihrem Einsatz repräsentieren Sie auch die Firma GAW.»

Geschäftsführer Marcel Eheim: «In Ihrem Einsatz repräsentieren Sie auch die Firma GAW.»

Andreas Kaufmann

Es ist ihre Mission, rauchende Köpfe zu verhindern und Fernbedienungen davor zu bewahren, an die Wand geschmettert zu werden. Neun Männer mit technischem Flair sollen bei der anstehenden Senderumstellung der Gemeinschaftsantenne Weissenstein am 6. Mai (siehe Kasten) einen Homeservice bieten. Und zwar all jenen Fernsehzuschauern, die sich mit den derzeitigen digitalen Umwälzungen auf der Mattscheibe ebenso schwer-tun wie mit der Programmierung des Videorekorders anno dazumal.

Wie viel neu macht der 6.Mai?

Einige Änderungen stehen am 6. Mai an. Primär werden die Sender neu sortiert, so-dass die Schweizer sowie sonstige deutschsprachige Kanäle mit hoher Einschaltquote vorne eingereiht werden und spartenähnliche Programme gruppiert werden. Das kostenfreie Grundangebot, das neu Free-TV heisst, wird mit rund 130 Sendern bestückt sein. Kanäle, die in einer HD-Version vorhanden sind, werden als SD-Version (Standard Definition) abgeschaltet. Auch das Pay-TV-Angebot wird neu strukturiert. Weiter dürften ab 2015 laut Geschäftsführer Marcel Eheim die analogen Sender endgültig abgeschaltet werden. Wer bei der Umschaltung am 6. Mai Hilfe benötigt, kann via GAW einen Fachpartner aus dem Elektronikfachbereich oder ihren eigenen Homeservice (siehe Haupttext) für 70 Franken pro Erstgerät und 20 für jedes weitere TV-Gerät anfordern. (ak)

Zwar ist Technik intuitiver geworden, was auch Marcel Eheim, GAW-Geschäftsführer, bestätigt. Schliesslich stellt gerade der automatische Sendersuchlauf bei vielen Geräten eine komfortable Variante dar, um den Fächer an Kanälen fein säuberlich sortieren zu lassen. «Doch obwohl Technik heute einfacher zu bedienen ist als früher, gibt es viele Kunden, die es schätzen, wenn man beim Einstellen des TV-Geräts eine Hilfe zur Seite hat», und sei es nur, um sicherzugehen, dass alles auch richtig konfiguriert wurde.

Eheim selbst rechnet, dass immerhin 20 Prozent aller Nutzer mit den Hürden der TV-Einstellung zu kämpfen haben.

Mehr als nur technisch affin

Viele greifen dabei ganz nach Subsidiaritätsprinzip auf Hilfe im familiären Umfeld zurück. Dennoch sind bei der GAW bis dato 30 Anmeldungen von TV-Besitzern eingetrudelt, die sich die Hilfe gerne nach Hause liefern lassen. So hat die GAW technisch affine Leute an Bord geholt, die ab 6. Mai zu technisch weniger affinen Leuten nach Hause gehen.

Doch mit «affin» als Anforderung hat sich die GAW bei der Rekrutierung nicht begnügt, besteht dieses Helferteam im Nebenerwerb doch aus Studenten, Rentnern und Stellensuchenden, die sich auch beruflich in einem technischen Umfeld bewegten, bewegen oder bewegen werden. In drei Halbtagen wurden die neun nun geschult und mit dem Branding der GAW ausgestattet – Polo-Shirt und E-Mail-Adresse inklusive. Eheim erklärt den digitalen Helfern, dass es auch wichtig sei, beim Kunden die Firma GAW zu repräsentieren. Dazu zählt, dass sie mitunter als Werbeträger für die Produkte im Einsatz stehen.

Zu ihnen zählt auch der 58-jährige Reto Ryf, der sich immer ein wenig nach Freelancer-Tätigkeiten umschaut. Der Ingenieur im Telecom-Bereich ist nun sehr gespannt, was ihn ab 6. Mai erwartet. «Ich bin mit Technik aufgewachsen, freue mich nun aber ebenso auf den Kundenkontakt.» Er hofft, Hilfestellungen bieten zu können, aber auch, sein eigenes Wissen in diesem Bereich zu erweitern: «Wer weiss, vielleicht entdecke ich ja Dinge, die ich auch bei mir zu Hause optimieren kann.»

Ebenso als Helfer dabei ist der 23-jährige Informatikstudent Nino Weingart, der immer mal auf der Suche nach Nebenjobs ist: «Die flexiblen Arbeitszeiten und der technische Bereich passen mir.» Auch im privaten Umfeld konnte er in technischen Belangen schon oft Hand bieten: «Dabei ist natürlich Geduld sehr wichtig.» Und: Er freut sich natürlich auch über die geplante Fortsetzung des «Helfereinsatzes».

Wie nämlich Marcel Eheim bereits jetzt ankündigt, wird das Angebot des Home-Helfers ausgebaut werden. «Unsere Erfahrungen im Kundendienst zeigen, dass immer ähnliche Fragen aufkommen. Die Einrichtung eines WLAN-Zugangs oder eines Virenschutzes könnten künftig Themen sein.»