Zuchwil
Chaos gab es bei der Regiobank-GV nur ausserhalb der Halle

1216 Aktionärinnen und Aktionäre der Regiobank Solothurn bekamen in der Eishalle Zuchwil gute Zahlen vorgesetzt. Einige schafften es aber wegen eines Unfalls nicht rechtzeitig zur Versammlung.

Wolfgang Wagmann
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In der Sporthalle Zuchwil bildeten die Aktionärinnen und Aktionäre wieder eine imposante Kulisse für die Verantwortlichen der Regiobank.

In der Sporthalle Zuchwil bildeten die Aktionärinnen und Aktionäre wieder eine imposante Kulisse für die Verantwortlichen der Regiobank.

Hanspeter Bärtschi

Eigentlich begrüsste Verwaltungsratspräsident Felix Leuenberger in der Zuchwiler Eishalle 88 neue Aktionäre der Regiobank Solothurn, womit diese neu 5910 Anteilseigner zählt. Doch auch von den zuletzt anwesenden 1216 Aktionärinnen und Aktionären schafften es wohl längst nicht alle rechtzeitig auf den Beginn der Generalversammlung – erlebte doch draussen die Region Solothurn ein absolutes Rekord-Verkehrschaos mit einem Unfall ausgerechnet in der Unterführung vor dem Sportzentrum, was zu einem mehr als halbstündigen Rückstau durch Zuchwil geführt hatte.

Der Lastwagen mit Littauischem Kennzeichen auf der Nord-Südstrasse in Zuchwil.
12 Bilder
Als er rechts an den Strassenrand fuhr, fielen einige Glasscheiben auf einen vorbeifahrenden Lieferwagen.
Unfall in Zuchwil: Ladung eines LKW bleibt an Brücke hängen
Teilweise wurde die Strasse komplett gesperrt
Die beschädigten Glasscheiben
Es handelte sich um Sicherheitsglas, deshalb gingen sie auch nicht zu Bruch.
Glasstaub auf dem Sattelschlepper
Auch auf dem Boden sind Spuren zu sehen
Ein Bagger bringt die Glasplatten weg.
Für die Autolenker ist Warten angesagt
Stau auf der Nord-Südstrasse

Der Lastwagen mit Littauischem Kennzeichen auf der Nord-Südstrasse in Zuchwil.

Kapo SO

Nun, die GV nahm ihren Lauf und Leuenberger konnte eigentlich nur gute Neuigkeiten verkünden: «Die Regiobank hat sich wiederum positiv und stabil entwickelt.» Nebst einer ausgewogenen Bilanzstruktur verfüge man über eine gute Substanz und eine erfreuliche Ertragslage (vgl. Kasten). Die Digitalisierung als neues Schwerpunktthema in der Geschäftstätigkeit streifte der VR-Präsident ebenso wie den planmässigen Aufbau der neuen Filiale in Zuchwil oder die Auslagerung der IT-Dienstleistungen in die neue Sepiida Solutions AG mit fast 40 Angestellten und Sitz in Solothurn.

Die Regiobank Solothurn in Zahlen

Bei einer Bilanzsumme von 2,62 Mrd. Franken kann die Regiobank Solothurn erstmals mehr als 2 Milliarden an Geldern verwahren. Verantwortlich dafür war der Zuwachs der anvertrauten Kundengelder um 106 Mio. Franken. Dank einer Liquidität von 292 Mio. Franken übertrifft die Regiobank die gesetzlichen Anforderungen.

Das Eigenkapital wurde um 9,4 Mio. Franken oder 4,9 Prozent auf 201 Mio. Franken aufgestockt. Der Geschäftserfolg mit 15,6 Mio. und der Reingewinn mit 7,312 Mio. Franken sind leicht angestiegen. Der Kurswert der Aktie stieg im Berichtsjahr von 3800 auf 4350 Franken. (ww)

Ein zufriedener CEO

Markus Boss als Vorsitzender der Geschäftsleitung nannte vorerst als zwei grosse Herausforderung für das aktuelle Banking die andauernd sehr niedrigen Zinsen oder gar Negativzinsen sowie die aktiven Regulatoren, die «wieder Hochkonjunktur haben». Doch stimme das Fundament der Regiobank mit einer verlässlichen Strategie, rund 43 000 Kunden, den erwähnten fast 6000 Aktionären und 100 «bestens ausgebildeten Mitarbeitenden». Die Bank habe sich auch ständig weiterentwickelt – denn, so Boss, «wenn wir uns als Bank nicht weiterentwickeln, fallen auch wir zurück.»

Erfreut zeigte sich der CEO über die Zunahme der Kundengelder oder die deutlich erhöhte Liquidität. «Wir versuchen nicht, um jeden Preis neue Hypotheken und Kredite zu vergeben», führte Markus Boss weiter aus, denn Volumensteigerung sei zwar gut und erwünscht, «aber nicht auf Kosten der Bonität und oder der Konditionen.»

«Wir sind gut organisiert und vernetzt und können die vielen Herausforderungen meistern – jetzt und auch in Zukunft», so der Referent. «Im Fokus bleiben gesundes, gleichmässiges Wachstum sowie die Stärkung der Ertragslage und der Substanz.» Der bisherige Geschäftsgang im laufenden Jahr stimme positiv «und wir sind auf Kurs», meinte Markus Boss in einem ersten Ausblick. Dies hatte zuvor auch schon Felix Leuenberger in seinem Ausblick angetönt – trotz der weiterhin nicht einfachen wirtschaftlichen Lage der Schweiz «budgetieren wir positiv».

Aktienkapital herabgesetzt

Keine nennenswerte Opposition entstand der Senkung des Aktienkapitals um 2,5 auf noch 12,5 Mio. Franken. Diese Nennwertreduktion ermöglichte zusätzlich zur Ausschüttung von 16 Franken Dividende eine weitere von 50 Franken pro Aktie, die nun noch einen Nennwert von 250 statt 300 Franken besitzt. Ebenso wurde verschiedenen Statutenänderungen zugestimmt, eine davon limitiert die Amtsperiode der Verwaltungsratsmitglieder auf noch ein Jahr statt von bisher vier Jahren. Auch wird der Geschäftsbericht neu «Lagebericht» genannt.

Der Verwaltungsrat setzt sich zusammen aus dem Präsidenten Felix Leuenberger (Bellach), Kurt Fluri (Solothurn), Andreas Bühlmann (Biberist), Alex Naef (Bellach) und Jonas Schürmann (Egerkingen).

Neu ins Gremium gewählt wurden Karin Trümpy-Steffen (Hägendorf) und Philipp Simmen (Oberdorf) anstelle der beiden nicht mehr kandidierenden Mitglieder Bruno Walter (Solothurn) und Petra Flury Schmitt (Günsberg).

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