Er ist längst zu einem Zauberwort geworden, das zuletzt gegen 20'000 Fans in die Vorstadt pilgern liess: der Chästag. Die Zauberformel, die seit dem bescheidenen Start 2011 das Publikum Schritt um Schritt verzehnfacht hat: Man nehme Tiere, Bauern, Käseprodzenten und einige Beizli, dazu musikalische Unterhaltung und – das Volk freut sich. «Das Konzept stimmt. Und im Mittelpunkt steht unser Anliegen, regionale Produkte zu verkaufen», erklärt OK-Chef Robert Flückiger, der auf 100 Helferinnen und Helfer zur Abwicklung des Chästags zählen kann.

So sei man froh, dass sich mit den Feldwaffen Solothurn und dem Volleyballclub Bucheggberg zusätzlich zwei neue Vereine zu den bisherigen sowie den vielen privaten Helfern gesellt haben – «vor allem beim Abbau am Freitag sind wir froh um die Verstärkung», weiss auch der Leuziger Marktchef Bernhard Wyss.

Nicht weiter wachsen

Warum findet der Chästag eigentlich immer am ersten Donnerstag im September statt? «Weil er ein Bestandteil des Buechibärger Märets ist, der jeden Donnerstagnachmittag auf dem Rossmarktplatz durchgeführt wird»; so der OK-Präsident. Auch wenn es schon Gedankenspiele um eine Verlängerung oder Umterminierung des Chästags gegeben hat – «es ist überhaupt nicht das Ziel, weiter zu expandieren», meint Robert Flückiger.

Worauf Marktchef Wyss dann doch zumindest eine Ausdehnung des Fest-Rayons zwischen der Hafebar und der Kreuackerbrücke einräumen muss: «Dort haben die neuen Vereine ihre Stände.» Neu vermelden kann zudem Bernhard Wyss den Stand des Vereins Pro Buechibärg.

Impressionen vom 6. Chästag 2016

Impressionen vom 6. Chästag 2016

Doch bleibt es bei insgesamt 70 Marktständen, vorwiegend mit Käse im Angebot, die auch der Maître Fromager Rolf Beeler auf seiner Tour de Chäs besucht. Dazu kommen 16 Gastronomieangebote mit 700 gedeckten Plätzen – im Angebot stehen neben Käsespezialitäten auch Fisch oder Hamme. Für musikalische Unterhaltung sorgen abends beispielsweise die Hubustei Giele und am Nachmittag wird Musiklehrer Wolfgang Schönenberger mit seinen Kindern versuchen, das Publikum zum Mitsingen beim eigens komponierten «Chäslied» zu animieren.

Das liebe Vieh

Erster Höhepunkt ist am Chästag aber wiederum der Alpabzug mit zwölf Kühen, der mittags um 12 Uhr beim Baseltor startet und hinab auf den Dornacherplatz führt. Dort wird in einer Viehschau des Viehzuchtvereins Unterleberberg um 14 und 16.30 Uhr auch erklärt, welche Kriterien bei der Wahl der «Miss Leberberg», der schönsten unter 30 bis 40 gezeigten Kühen wichtig sind. Zudem ist um 17 Uhr noch ein Schaumelken angesagt.

Tiere ziehen die Kinder magisch an, und so gibt es für die Kleinen wieder den Streichelzoo im Kreuzacker unter dem Schatten der Platanen, Lamas zum Anfassen oder Ponyreiten. Aber auch bewährte Attraktionen wie Kühemelken, das Rösslispiel, eine Hüpfburg, die Mini-Eisenbahn oder der Traktor-Parcours gehören zum Kinder-Angebot.

Und ein Wermutstropfen

Ein schön gestalteter Pin, der auf freiwilliger Basis erstanden die Chästag-Finanzierung absichert, sowie neue Chästag-Fahnen auf den Stadtbrücken machen professionelle Werbung für den Grossanlass. Umso mehr bedauert das OK den plötzlichen Verlust ihres für die Werbung und das Sponsoring besorgten Mitglieds, Frank Schneider, der vor gut einer Woche einem Herzversagen erlegen ist. Seine Vorarbeiten für den Chästag waren gerade abgeschlossen. «Er arbeitete ruhig und professionell. Auf ihn konnte man sich verlassen», vermisst das OK Frank Schneiders «charmante, ausgeglichene Persönlichkeit».