Im Herzen der Stadt
Chlausemäret gestartet – Nun ist es in Solothurn definitiv Advent

Die Weihnachtsbeleuchtung brennt in der Stadt Solothurn schon seit zwei Wochen. Doch so richtig zieht der Advent mit dem Chlausemäret ein.

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Am Chlausmäret 2016
19 Bilder
Adventsstimmung auf dem Friedhofplatz.
Es gibt viel zu entdecken
Esel Beppo posiert in der Dämmerung.
Begehrter Weihnachtsschmuck.
Manche Stände wirken paradiesisch.
Samichlaus beliebt zu scherzen.
Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen.
Der Glühwein-Nachschub funktioniert.
Wau!
Die Heilsarmee spielt auf.
Beppo tut sich am Heusack gütlich.
Da staunen die Kinder.
Schoggisalami gibts bei der Confiserie Hofer.
Chlausemäret ist auch Bänzetag.
Gut verpackt in der Chlausemäret-Kälte
Marktfahrerin Lisel Gasser aus Selzach steht auf Weiss.
Raser Santa Claus.
Stadtmetzger Ruedi Wälchli bietet Schinenbänzli an.

Am Chlausmäret 2016

Wolfgang Wagmann

Du heiliger Strohsack! Pardon, Heusack ist korrekt. Esel Beppo scheint mehr als nur einen Narren an ihm gefressen zu haben – er zerrt und knabbert die ganze Zeit nur am Futtergras in der Ecke herum. Kollegin, Partnerin oder Leidensgefährtin Luana tut mehr für ihren Job: kinderfreundliche Samichlaus-Assistenz und Posing für all die gezückten Handys auf dem Friedhofplatz, das können Frauen eben besser als der Esel.

Daneben herrscht schon am frühen Nachmittag ein Gedränge vor dem Samichlaus, das den Schmutzli eher cool lässt. Denn der Barträger in Rot ist da fürs Eingemachte: «Värsli ablosen» fast im Sekundentakt und «hampfelewis» Nüssli an die kleinen Erzähler abgeben, für das muss ein Chlaus schon fast geschaffen sein.

Begehrter Glühwein

Eine alte Chlausemäret-Regel besagt: Wenn die Nase läuft, läuft auch der Glühwein. «Wir haben seit dem Mittag schon 300 Tassen Glühwein verkauft», ruft Barbara Gisiger stolz über den Tresen hinweg. Es ist wieder eine Saukälte auf dem Söilimäret und da braucht man die bunten Tassen schon nur als Handwärmer. «1300 Liter brauchen wir schon» - und rechnet nach: «Mal fünf Tassen pro Liter macht 6500 Tassen.»

Eine stolze Zahl für nur zwei Tage Chlausemäret. «Gebraut» wird das begehrte Getränk wie immer in der Reinhard’schen Garage neben dem Söitörli - bekannt bei den Fasnächtlern auch als «Chlämmerlibar», die Barbara Gisiger und ihre Kolleginnen während der fünften Jahreszeit betreiben. Doch zurück zum Chlausemäret: Auch der Nachschub funktioniert wie immer reibungslos, denn unentwegt karren Hannes Hostettler und Kurt Grossenbacher mit einem «Tankwägeli» über den schon recht belebten Friedhofplatz. Später am Abend, wenn es einnachtet, wird der «Shorttrack» zwischen dem Glühweinstand und der Garage schon bedeutend anspruchsvoller.

Bänzen und Schoggi-Salami

Doch noch hält sich ausser beim Hotspot Samichlaus der Ansturm in Grenzen. Vor allem Food ist trumpf und da gibt es so einiges zu entdecken. Die Confiserie Hofer bietet neben Bänzen aller Kaliber und den süssen Chlause-Härdöpfu im Marzipanmantel auch eine Nouveauté der ganz speziellen Art an: «Wir haben hier erstmals Schoggi-Salami» dabei», zeigt Ingrid Hofer auf einige täuschend echte Salamie im Bänze-Meer.

Ähnlich innovativ gibt sich Stadtmetzger Ruedi Wälchli, der gerade eine Handvoll «Schinke-Bänzli» warm hält. Kein Wunder also, dass sogar ein Schäferhund im roten Chlause-Dress auftaucht – die gluschtigen Salami wären allerdings für ihn doch eine Riesenenttäuschung.

«Weiss passt zu allem»

Bauchef Max Kaeser schlürft an seinem Glühwein – er hat fürs Erste das Gröbste hinter sich. «Wir haben hier 71 Stände», zeigt er auf die rote Dächerreihe, die sich wie alle Jahre noch den Stalden hinabzieht. «Drei, vier haben in den letzten Tagen noch abgesagt und mussten ersetzt werden», zeigt der Bauchef eines seiner Hauptprobleme am Chlausemäret auf.

Engel, Krippenfiguren, aber auch allerhand Skurriles bieten Marktfahrer und Geschäftsleute an. Lisel Gasser aus Selzach ist zum zweiten Mal dabei, «mir gefällt die Atmosphäre hier, vor allem wenn es dunkel wird.» Sie fertigt allerhand Kleinode ausnahmslos in Weiss an; «das passt zu allem.» Und betreibt einen immensen Aufwand: «Für einen Röselikranz muss ich schon 12 bis 14 Stunden rechnen.

Auch am Donnerstag ist der Chlausemäret nochmals bis 21 Uhr geöffnet – wie übrigens auch alle Stadtgeschäfte am heutigen «Nur-Innerschweizer-Feiertag» Mariä Empfängnis.