Der FC Solothurn überwintert auf dem dritten Rang in der Erstliga-Gruppe 2. Trotzdem bleibt Trainer Hans-Peter «Bidu» Zaugg kritisch: «Wenn wir die letzten zwei Spiele anschauen, wo die Leistungen nicht absolut top waren, müssen wir zufrieden sein.» Die Rot-Weissen halten sich somit alle Türen offen, einen der acht Qualifikationsrundenplätze für die Finalrundenteilnahme um den Aufstieg in die Promotion League zu erkämpfen.

Diese Rangierung zeigt, wie ausgeglichen die Gruppe hinter Leader Luzern II ist. Die Überflieger aus der Leuchtenstadt weist bereits acht Punkte Vorsprung auf Baden und zehn auf Solothurn (Tordifferenz + 7) und Münsingen (+6) auf.

Nach der 0:1-Niederlage in Münsingen in Runde 11 drohte der Rückfall ins breite Mittelfeld. Nebst den beiden 3:2-Siegen gegen Schötz und in Delsberg sowie dem 1:1 in Bassecourt spielten den Ambassadoren die überraschende 0:1-Niederlage Badens beim gegen den Abstieg kämpfenden Kantonsrivalen Wangen bei Olten sowie das 1:3 Münsingens gegen Luzern II in der bereits ersten Rückrunde in die Karten. «Unser Ziel ist jetzt der zweite Rang, aber dafür dürfen wir nicht wieder gegen die direkten Konkurrenten verlieren», ist für Zaugg klar.

Verstärkung für die Offensive

Auf die Abschluss-Misere der letzten Saison reagierte der Stadtclub: Er verstärkte die Offensive. Mit den Verpflichtungen von Semir Bisevac, Topskorer vom interregionalen Zweitligisten Dulliken, und Loïc Chatton vom Challenge-League-Verein Neuchâtel Xamax, wurden klare Zeichen gesetzt. Ergänzt mit dem malisch-französischen Doppelbürger Garra Dembélé kam gar eine international erfahrende Kraft dazu. 18 der 25 Tore erzielte dieses Trio: Bisevac 8, Chatton 7 und Dembélé 3.

Ebenfalls in die Torschützenliste trugen sich Adrien Fleury (3), Hannes Hunziker (2), Samuel Zayas und Sacha Stauffer (je 1) ein. Seit der 2:3-Cup-Pleite gegen Düdingen zwischen den Runden 9 und 10 erhielt auch die drittbeste Gruppen-Defensive mit 18 Gegentoren hinter Münsingen (15) und Luzern II (17) durch Raphael Koch Zuwachs. Der Biberister Ex-Profi beim FC Zürich versucht, nach langwieriger Verletzung wieder Tritt zu fassen.

Gegen die Freiburger misslang jedoch sein Comeback: Nach grobem Foulspiel sah er rot mit zwei Spielsperren. Wegen des gleichen Vergehens im Derby gegen Wangen bei Olten blieb auch Chatton zweimal gesperrt. Waylon Grosjean (Gelbrot in Buochs) und Edin Hasanovic (vier Verwarnungen) standen je einmal nicht zur Verfügung. Wegen Langzeitverletzungen fehlten Kliment Nastoski (Unterarmbruch im Startspiel gegen Bassecourt) und Massimo Veronica (Hüftprobleme seit Thun II) zwei Stammspieler lange.

Nicht den nötigen Biss

Obwohl die Stadion-Truppe die ersten sieben Runden ungeschlagen blieb, tat sie sich zu Beginn vor eigenem Publikum schwer: drei 1:1 gegen Bassecourt, die Basler Black Stars und Muri AG. Nach der 1:3-Heimniederlage gegen den Leader gerieten die Solothurner in eine Baisse mit der Niederlage in Baden (2:3) und dem Cup-Out. «Wir hatten im Training nicht den nötigen Biss und die Konzentration, konnten dies aber für die zweite Hälfte der Vorrunde korrigieren», räumte Zaugg ein. Alle drei Niederlagen resultierten gegen die drei Mitbewerber um die Quali-Plätze!

Zaugg setzte auf 20 Akteure. Dazu zählen auch Noël Anderegg (18), Leo Schrittwieser (18) und Nico Ferrari (19) aus dem eigenen Nachwuchs. «Es genügt nicht, nur dem Kader anzugehören, da müssen sie mehr machen als die anderen», spornt Zaugg sie an. Trainingsbeginn ist am 9. Januar. In einem Trainingslager vom 11. bis 18. Februar im zyprischen Ayia Napa soll eine erfolgreiche Rückrunde intensiv vorbereitet werden.