Solothurn

Chessler eröffnen die Fasnacht: Ab jetzt gehts «Rund um» in Honolulu

In Solothurn haben in den frühen Morgenstunden mit der traditionellen Chesslete die närrischen Tage begonnen. Mit Marco Lupi hat ein neuer Oberchessler durch die Stadt Solothurn geführt.

Der Böllerknall vom Amthausplatz her punkt fünf Uhr gab am Schmutzigen Donnerstag dem neuen Oberchessler der Narrenzunft Honolulu, Marco Lupi – assistiert links von Ober Samuel Hofer und rechts von Zunftlaternenträger Thomas Branger – das Zeichen, mit seiner Geisel und seiner Glocke die Chessleten und somit die Fasnacht 2018 zu eröffnen.

«Es hat gut angefangen», stellte Lupi nach getanem Umgang fest. «Ich habe mit meinem Vorgänger Reto Stampfli diskutiert, dann kam mir die Idee und ich bin sie abgelaufen, wobei ich merkte, dass diese Route nur eine halbe Stunde dauert», bereitete sich der neue Oberchessler vor.

Für alle Fälle, um die vorgegebene Stunde ausfüllen zu können, hat er sich eine ergänzende «Notausweichroute» zurechtgelegt. «Erstaunlicherweise ist es ohne diese sehr gut aufgegangen», staunte Lupi. Offensichtlich hat er mit seinem Tempo das richtige Gespür, denn um 05.57 Uhr lief die Spitze wieder vom Stalden herkommend auf dem Säulimäret ein. Eine Ziellandung also.

Chesslete 2018 in Solothurn – mit dem Gastspiel eines Postautos

Chesslete 2018 in Solothurn – mit dem Gastspiel eines Postautos

«Trotz Ferien hatte es ordentlich viele Leute», stellte er weiter anerkennend fest. Ein positives Fazit zog auch Peter Fedeli, Kommandant der Stadtpolizei: «Es war eine gute Chessleten und wir hatten eine ruhige Nacht». Er und seine Leute sahen «sehr viele Leute» vorbeiziehen, wobei sie auf dem Märetplatz die Bildung von zwei Gruppen beobachteten. «Das Wetter war ideal, die weissen Konfetti von oben kamen erst danach», spielte Fedeli auf die später fallenden feinen Schneeflocken an.

«Rund um» herrschte eine tolle, gute und lockere Stimmung. Die Chesslerinnen und Chessler jeglicher Provenienz und jeglichen Alters waren hoffnungsvoll gestimmt und wurden durch diese einzigartige Atmosphäre mehr als belohnt – am Schluss mit der obligaten Gratis-Mehlsuppen in den verschiedenen gastronomischen Betrieben.

Traditionell ging es links zum Bieltor, dann rechts in die Hintere Gasse. Es tutete, schellte und hornte links am Rathaus vorbei  zur Kathedrale und in die Hauptgasse. Geiselklöpfer zuerst auf dem Märet- und später auf dem Klosterplatz fehlten ebenso wenig wie die Vorstadtzunft mit ihren beiden Rätschenwagen vor dem Zeitglockenturm. Übrigens, auch mit einem mit «harten Gegenständen» gefüllten Wasserkocher wie mit am Chesslerhemd angenähten kleinen Glöckchen lässt sich ebenso gut lärmitieren!

„Chesslete“ eröffnet Solothurner Fasnacht

„Chesslete“ eröffnet Solothurner Fasnacht

Ein grosser Tag für Marco Lupi: Zum ersten Mal darf er den traditionellen Umzug in Solothurn als „Oberchessler“ anführen. Eine grosse Herausforderung!

Eine Novität war der Linksabbieger in die Schaalgasse zum Landhausquai, um über die Wengibrücke in die Vorstadt zu gelangen. Plötzlich kamen neue Töne von hinten dazu. Das Postauto versuchte sich sachte mit seinem Spezialklanghorn für Bergstrecken nach vorne zu preschen. «Die kommen wohl ihre Subventionen abholen», nahm ein Chessler trocken auf die aktuellen Schlagzeilen Bezug. Item, am Dornacherplatz vorbei schnitten nach der Niklaus-Konrad-Strasse viele die Kurve in die Berthastrasse zur Kreuzackerbrücke übers Trottoir. Vom Kronenplatz hinunter rückwärts den Blick auf diese Brücke zu werfen, lohnte sich: Eindrücklich, wie die weisse, kompakt marschierende Chesslerschar wirkte.

Aus der Hauptgasse bog Oberchessler Lupi in die Goldgasse ein. Dank der Verengung durch den schmalen Torbogen staute sich der Zug etwas. Nach rechts in die Theatergasse zur unteren Schaalgasse, wurden die treuen Mitmarschierenden links in die Löwengasse geführt, um den Stalden hinauf zur Schlusssequenz auf den Säulimäret anzusetzen.

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