Als Kulturminister Klaus Fischer im Von-Roll-Haus auf das um 1700 entstandene Deckengemälde von Michael Vogelsang zeigte, dem Prunkstück im Rittersaal, meinte er: «Dies hat wohl auch Casanova bei seinem Solothurnbesuch bewundert. Schliesslich gefiel ihm alles Schöne ...».

Dabei stand nicht Mozarts «Don Giovanni» auf dem Programm, sondern das Requiem von Jahresregent Giuseppe Verdi. Mit einem geistlichen Werk zu starten, scheint Petrus erfreut zu haben, denn er schickte ein paar abendliche Sonnenstrahlen, um über den Festival-Auftakt in der Rythalle hinwegzutrösten.

Auch wenn nicht auf der Sankt-Ursen-Bastion gespielt werden konnte, strahlte Festspielchefin Iris Reardon-Kofmel an der Seite ihres frisch angetrauten Gatten Vincent Reardon und berichtete, dass trotz einiger Umbesetzungen alles wunderbar klappe. Stadtpräsident Kurt Fluri dankte in seiner Eigenschaft als Mit-Gastgeber für den von der Bürgergemeinde der Stadt Solothurn offerierten Wein. Und bemerkte mit einem Augenzwinkern, dies seien wohl die letzten Tropfen, der Weisswein dieses Jahrganges werde langsam rar.

Aus dem Vollen schöpft Peter Kofmel, Präsident der Freunde des Solothurn Classics, wenn er von der Oper und von Verdi im Besonderen schwärmt. «Nirgends sind so viele traumhafte Freundschaftsduette wie in ‹Don Carlo› zu hören.» Markus Boss von der Regiobank Solothurn zieht die am Freitag auf dem Programm stehende «Aïda» vor. Vielleicht, weil Verdi für die Aufführungsrechte in Ägypten eine horrende Summe verlangte. Damit hat der Maestro wohl die berufliche und die musische Ader des Bankiers angesprochen.

Festspielchefin Iris Reardon-Kofmel offenbarte Radio Télévision Suisse Romande, Noëmi Nadelmann werde in Verdis «Totenmesse» wunderbar singen. Doch vor dem Requiem wurde auf jeden Fall lebhaft angestossen und geplaudert. Die Gäste freuten sich an den Champagner-Perlen im Rittersaal und auf die Belcanto-Wonnen beim Konzert.