Theaterpremiere
«Casanovas Schwiegermutter» bringt Chaos in die Mausefalle

Was tun, wenn ein zerstreuter Professor plötzlich mit fünf Frauen unter einem Dach leben muss? Der Royal Arts Club Solothurn hat in seiner jüngsten Produktion eine Antwort.

Katharina Arni-Howald
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Marc Casanova (Sam Friedli) und Trix Ackermann (Lea Reinmann) schauen ehr skeptisch auf das Techtelmechtel von Monja Casanova (Colette Ingold) und Professor Christoph Casanova (Martin Jeker).

Marc Casanova (Sam Friedli) und Trix Ackermann (Lea Reinmann) schauen ehr skeptisch auf das Techtelmechtel von Monja Casanova (Colette Ingold) und Professor Christoph Casanova (Martin Jeker).

zvg

Im Theater Mausefalle ist die Hölle los. Die Villa von Professor Christoph Casanova (Martin Jeker), der eigentlich gar kein Casanova sein möchte, überschlagen sich die Ereignisse.

Da gibt es seine energische Lebensgefährtin Rita Stolz (Therese Lüpold), deren Mutter Cordula Ackermann (Cony Studer), Ritas Schwester Trix Ackermann (Lea Reinmann) und obendrein die geistig verwirrte Tante Julie Casanova (Maria Ansari), die an der Grenze des Ertragbaren mit Shakespeare-Zitaten ständig ins Geschehen einbricht.

Als ob das nicht genug wäre, kommt unverhofft der Bruder von Christoph, Marc Casanova (Sam Friedli) aus Kanada zurück. Aus dem Nichts tauchen plötzlich auch noch die Ex-Frau Monja Casanova (Colette Ingold) und Ritas Ex-Mann Patrik (Jürg Rohrbach) auf.

Um das totale Chaos vollständig zu machen, treten schliesslich auch der schlitzohrige Immobilienmakler Peter Kummer (Helmuth Zipperlen) und die Immobilienmaklerin Felicia Moser (Claudia Mauerhofer) auf den Plan.

Casanovas Schwiegermutter

Kein Wunder, dass die lästigen Besucher und nicht zuletzt seine eigenen chaotischen Gefühle den armen Professor überfordern. Die einzige, die einigermassen Ruhe bewahrt, ist Cordula, Casanovas Schwiegermutter, die dem Stück «Casanovas Schwiegermueter» auch seinen Namen gibt.

Diese scheint sich zwar lediglich um ihre äussere Erscheinung zu sorgen, versteht den Ernst der Lage jedoch besser, als alle anderen.

Denn nebst den wild agierenden Pärchen, bei denen man bald nicht mehr weiss, wer mit wem verheiratet ist oder war, und wo sich zarte Liebesbande anbahnen, soll ja auch noch unbeabsichtigt die in die Jahre gekommene Villa zugunsten eines Neubauprojekts verhökert werden.

Die Frage ist nur, ob der dreiste Coup gelingt oder die beiden Immobilienmakler die Rechnung ohne den Wirt machen.

Mit Leidenschaft dabei

Die Komödie in drei Akten von Sam Harding, die sich der Royal Art Club für die diesjährige Theatersaison ausgesucht hat, sorgt mit ihrer Situationskomik für leichte Unterhaltung und verlangt nicht nur von der geschickt und mit Leidenschaft operierenden Amateur-Theatergruppe, sondern auch vom Publikum volle Präsenz.

Mit viel Gespür hat Regisseur Giuseppe Graziano die Register gezogen und dafür gesorgt, dass die insgesamt sechs Frauen und vier Männer nach intensiven Proben zu einer perfekten Leistung fähig waren. Zu Recht hat das Publikum den kurzweiligen Abend mit kräftigem Applaus verdankt.

Weitere Vorstellungen: Freitag, 13. November und Samstag, 14. November je 20 Uhr. Sonntag, 15. November, 16 Uhr. Aufführungsort: Theater Mausefalle Zuchwil.