Bootshafen Solothurn

Campingplatz wird geschlossen und der Hafen saniert

Der Campingplatz Solothurn wird wie alle andern 23 TCS-Plätez geschlossen. Das beliebte Strandrestaurant Pier 11 ist ohnehin seit Dienstag geschlossen, nur im Hafen werden Stege gereinigt und das Hafenbecken gesäubert.

Schon beim Parkplatz des Campingplatzes nördlich der Badi verrät die Reklametafel des Restaurants Pier 11, was es unten am Aarestrand geschlagen hat: Die beliebte Terrassen-Beiz vor am Hafenbecken ist seit dem Dienstag geschlossen. Der Empfang des TCS-Campingplatzes ist zwar noch besetzt, der kleine Laden für die Camper jedoch zu. Resort Manager Christoph Burgherr verweist uns zur aktuellen Lage an übergeordnete Stellen.

Oliver Grützner, Direktor TCS Camping und Freizeitangebote, teilt uns schliesslich mit: «Wir haben am Montag beschlossen, die vier Winter-Campings Solothurn, Samedan, Scuol und Sion zu schliessen. Bereits am vergangenen Samstag haben wir den Camping Lugano-Muzzano geschlossen. Zudem haben wir aufgrund der ausserordentlichen Lage und zum Wohlbefinden aller Gäste und Mitarbeiter freiwillig entschieden, die Eröffnung der Sommersaison auf den 20. April zu verschieben.»

Alle haben eine Lösung

Da das Restaurant Pier11 bereits zu sei, müssten alle Camping-Gäste, also Touristen wie Wintersaisonniers, das Areal verlassen, so Grützner. «Wir haben den Gästen mehrere Tage Zeit gegeben, um eine Lösung zu suchen und alle haben auch eine gefunden. Alle Wohnwagen und Einrichtungen dürfen stehenbleiben.» Die Reception sei zu Bürozeiten erreichbar, «und wir freuen uns, nach der Krise, alle Gäste wieder bei uns zu begrüssen.»

«Wir haben gerade ein Haus gekauft»

Aufbruchstimmung herrscht bei einer Camperin aus dem Aargau, die ihr Zugfahrzeug mit BE-Schildern für die Abreise herummanövriert. «Am Dienstag wurde uns mitgeteilt, dass wir bis am Freitagabend um 18 Uhr den Platz verlassen müssen.»

Für die Langzeitcamperin, die zuletzt eineinhalb Jahre auf dem Solothurner Platz verbracht hatte, ist der Exodus allerdings kein Problem: «Wir haben gerade ein Haus gekauft. Im Neuenburgischen oben. Dort ziehen wir jetzt ein.» Etwas bedauert sie es schon, die Region Solothurn so verlassen zu müssen. «Es ist alles sehr schön hier» – nur mit dem Campingplatz selbst sei sie nicht in allen Belangen zufrieden gewesen.

Nur im Hafen herrscht noch reges Treiben

Während sich auf dem Camping-Areal erst verhalten Aufbruchstimmung breit macht, herrscht am Aarestrand reger Betrieb. Ein Mann in oranger Warnweste kurvt auf einem Ponton im Hafenbecken herum, und auf dem Quai werden Schwimmausleger aus Kunststoff mit dem Hochdruckreiniger auf Vordermann gebracht. Hauptakteur ist jedoch eine Plattform auf dem Wasser, die mit dem Kran emsig Material vom Grund heraufholt. «Es gab in den letzten 18 Jahren Verlandungen, und jetzt wollen wir die ursprüngliche Tiefe des Hafenbeckens von rund 2 Metern wieder herstellen», erklärt Gabriel Zenklusen, Chef des kantonalen Amtes für Umwelt.

Fast alle Boote mussten für die Arbeiten ausgewassert werden, «eigentlich hätten wir den Hafen für sie aber wieder bis Ostern freigeben wollen», meint Zenklusen. Doch wisse man nicht, ob nächste Woche überhaupt noch gearbeitet werden dürfe; auch das Eintreffen von bestellten neuen Schwimmstegen aus Frankreich sei derzeit fraglich.

Auch die Öufi-Flottille ist stillgelegt

Vorne am Quai liegen vertäut die beiden grössten Öufi-Boote, die MS Wyssestei und MS Pisoni, während das kleinste Boot noch nicht eingewassert ist. Brigitte Pfyl, die zusammen mit ihrem Mann Ivan die kleine Flottille betreibt, muss ebenfalls auf das Ende der Corona-Pause warten. «Jetzt wäre die Saison angelaufen. Wir hatten schon viele Buchungen, die alle storniert wurden. Aber es geht ja allen so», setzt Pfyl auf Aktivitäten wie eine Info-Kampagne, damit man merke, dass es ihr Boots-Angebot noch gibt.

Andere Probleme hat im Hafen ein Bootsführer, der seine schmucke Holzjacht nach Biel überführen möchte: «Am Vorabend habe ich wie immer der Schleuse in Port meine Durchfahrt angekündet, aber bis jetzt noch keinen Rückruf erhalten.»

Autor

Wolfgang Wagmann

Wolfgang Wagmann

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