Solothurn
Chästag hat Publikum Schritt um Schritt verzehnfacht – expandieren ist nicht das Ziel

Zum 7. Chästag am 7. September erwartet die Solothurner Vorstadt wieder Tausende von Festfreudigen. 70 Marktstände und 16 Gastronomieangebote sind präsent. Für die Organisatoren stimmt das Konzept, weiter wachsen soll der Anlass nicht.

Wolfgang Wagmann
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Der Chäs steht am Chästag jeweils im Zentrum
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Die besten Bilder der letzten sechs Chästage
Es ist Chästag am Rossmarktplatz
Kuhmelken am ersten Chästag
Der Untere Winkel ist die ideale Festwirtschaft
Kleine Chästag-Besucher
Schöne Tiere mit schönem Kopfschmuck kann man am 6. Chästag bewundern.
 Lieferantin des Chästages in der Vorstadt

Der Chäs steht am Chästag jeweils im Zentrum

Andreas Kaufmann

Er ist längst zu einem Zauberwort geworden, das zuletzt gegen 20'000 Fans in die Vorstadt pilgern liess: der Chästag. Die Zauberformel, die seit dem bescheidenen Start 2011 das Publikum Schritt um Schritt verzehnfacht hat: Man nehme Tiere, Bauern, Käseprodzenten und einige Beizli, dazu musikalische Unterhaltung und – das Volk freut sich. «Das Konzept stimmt. Und im Mittelpunkt steht unser Anliegen, regionale Produkte zu verkaufen», erklärt OK-Chef Robert Flückiger, der auf 100 Helferinnen und Helfer zur Abwicklung des Chästags zählen kann.

So sei man froh, dass sich mit den Feldwaffen Solothurn und dem Volleyballclub Bucheggberg zusätzlich zwei neue Vereine zu den bisherigen sowie den vielen privaten Helfern gesellt haben – «vor allem beim Abbau am Freitag sind wir froh um die Verstärkung», weiss auch der Leuziger Marktchef Bernhard Wyss.

Nicht weiter wachsen

Warum findet der Chästag eigentlich immer am ersten Donnerstag im September statt? «Weil er ein Bestandteil des Buechibärger Märets ist, der jeden Donnerstagnachmittag auf dem Rossmarktplatz durchgeführt wird»; so der OK-Präsident. Auch wenn es schon Gedankenspiele um eine Verlängerung oder Umterminierung des Chästags gegeben hat – «es ist überhaupt nicht das Ziel, weiter zu expandieren», meint Robert Flückiger.

Worauf Marktchef Wyss dann doch zumindest eine Ausdehnung des Fest-Rayons zwischen der Hafebar und der Kreuackerbrücke einräumen muss: «Dort haben die neuen Vereine ihre Stände.» Neu vermelden kann zudem Bernhard Wyss den Stand des Vereins Pro Buechibärg.

Doch bleibt es bei insgesamt 70 Marktständen, vorwiegend mit Käse im Angebot, die auch der Maître Fromager Rolf Beeler auf seiner Tour de Chäs besucht. Dazu kommen 16 Gastronomieangebote mit 700 gedeckten Plätzen – im Angebot stehen neben Käsespezialitäten auch Fisch oder Hamme. Für musikalische Unterhaltung sorgen abends beispielsweise die Hubustei Giele und am Nachmittag wird Musiklehrer Wolfgang Schönenberger mit seinen Kindern versuchen, das Publikum zum Mitsingen beim eigens komponierten «Chäslied» zu animieren.

Das liebe Vieh

Erster Höhepunkt ist am Chästag aber wiederum der Alpabzug mit zwölf Kühen, der mittags um 12 Uhr beim Baseltor startet und hinab auf den Dornacherplatz führt. Dort wird in einer Viehschau des Viehzuchtvereins Unterleberberg um 14 und 16.30 Uhr auch erklärt, welche Kriterien bei der Wahl der «Miss Leberberg», der schönsten unter 30 bis 40 gezeigten Kühen wichtig sind. Zudem ist um 17 Uhr noch ein Schaumelken angesagt.

Die Kühe stehen gestriegelt und geschmückt bereit für den Alpabzug am 6.Chästag
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15 Kühe laufen in diesem Jahr geschmückt vom Baseltor auf den Dornacherplatz
Die Lamas schauen sich aufmerksam um
Joy ruht sich vor seinem Einsatz noch ein bisschen aus
Kalb Dawina läuft auch mit
Der Alpabzug beginnt
Eine Herde Schafe läuft an zweiter Stelle
Kleiner Hund mit Jöö-Effekt
Die Kühe nähern sich dem Kronenplatz
Kuh vor der St.-Ursen-Kathedrale
Die Baustelle bereitet den Kühen keine Mühe
Wetterfee Sandra Boner führt mit an
Der 7-jährige Rüde Joy läuft zum vierten Mal mit
Natürlich führt auch Walter Werner vom Wallierhof eine Kuf den Kronenstutz hinab
Klein Davina
Lamas auf der Kreuzackerbrücke
Der Alpabzug ist jeweils ein Highlight
Kälbchen Davina
Es ist anstrengend
Auf dem Dornacherplatz findet der Alpabzug ein Ende

Die Kühe stehen gestriegelt und geschmückt bereit für den Alpabzug am 6.Chästag

Lea Durrer

Tiere ziehen die Kinder magisch an, und so gibt es für die Kleinen wieder den Streichelzoo im Kreuzacker unter dem Schatten der Platanen, Lamas zum Anfassen oder Ponyreiten. Aber auch bewährte Attraktionen wie Kühemelken, das Rösslispiel, eine Hüpfburg, die Mini-Eisenbahn oder der Traktor-Parcours gehören zum Kinder-Angebot.

Und ein Wermutstropfen

Ein schön gestalteter Pin, der auf freiwilliger Basis erstanden die Chästag-Finanzierung absichert, sowie neue Chästag-Fahnen auf den Stadtbrücken machen professionelle Werbung für den Grossanlass. Umso mehr bedauert das OK den plötzlichen Verlust ihres für die Werbung und das Sponsoring besorgten Mitglieds, Frank Schneider, der vor gut einer Woche einem Herzversagen erlegen ist. Seine Vorarbeiten für den Chästag waren gerade abgeschlossen. «Er arbeitete ruhig und professionell. Auf ihn konnte man sich verlassen», vermisst das OK Frank Schneiders «charmante, ausgeglichene Persönlichkeit».