Solothurn
«Chnopf» zeigt, wie Zirkus mit Perfektion «schiefgeht»

Der Kinderzirkus «Chnopf» macht auch heuer wieder Station in Solothurn, um Alt und Jung ein amüsantes Spektakel mit artistischen Leistungen zu bieten. Heuer kommt sehr viel Solothurnisches zum Vorschein.

Helmuth Zipperlen
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Zirkus Chnopf gastiert in Solothurn
21 Bilder
Leute werden wie Puppen hereingetragen
Die Artisten des Zirkus verbreiten gute Laune
«Perfekt Defekt» heisst das Jubiläumsprogramm zum 25-jährigen Bestehen des Zirkus
Die Mitwirkenden müssen nicht nur Artistik, sondern auch Schauspiel, Tanz und Musik beherrschen
Artistin auf dem Drahtseil
Zirkus Chnopf
Hoch in den Handstand
Die Kinder sind begeistert
Kunststück mit der Kugel
Das ist aber eine ganz skurrile Person
Für Musik wird auch gesorgt
Klettern an der Stange

Zirkus Chnopf gastiert in Solothurn

Hanspeter Bärtschi

«Das Programm war sehr gut. Am besten haben mir die Nummern mit dem Umfallen gefallen,» so die Meinung des elfjährigen Aaron nach der Vorstellung. Ähnlich äussert sich auch die zehnjährige Chiara: «Das Programm war sehr gut. Mir hat die Drahtseilnummer am besten gefallen.» Viel mehr war diesen beiden Kindern nicht zu entlocken, was durchaus verständlich ist, denn dieses Zirkusprogramm ist in erster Linie zum Anschauen.

«Perfekt Defekt» heisst das Jubiläumsprogramm zum 25-jährigen Bestehen des Zirkus. Eigentlich ist der Zirkus «Chnopf» ein zürcherisches Unternehmen, wenn man jedoch etwas genauer hinschaut, kommt heuer sehr viel Solothurnisches zum Vorschein. Am Augenfälligsten ist dies natürlich in der Person des Matthias Schoch, welcher die künstlerische und musikalische Leitung innehat und auch als Protagonist auftritt. Er wohnt in Solothurn und ist als Schauspieler des Theaters Biel-Solothurn bekannt.

Vielfalt auf der Zirkusbühne

Co-Regie führte Max Merker, welcher zusammen mit Aaron Hitz im Frühling im Stadttheater den Buster-Keaton-Abend «Lachen Verboten» gestaltete. Die beiden haben übrigens kürzlich mit diesem Stück in Essen gastiert. Der an der Folkwang-Hochschule in Essen auch in Physical Theatre ausgebildete Merker hat bei vielen Slapstick-Elementen des Zirkus seine unverkennbare Handschrift hinterlassen.

Maude Vuilleumier hat das Bachelorstudium Szenografie und das Masterstudium Bühnenbild absolviert und war auch am Theater Biel-Solothurn tätig. Ihre Kostüme sind zweckmässig und originell, ohne auf einen gewissen zirzensischen Flitter zu verzichten. Die von 2008 bis 2011 am hiesigen Stadttheater als Schauspieldramaturgin engagierte Silvie von Känel zeichnet für die Dramaturgie verantwortlich neben dem Artisten Andreas Muntwyler vom Zirkus Monti.

Dieser Grundgedanke bestimmte das diesjährige Programm. Alles, was vermeintlich schiefgeht, ist in Wahrheit hart erarbeitete und brillant ausgeführte Artistik. Da werden gleich zu Beginn Leute wie Puppen hereingetragen, in einer Reihe mit bestimmten Posen aufgestellt, doch die äusserste Figur beginnt zu wanken und schliesslich, einem Dominoeffekt gleich, liegen alle am Boden.

Als die beiden Träger mit Matthias Schoch etwas Mühe bekunden, meint er: «s’nöchscht Mol müesst er halt öpper näh, wo liechter isch.» Im Weiteren sind sehr viel Bodenakrobatik, Überschläge, Klettern an einer Stange und Parodien auf Musical und Superman zu sehen. Die Mitwirkenden müssen nicht nur Artistik, sondern auch Schauspiel, Tanz und Musik beherrschen, denn so vielfältig ist ihr Aufgabengebiet im Zirkus «Chnopf». Da verlängert sich schon mal ein Ärmel vom Ende der Stange bis an den Boden oder mit Highheels wird auf dem Drahtseil gegangen. Da alle in mehreren Funktionen auftreten, verzichten wir auf die Würdigung von Einzelleistungen.

Grundlage für spätere Karriere

Zu den Profis gehören Katharina Dröscher, Jeanine Ebnöther-Trott, Davide Romeo – er spielte übrigens am Theater Biel-Solothurn den Pinocchio –, Matthias Schoch, Konrad Utzinger und Andreas Zuckerman. Sie alle haben renommierte Ausbildungsstätten besucht.

Der Zirkus «Chnopf» engagiert immer auch Jugendliche, um ihnen die Grundlage für eine spätere professionelle künstlerische Tätigkeit zu bieten, damit sie sich an Schauspiel-, Tanz-, Artistik- oder Musikschulen bewerben können. Es sind dies Alice Jörg, Alda Otter, Lia Schädler und Luzia Scheidegger. Erstmals mit auf Tournee ist das «Kulifahrium» von Luzia Schneebeli, ein Wagen, in welchem ein Dreigang-Menü genossen werden kann.

Nächste Vorstellungen: Fr/Sa. 10./11. Juli, je 19.30 Uhr, Sa/So, 11./12. Juli, je 16.30 Uhr. Infos: www.chnopf.ch